Meteorströme
Sternschnuppen rasen jede Nacht über den Himmel – und tagsüber auch
Jede Nacht können am Himmel Sternschnuppen zu sehen sein, doch am meisten Erfolg hat man beim Beobachten vorhergesagter Meteorströme.
Wie aus dem Nichts rast eine Sternschnuppe über den dunklen Himmel, hinterlässt für einige Sekunden eine Leuchtspur und ist schon wieder verschwunden. In jeder dunklen und klaren Nacht ist es möglich, Sternschnuppen (Fachbegriff: Meteore) zu sehen – vorausgesetzt, man schaut zur richtigen Zeit an den richtigen Ort des Nachthimmels.
| Sternschnuppen-Strom | Zeitraum/Maximum |
|---|---|
| Quadrantiden | 28.12-12.2, Höhepunkt 3.1. (max. 120) |
| Lyriden | 16.4.-25.4., Höhepunkt 22.4. (max. 18) |
| Perseiden | 17.7.-24.8., Höhepunkt 12.8. (max. 100) |
| Orioniden | 2.10.-7.11., Höhepunkt 21./22.10. (max. 20-25) |
| Tauriden | 15.9.-25.11., Höhepunkt 10.11. (variabel) |
| Leoniden | 6.11.-30.11., Höhepunkt 17.11. (max. 15) |
| Geminiden | 4.12.-17.12., Höhepunkt 14.12. (max. 140) |
Es ist deutlich einfacher, Sternschnuppen zu beobachten, wenn ein Sternschnuppenstrom vorhergesagt wird. Diese Meteorströme erstrecken sich über das ganze Jahr. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ströme von Sternschnuppen:
Sternschnuppen sind keine Bruchstücke von Sternen, sondern Staubteilchen
Der Begriff „Sternschnuppe“ suggeriert, dass die leuchtenden Spuren am Himmel mit Sternen zusammenhängen. Jedoch handelt es sich dabei nicht um Bruchstücke von Sternen, wie der Name vermuten lässt, sondern um etwas vollkommen Anderes: winzige Staubteilchen, die von Kometen im Weltraum hinterlassen wurden.
Die Zusammensetzung von Kometen besteht aus gefrorenem Wasser und winzigen Staubpartikeln. Wird der Komet der Sonne ausgesetzt, verdunstet das Eis und setzt die Staubteilchen frei, die den charakteristischen Schweif erzeugen. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne hinterlassen die Kometen so eine Spur aus Staub im Weltraum.
Jedes Mal, wenn die Erde diese Staubspuren während ihres Umlaufs um die Sonne kreuzt, entsteht auf der Erde ein Strom von Sternschnuppen durch die Staubteilchen der Kometen. Dank der wiederkehrenden Kreuzungen derselben Staubspuren weiß man genau, wann mit periodischen Meteorströmen wie den Perseiden, Leoniden oder Geminiden zu rechnen ist.
In der Erdatmosphäre leuchten Sternschnuppen oder Meteore auf
Doch wie entsteht die leuchtende Spur am Himmel? Die Erklärung für dieses Phänomen ist recht einfach: Winzige Staubpartikel, die ein Komet im Weltraum hinterlassen hat, stoßen mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre und bewirken dort die Anregung der Atome, wodurch sie zum Leuchten gebracht werden.
Besonders helle Sternschnuppen werden auch als Bolide, Feuerkugel oder Feuerball bezeichnet. Feuerkugeln werden normalerweise durch größere Staubpartikel (größer als ein Zentimeter) verursacht, die in die Erdatmosphäre eindringen und dort das helle Leuchten verursachen. Größere Auslöser von Feuerkugeln können auch als Meteoriten (siehe Infobox links) auf die Oberfläche der Erde fallen.
Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel




So beobachtet man einen Sternschnuppen-Strom
Wenn man im Voraus über den Zeitpunkt eines Meteorschauers Bescheid weiß, gestaltet sich die Beobachtung von Sternschnuppen äußerst unkompliziert. Hier sind die erforderlichen Voraussetzungen:
- dunklen Beobachtungsplatz mit möglichst unverstelltem Blick an den Himmel
- warme Kleidung, warme Getränke oder ähnliches - je nach Jahreszeit
- Liegestuhl oder Decke für einen möglichst guten und bequemen Blick an den Himmel
- Geduld, da man nicht immer sofort Sternschnuppen entdeckt
Um Sternschnuppen zu beobachten, bedarf es keiner speziellen Ausrüstung. Von großer Bedeutung ist jedoch, dass man einen weiten Blick auf den Himmel hat und es sich in einer bequemen Position gemütlich macht – wer die Sternschnuppen zählen möchte, sollte geduldig sein.
