Weltkindertag 2022
Internationaler Kindertag: Die Lage, Manuela Schwesig und das Grundgesetz
Der Kindertag am 01. Juni soll Erwachsene an die Rechte und Bedürfnisse von Kindern erinnern. Auch in diesem Jahr ist das wieder bitter nötig.
Berlin – In verschiedenen Ländern der Welt wird am 01. Juni jedes Jahres der Internationale Kindertag begangen, so auch in Deutschland. Der Tag soll Erwachsene an den Schutz, die Rechte und die Bedürfnisse von Kindern erinnern. Was so selbstverständlich klingt, ist es leider nicht, das haben auch die vergangenen Wochen und Monate noch einmal schmerzhaft verdeutlicht. Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) nutzt den Anlass, um die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz zu fordern.
Kindertag 2022 Deutschland: Manuela Schwesig fordert Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz
Die Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat den Kindertag 2022 in Deutschland genutzt, um eine klare Forderung vorzubringen: Schwesig möchte, dass Kinderrechte in das Grundgesetz aufgenommen werden. Die Ministerpräsidentin erklärte am Dienstag in Schwerin: „Von Anfang an müssen Kinder gleiche Chancen und Rechte haben – egal, wo sie herkommen und wo sie aufwachsen.“ Dieser Forderung gilt es auch in der Politik nicht nur am Weltkindertag Nachdruck zu verleihen.
Was selbstverständlich klingt, ist es nicht, das hat die Corona-Pandemie noch einmal besonders deutlich gemacht, etwa im Bereich Homeschooling. Kinder, deren Familien geringe finanziellen Mitte hatten, standen vor kaum zu bewältigenden Hürden, um den Anschluss zu halten – alleine durch oftmals mangelnde technische Ausstattung und räumliche Gegebenheiten. Corona verstärkte den allgemeinen Bedarf an Nachhilfe – doch die muss erstmal bezahlbar sein. Von Chancengleichheit kann dabei kaum geredet werden. Insgesamt sorgte die Corona-Pandemie bei vielen Kindern für immer mehr psychische Probleme.
Weltkindertag 2022: Kindertag geht auf Weltkongress der Internationalen Demokratischen Frauenföderation zurück
Doch woher kommt der Weltkindertag und auf wen geht er zurück? Ursprung des Kindertages ist eine Initiative auf dem Weltkongress der Internationalen Demokratischen Frauenföderation im Jahr 1948. Moskau war dem Vorschlag gefolgt und hatte den Kindertag zum 01. Juni 1949 eingeführt. Die Föderation, auf die der Vorschlag zurückgeht, war als antifaschistische Frauenorganisation gegründet worden. Beteiligt an ihrer Gründung waren sowjetische sowie französische Frauen.
In Deutschland wird der Kindertag mittlerweile zweimal jährlich begangen, das gilt auch für den Weltkindertag 2022. Hintergrund dessen ist die ehemalige Teilung des Landes: In der Bundesrepublik Deutschland (BRD) wurde der 20. September als Weltkindertag gefeiert, in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) war es hingegen der erste Juni. Dies hat zur Folge, dass nun beide Weltkindertage gefeiert werden – doch an Kinderrechte kann nicht genug erinnert werden.
Internationaler Kindertag 2022: Der Ukraine-Krieg Missbrauchsfälle, und die Corona-Pandemie
Manuela Schwesig hatte in ihrer Rede zum Internationalen Kindertag 2022 Chancengleichheit unter Kindern angesprochen und damit einen entscheidenden Aspekt thematisiert. Die Corona-Pandemie hat noch einmal drastisch verdeutlicht, wie weit Deutschland von dieser Gleichheit entfernt ist. Doch die letzten Tage, Wochen und Monate haben noch viele weitere Gründe geliefert, den stärkeren Einsatz zum Schutz der Jüngsten entschiedenst zu fordern. Auch Niedersachsen ist derzeit von einem schockierenden Missbrauchskomplex betroffen.
Laut aktuellen Angaben der UNICEF zum Ukraine-Krieg benötigen derzeit zudem mehr als fünf Millionen Kinder aus der Ukraine humanitäre Hilfe. Unicef-Direktorin Catherine Russell sagte, der 1. Juni sei eigentlich der internationale Tag zum Schutz von Kindern, doch „anstatt diesen Tag zu feiern, nähern wir uns dem 100. Tag eines Krieges, der das Leben von Millionen Kindern erschüttert. Ohne einen sofortigen Waffenstillstand und einen ausgehandelten Frieden werden die Kinder weiter leiden.“ Auch in diesem Jahr sollte nicht nur ein, oder zweimal jährlich auf die Situation von Kindern in der Welt aufmerksam gemacht werden – sondern jeden Tag.
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