Priorisierung von Corona-Tests

Karl Lauterbachs Pläne: Wer jetzt nur noch einen PCR-Test bekommen soll

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)  gestikuliert und schaut kritisch. Im Hintergrund wird ein PCR-Test vorgenommen.
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Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und die Gesundheitsminister der Länder haben sich auf eine Priorisierung für PCR-Tests verständigt. (kreiszeitung.de-Montage)

Omikron führt zu vielen Neuinfektionen. Die Corona-Variante verbreitet sich rasant, immer mehr PCR-Tests werden benötigt. Karl Lauterbach (SPD) will priorisieren.

Berlin/Magdeburg – Nahezu täglich steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen an. Schuld daran ist Omikron. Die Corona-Variante verbreitet sich schnell und dominiert in Bundesländern wie Berlin, Bremen und Hamburg. Dementsprechend wollen die Bundesbürger auf Nummer sicher gehen und lassen sich testen. Das Problem: die Labore kommen bei der Auswertung der PCR-Tests kaum noch hinterher. Das ist auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nicht verborgen geblieben.

Priorisierung von PCR-Tests: Karl Lauterbach (SPD) und Gesundheitsminister der Länder einigen sich auf neue Teststrategie

Der Sozialdemokrat plädiert dafür, dass nicht mehr alle per Schnelltest positiv Getesteten auch einen PCR-Test bekommen. Die Kapazitäten seien nahezu ausgereizt. Ein Vorschlag Karl Lauterbachs, für den sich die Gesundheitsminister der Länder am Samstag, 22. Januar 2022, einstimmig ausgesprochen hatten.

Wie die dpa berichtet, begrüßen die Gesundheitsminister die neue Teststrategie von Lauterbach hinsichtlich einer Priorisierung von PCR-Tests. Schließlich seien die Laborkapazitäten endlich, stellte beispielsweise Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) fest.

Corona-Teststrategie der Regierung: PCR-Tests nur noch für Risikopatienten, Krankenhaus- und Pflegepersonal

Für wen soll die PCR-Testung aber zwingend erhalten bleiben? In diesem Fall muss nach bestimmten Berufsgruppen gefragt werden. Die Rede ist zum einen vom Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen sowie in Pflegeeinrichtungen. Zum anderen sollen Hochrisikopatienten und Personen mit dem Risiko schwerer Corona-Krankheitsverläufe* weiterhin das Recht auf PCR-Tests haben.

Doch „für alle anderen Personen, die keine Symptome haben und ein positives Antigentest-Ergebnis vorweisen können, soll auf eine Bestätigung per PCR verzichtet werden“, heißt es von Grimm-Benne. Eine Alternative besteht aber. Denn statt den PCR-Tests wird die Nachtestung mit einem zweiten, überwachten Antigentest befürwortet.

„Qualitativ hochwertige Antigentests“ statt PCR-Tests: Aufkommen von Omikron macht neue Corona-Teststrategie unumgänglich

Für diese Alternative zum PCR-Test hatten sich die Ressortchefs bereits ausgesprochen. Bedeutet in der Praxis: Wenn die Corona-Warn-App eine rote Anzeige aufweist, wird auf den PCR-Test verzichtet – und „qualitativ hochwertige Antigentests“ kommen zum Einsatz.

Was ist mit „PCR-Test“ gemeint und welchen Nutzen hat dieser?

Ein PCR-Test wird gemeinhin als „Goldstandard“ erachtet, um eine Infektion mit dem Coronavirus nachzuweisen. Dieser Test ist ausschlaggebend dafür, ob sich eine Person im Falle einer Infektion in Isolierung begeben muss. Die Ergebnisse von Antigen-Schnelltests und Antigen-Selbsttests müssen durch einen PCR-Test bestätigt werden. Hierbei wird durch medizinisches Personal ein Abstrich durch die Nase oder den Mund entnommen. Die Auswertung der Probe im Labor dauert regulär ein bis zwei Tage. Sind die Labore zu sehr überlastet, kann es aber auch länger dauern.

Ebenfalls soll die Freitestung aus der Quarantäne oder der Isolierung ausschließlich mithilfe der angesprochenen Antigentests erfolgen. Dementsprechend würde die Testung durch PCR nur bei Beschäftigten der kritischen Infrastruktur mit Kontakt zu vulnerablen Personen erhalten bleiben. Eine neue Teststrategie, die aus konkreten Zahlen resultiert.

Omikron führt zum gesteigerten Bedarf an PCR-Tests – und „Wartezeiten bis zum Laborergebnis erhöhen sich“

Laut „Zeit Online“ würden die Gesundheitsminister in ihrem offiziellen Beschluss auf den aktuellen Wochenbericht vom Robert Koch-Institut (RKI) verweisen. Dieser verzeichnet für die zweite Januarwoche 2022 rund zwei Millionen PCR-Testungen – bei einer möglichen Kapazität von 2,8 Millionen Testungen.

Die Wartezeiten bis zum Laborergebnis erhöhen sich.

Im Beschluss zur Priorisierung von PCR-Tests verweisen die Gesundheitsminister auf den Status quo rund um diese Corona-Tests

Ist dieser Schritt zur PCR-Test-Priorisierung denn auch ansonsten nachvollziehbar? Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte in der „Rheinischen Post“ argumentiert, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der PCR-Test ein anderes Ergebnis anzeige als ein qualitativ hochwertiger Antigentest, letztendlich „sehr gering bei der hohen Prävalenz der Omikron-Variante“, also dem enormen Aufkommen der Corona-Variante, sei.

Omikron: Höhepunkt der Welle noch nicht erreicht – Karl Lauterbach rechnet mit 100.000 Neuinfektionen pro Tag

Denn auch das Corona-Schnelltestergebnis würde ans Gesundheitsamt weitergeleitet werden. Das führt Lauterbach zu folgender Aussage: „Der PCR-Test ist nicht mehr Voraussetzung für die Meldung beim RKI. So sparen wir wichtige PCR-Kapazitäten für den Höhepunkt der Welle“.

Der Höhepunkt der Omikron-Welle wird nämlich erst noch erwartet. Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) geht davon aus, dass das Maximum erst Mitte Februar 2022 bevorsteht. In diesem Kontext spricht Karl Lauterbach von 100.000 Corona-Neuinfektionen – pro Tag.

PCR-Test-Priorisierung der Gesundheitsminister: Neue Teststrategie erhält Zuspruch vom Deutschen Hausärzteverband

Für den Beschluss, PCR-Tests künftig zu priorisieren, erhalten die Gesundheitsminister rund um Karl Lauterbach Zuspruch vom Deutschen Hausärzteverband. „Medizinisch ist es nicht sinnvoll, nach einem positiven Antigentest und eindeutigen Symptomen auch noch einen PCR-Test machen zu müssen“, bezieht sich der Vorsitzende Ulrich Weigeldt gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ auf die neue Teststrategie. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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