Konzerntochter im Fokus

Nach Bitte von Volkswagen: EU überprüft Zölle gegen China-Autos

Volkswagen fordert Änderungen: Die EU-Kommission prüft ihre Zoll-Politik für E-Autos aus China neu. Der deutsche Auto-Gigant sieht besonders seine Tochter Seat gefährdet.

Brüssel/Berlin – Die Europäische Kommission prüft auf einen Antrag von Volkswagen hin eine Änderung des Strafzolls auf Elektroauto-Importe der spanischen Konzerntochter Seat aus China. Von VW sei der Vorschlag gekommen, den seit November 2024 erhobenen Zusatzzoll von 20,7 Prozent durch einen Mindestimportpreis zu ersetzen, ging am Donnerstag (4. Dezember) aus dem Amtsblatt der Europäischen Union hervor. Dabei geht es um das in China gefertigte Elektro-SUV Tavascan. Seat hatte den Zoll, der zusätzlich zum Basiszoll von zehn Prozent fällig ist, als existenzielle Bedrohung für die Marke bezeichnet.

Autos warten auf ihren Export: Die Zölle auf in China gefertigte E-Autos treffen zum Teil auch europäische Hersteller.

Der spanische Autobauer erklärte, das Verpflichtungsangebot sehe neben dem Mindestpreis auch eine jährliche Importquote vor. Die EU-Kommission hatte sich im April grundsätzlich mit China darauf verständigt, anstelle von Zöllen Mindestpreise für in China hergestellte E-Autos zu prüfen. Sie müssten aber ebenso wirksam und durchsetzbar sein wie der Zoll.

Böser Nebeneffekt: Zölle treffen zum Teil auch europäische Hersteller

Dieser war eingeführt worden, um unfaire Wettbewerbsvorteile chinesischer Hersteller aufgrund staatlicher Subventionen in China auszugleichen. Doch die Regel trifft auch Fahrzeuge europäischer Hersteller, die in China hergestellt und nach Europa exportiert werden. Seat ergänzte, es könne einige Monate dauern bis zur Entscheidung der EU. Bis dahin wolle das Unternehmen den Zusatzzoll weiter nicht an die Kunden weitergeben. Neben Autos führte die Europäische Union auch Zölle gegen in China produzierten Stahl ein, um die heimische Industrie zu schützen. (reuters, lf)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Joerg Boethling

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