„Eine Abscheulichkeit“

Streit mit Trump – Musk keilt gegen Subventionen für Öl und Gas: „Sehr unfair!“

Der Streit zwischen Tesla-Chef Musk und Trump ist eskaliert. Mit den jüngsten Verordnungen bringt Trump seinen einstigen Supporter gegen sich auf.

Washington D.C. – Tesla-Chef Elon Musk und US-Präsident Donald Trump werfen mit Vorwürfen gerade um sich. In den sozialen Netzwerken tragen die ehemals engen Partner ihre Streitigkeiten aus. Auslöser des Streits zwischen Musk und Trump ist ein Gesetzentwurf, der umfassende Steuer- und Ausgabenreformen vorsieht. Besonders für einen Beschluss hat Musk kein Verständnis. Unterdessen bricht die Tesla-Aktie ein.

Streit zwischen Trump und Musk – Grund ist ein Gesetzentwurf, der wohl auch E-Autos betrifft

Kurz nach seinem Rückzug als Berater von US-Präsident Trump hat der Musk Trumps Haushaltspläne massiv kritisiert. Er bezeichnete den Gesetzesentwurf jüngst „widerlich“, „unverschämt“ und eine „Abscheulichkeit“. Der umstrittene Gesetzentwurf sieht eine Verlängerung der massiven Steuersenkungen aus Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) vor, die sonst Ende des Jahres auslaufen würden. Laut Medienberichten arbeitet Trump zudem an einer Abschaffung der Steuergutschrift für E-Autos. Mit der ehrgeizigen E-Auto-Förderung wollte der ehemalige Präsident Joe Biden erreichen, dass bis 2030 jeder zweite verkaufte Neuwagen elektrisch ist.

Elon Musk und Präsident Donald Trump.

Trump warf Musk vor, das Gesetzesvorhaben abzulehnen, weil es die Abschaffung der Steuergutschriften für E-Fahrzeuge vorsieht. Inzwischen rückt Musk etwas von den E-Autos ab und legt bei einem anderen Punkt nach. „Wie dem auch sei. Behalten Sie die Kürzungen der Fördermittel für Elektroautos und Solarenergie im Gesetzentwurf“, schrieb der Tesla-Chef an Trump gerichtet auf der Plattform X am 5. Juni 2025. Jedoch betonte er zugleich, es sei „sehr unfair“, dass die Öl- und Gassubventionen von Kürzungen unberührt bleiben.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits vor einigen Monaten angekündigt, die Förderung von Öl und Gas massiv anzukurbeln. Gemäß dem Motto „Drill, Baby drill“ sollen die USA die Produktion beider Rohstoffe stärker fördern. Trump setzt sich auch für die Wiederbelebung eines alten Gas-Pipelineprojekts in Alaska ein. Die Idee ist, dort Erdgas zu fördern und durch eine Pipeline 1300 Kilometer entfernt an die Südküste zu befördern und dort in LNG umzuwandeln, das dann nach Asien verschifft werden kann.

Musk verärgert über Subventionen für Öl und Gas – massive Kritik an Trump

Musk teilte zudem einen Post, der behauptet, dass Musk die Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge egal sei. Trump solle die Kürzungen bei den Anreizen für Elektrofahrzeuge und Solarenergie im Gesetzentwurf beibehalten, sollte aber alle „verrückten Ausgabenerhöhungen im ‚großen, hässlichen Gesetzentwurf‘ streichen, damit Amerika nicht bankrott geht.“

Ob also der Streit tatsächlich auf eine mögliche Abschaffung der Subventionen für E-Autos zurückzuführen ist, steht deshalb zur Debatte. Reuters zufolge wären neben der E-Autobranche auch Solar-Leasing-Unternehmen von dem Gesetzesentwurf betroffen. Der Gesetzesentwurf würde laut Branchenkennern eine Steuergutschrift von 30 Prozent für Solar-Leasing-Unternehmen abschaffen, die Hausbesitzern eine monatliche Gebühr für Solarmodule berechnen.

Solarleasing wurde vor zwei Jahrzehnten von Unternehmen wie Sunrun und SolarCity, das heute zu Elon Musks Firma Tesla gehört, eingeführt und entwickelte sich schnell zur wichtigsten Finanzierungsform für Solaranlagen für Privathaushalte. Solarinstallateure warnen, dass eine Kürzung der Subventionen negative Auswirkungen auf die US-Hersteller haben könnte, die sie beliefern.

Nach Vorwürfen von Musk wegen umstrittenem Gesetz: Trump moderiert Streit ab

Mit seinem Gesetzesvorhaben trifft Trump also viele wunde Punkte von Musk. Nachdem sich der US-Präsident enttäuscht von Musk gezeigt hatte, nimmt er den Streit mit Musk plötzlich etwas gelassener. Der Präsident hat sein Zerwürfnis mit seinem ehemaligen Berater und Verbündeten, dem Tech-Milliardär Elon Musk, relativiert. „Oh, es ist alles okay“, sagte Trump, als er von der US-Zeitung Politico auf den am Donnerstag eskalierten Streit mit Musk angesprochen wurde. Die telefonierte eigenen Angaben zufolge mit dem US-Präsidenten. (bohy)

 

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/AP/dpa

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