Daten von 63.000 Infizierten
Corona-Studie überrascht: Booster verkürzt Omikron-Symptome um viele Tage
Eine britische Studie mit 63.000 Teilnehmern zeigt, wie gut ein Booster gegen Omikron hilft: Die Symptome verkürzen sich danach um die Hälfte.
London – Eine Infektion mit Omikron verläuft in den meisten Fällen milder als bei den Corona-Varianten zuvor. Das ist auch ein Grund, warum es derzeit zu vielen Corona-Lockerungen seit dem 2. April kommt – auch die Maskenpflicht wurde in vielen Bundesländern abgeschafft. In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler nun herausgefunden, dass nicht nur die Symptome bei Omikron milder sind als etwa bei Delta – die Erkrankung ist auch wesentlich kürzer. Besonders dann, wenn man mit dem Booster geimpft ist.
Omikron: Booster verkürzt Symptome der Corona-Variante um vier Tage – Corona-Studie überrascht
Für die großangelegte „Zoe Covid Symptom Study“ haben Britische Forscher des Kings College London Daten von 63.000 Menschen genutzt. Die Ergebnisse haben sie jetzt im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht. Für die Corona-Studie haben die Wissenschaftler Daten von Teilnehmern ausgewertet, die ihre Symptome selbst in der Zoe Covid-App eingegeben hatten. Außerdem gaben sie an, wie lange ihre Symptome bei Omikron oder Delta anhielten.
Die Teilnehmer der Corona-Studie waren zwischen 16 und 99 Jahre alt, lebten in Großbritannien, hatten einen Body-Mass-Index zwischen 15 und 55 und waren mindestens zweimal geimpft. Viele von ihnen waren auch mit dem Booster geimpft. Außerdem waren alle Personen zu dem Zeitpunkt mit Corona (Delta oder Omikron) infiziert, was mit einem PCR-Test bestätigt wurde. Die Forscher verglichen bei den Teilnehmern die Symptome (32 wurden in der App überwacht) und die Dauer der Corona-Infektion.
Besonders interessierte die Forscher, ob sich die Symptome nach einer Impfung mit dem Booster verkürzen.
Große Corona-Studie zeigt: Dauer der Symptome bei Omikron und Delta fast identisch
Zunächst verglichen die Forscher die Dauer der Symptome bei Delta mit der Dauer der Omikron-Symptome. Das Ergebnis: Bei den zweifach Geimpften dauerte eine Corona-Infektion ähnlich lang. Bei Delta hielten die Symptome 9,6 Tage an, die Omikron-Symptome hingegen 8,3 Tage – also nur einen Tag weniger.
Interessant war das Ergebnis zu der Frage: Wie lange dauern Symptome bei zweifach Geimpften im Vergleich zu Geboosterten?
Nach einem Booster verkürzte sich bei Delta die Dauer der Symptome nur um knapp zwei Tage auf 7,7 Tage.
Große Corona-Studie zu Omikron zeigt: Symptome nach Booster verkürzen sich um 4 Tage
Doch bei Omikron brachte der Booster viel mehr. Das überraschende Ergebnis: Nach der dritten Impfung verkürzte sich bei den Infizierten die Krankheitszeit mit Symptomen um knapp 4 Tage auf 4,4 Tage! Das zeigt, wie viel der Booster bringt.
Omikron: Das sind laut Studie die häufigsten Symptome bei einer Infektion
Die Ergebnisse der Forscher zeigen außerdem, welche Symptome die 63.000 Teilnehmer bei einer Infektion mit Omikron hatten. Das waren laut Focus Online die häufigsten:
- Schnupfen (76,5 Prozent)
- Kopfschmerzen (74,7 Prozent)
- Halsschmerzen (70,5 Prozent)
- Niesen (63 Prozent)
- Husten (49,8 Prozent)
Dies deckt sich auch mit Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf der Internetseite infektionsschutz.de. Hier werden als häufigste Omikron-Symptome Halsschmerzen, Infektion der Mandeln, Schnupfen und geschwollene Lymphknoten am Hals genannt. Die Symptome bei Omikron sind somit milder als bei der Delta-Variante. Und auch die Inkubationszeit fällt bei Omikron kürzer aus als bei den anderen Corona-Varianten.
Die Symptome bei der neuen Omikron-Variante XE sind ähnlich wie Symptome der Omikron Variante BA.2. Bei Kindern kann es bei einer Infektion mit Omikron noch zu einem anderen Symptom kommen: eine Entzündung der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfes. Infizierte mit Omikron müssen nach wie vor in Quarantäne, auch wenn Karl Lauterbach zwischenzeitlich zugesagt hatte, die Isolationspflicht fallenzulassen. Wenn ihre Viruslast sehr gering ist, dürfen sich Infizierte aber auch mit Omikron früher aus der Quarantäne freitesten.
Weitere Corona-Studie zeigt: Omikron-Infizierte sind nach Booster weniger ansteckend
Eine weitere aktuelle Studie zeigt, dass Omikron-Infizierte nach einem Booster weniger ansteckend sind. Das berichten Schweizer Forscher um Isabella Eckerle und Benjamin Meyer von der Universität Genf im Fachmagazin „Nature Medicine“.
Die Wissenschaftler hatten zwischen April 2020 und Februar 2022 bei Probanden innerhalb der ersten fünf Tage nach Symptombeginn Abstriche entnommen. Ein Teil der 565 Corona-infizierten war ungeimpft, ein Teil zweifach geimpft oder geboostert.
Geimpfte Personen weniger Ansteckend nach Durchbruchsinfektion – Booster bei Omikron notwendig
Das Ergebnis: Geimpfte Personen mit Durchbruchsinfektion sind weniger ansteckend als Ungeimpfte. Bei Omikron braucht es hierfür aber den Booster, zwei Impfungen reichen nicht. „Bei Geboosterten war die Zahl der infektiösen Partikel im Nasen-Rachen-Raum dagegen um etwa ein Fünffaches reduziert, lag also bei ungefähr einem Fünftel der Viruslast von Ungeimpften oder doppelt Geimpften“, schreibt Der Spiegel.
„Die Impfung kann die infektiöse Viruslast verringern, was wahrscheinlich zu einer geringeren Weiterübertragung führt“, twitterte die Forschungsleiterin Eckerle laut Der Spiegel. Die Ergebnisse würden deutlich zeigen, dass die Impfung nicht nur zuverlässig schwere Verläufe verhindere, sondern auch die Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung eindämmen würde. Wichtig zu erwähnen ist aber: Die Studie bezieht sich auf die Omikron-Subvariante BA.1, nicht auf die mittlerweile in Deutschland dominierende Omikron Subvariante BA.2, deren Symptome serh stark einer Erkältung ähneln.
Wie wichtig der Booster für die Gesundheit sei, betonte kürzlich auch der Leiter des Corona-Krisenstabs im Kanzleramt, Generalmajor Breuer. Auf den Booster zu verzichten, könne sogar tödlich sein, sagte er wörtlich. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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