Aktie fällt auf Zwei-Jahres-Tief

Anleger vergrault: Mercedes verkündet nächste Prognosesenkung - Autobranche wird im Dax abgestraft

Innerhalb weniger Monate musste Autobauer Mercedes-Benz seine Geschäftsprognose mehrfach senken. Die Stuttgarter kämpfen mit denselben Problemen, die auch dem bayerischen Erzrivalen zu schaffen machen.

Frankfurt - Die erneute Prognosesenkung binnen weniger Monate bei Mercedes-Benz hat die Anleger vergrault. Die Titel des Stuttgarter Autobauers fielen in der Spitze um bis zu 8,4 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 54,05 Euro. Aber auch für die übrigen Autowerte im Dax ging es deutlich bergab. „Die negativen Nachrichten aus dem Automobilsektor reißen nicht ab“, schrieben die Analysten der LBBW in einem Kommentar. Auch Anlagestratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets konstatierte: „Das Problem ist immer das gleiche.“ Autos ließen sich in diesen Tagen nur noch schwer an die Frau oder den Mann bringen, hauptsächlich in China, aber auch in allen anderen Teilen der Welt.

Mercedes senkt Prognose: Auch andere deutsche Autobauer schmieren an der Börse ab

Auch die Kurse anderer Autobauer gerieten unter Druck. Die Titel von Porsche, BMW und Volkswagen notierten zeitweise zwischen 4,9 und 3,5 Prozent schwächer. Seit Jahresbeginn summierten sich die Verluste unter anderem bei BMW auf gut 24, bei Volkswagen auf 16 Prozent. Der Dax legte im selben Zeitraum um mehr als 13 Prozent zu. Der europäische Autoindex gab am Freitag zeitweise 3,6 Prozent nach.

Hier funkelt der Stern: Das prominente Logo von Mercedes-Benz prangt an einem neuen CLE Coupé. An der Börse hingegen müssen die Stuttgarter mit harten Nackenschlägen klarkommen.

Mercedes blickt aufgrund der hartnäckigen Flaute auf dem chinesischen Markt für Luxusautos pessimistisch in die Zukunft. Das Unternehmen rechnet nun mit einem deutlich niedrigeren Gewinn als vor Jahresfrist. Auch der Münchner Konkurrent BMW spürt die schwächere Nachfrage in China und senkte unter anderem deswegen zuletzt seine Prognose. Die Autobauer leiden vor allem unter der schwelenden Immobilienkrise in der Volksrepublik, da die fallenden Immobilienpreise insbesondere wohlhabende Chinesen treffen - die typischen Kunden der deutschen Premium-Hersteller. Porsche hatte zum Halbjahr ebenfalls eingeräumt, dass keine rasche Erholung in China zu erwarten ist. (reuters, lf)

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod / dpa

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