Wie viele Sternschnuppen kann man pro Stunde sehen?
Wenn es um die Bestimmung der Anzahl der sichtbaren Sternschnuppen pro Stunde während eines Meteorstroms geht, wird häufig der Begriff „ZHR“ verwendet. „ZHR“ steht für „Zenithal Hourly Rate“ und gibt die maximale Anzahl der Sternschnuppen an, die unter idealen (sehr dunklen) Beobachtungsbedingungen in einer Stunde gesehen werden können, wenn der sogenannte Radiant (die Position am Himmel, aus der die Sternschnuppen zu kommen scheinen) senkrecht über dem Beobachter steht. Da diese optimalen Bedingungen selten gegeben sind, liegt die tatsächliche Anzahl der Sternschnuppen pro Stunde in der Regel deutlich unter der ZHR.
Perseiden sind der bekannteste Sternschnuppen-Regen
Die wohl bekanntesten Sternschnuppen des Jahres sind zweifellos die Perseiden. Man kann sie vom 17. Juli bis zum 24. August bestaunen, wobei ihr beeindruckender Höhepunkt jedes Jahr um den 12. August herum erreicht wird. Die Perseiden, auch als „Laurentiustränen“ bezeichnet, erfreuen sich großer Beliebtheit und Bekanntheit, da die meisten angenehm warmen Augustnächte perfekte Bedingungen für die Beobachtung von Sternschnuppen bieten.
Die Bezeichnung „Laurentiustränen“ haben die Perseiden erhalten, da am 10. August, dem Gedenktag des Märtyrers Laurentius von Rom, bereits eine deutlich erhöhte Anzahl von Sternschnuppen zu beobachten ist. Ihr Ursprung liegt in einer Staubspur im All, die vom Kometen 109P/Swift-Tuttle hinterlassen wurde und die die Erde im Juli und August durchquert. Der Name Perseiden leitet sich von ihrem scheinbaren Ursprung im Sternbild Perseus ab, von dem aus sie zu strömen scheinen.
Im Sommer gibt es mehrere Meteor-Ströme, die sich überlappen
Während der Monate Juli und August überlappen sich mehrere Meteorströme, was immer wieder die Chance bietet, in lauen Sommernächten Sternschnuppen zu betrachten. Vor allem die südlichen Delta-Aquariiden und die Perseiden verwandeln die Nächte im Juli und August in Sternschnuppennächte. Aber auch kleinere Meteorströme wie die Piscis Austriniden tragen dazu bei.
Nicht nur im Sommer bietet sich die Möglichkeit, Sternschnuppen am Himmel zu sehen. Meteore ziehen praktisch das ganze Jahr über unseren Himmel (übrigens auch tagsüber) – nur sind sie dann aufgrund der Helligkeit nicht sichtbar. Im April können Himmelsbeobachter die Lyriden bestaunen. Diese Sternschnuppen, von denen maximal 18 pro Stunde (ZHR) beobachtet werden können, erreichen ihr Maximum am 22. April. Sie erhalten ihren Namen vom Sternbild Leier (Lyra), aus dem sie zu strömen scheinen. Die Staubteilchen, die für die Sternschnuppen im April verantwortlich sind, stammen vom Kometen C/1861 G1 (Thatcher).
Der November war früher der Monat mit den meisten Sternschnuppen
Während heutzutage der Monat August aufgrund der Perseiden als der Sternschnuppen-Monat bekannt ist, galt in der Vergangenheit der November als der Monat mit den meisten Sternschnuppen. Die Leoniden waren damals sehr gut zu beobachten. Allerdings hat sich die Staubwolke des Kometen Tempel-Tuttle, durch die die Erde im November hindurchfliegt, mittlerweile so weit ausgebreitet, dass das Maximum der Leoniden nicht mehr besonders auffällig ist. Der Radiant der Leoniden befindet sich im Sternbild Löwe (Leo).
Auch im Advent kann man sich an Sternschnuppen erfreuen: Die Meteore der Geminiden fallen genau in diese Zeit, wobei das Maximum auf den 14. Dezember fällt. Die Geminiden gelten allgemein als der Sternschnuppen-Regen mit der höchsten Anzahl von Meteoren pro Stunde, wobei eine ZHR von 120 bis 140 Sternschnuppen angegeben wird. Der Ursprung der Staubteilchen, die in der Erdatmosphäre zu Sternschnuppen werden, liegt beim Asteroiden (3200) Phaeton, der möglicherweise auch ein „erloschener“ Komet ist. Der vermeintliche Ursprung der Geminiden liegt im Sternbild Zwillinge (Gemini).
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