Omikron BA.5: Neue Corona-Welle rollt – Lauterbach befürchtet „schweren Herbst“

Experten fordern härtere Maßnahmen, um die Corona-Welle einzudämmen. Auch Karl Lauterbach blickt besorgt auf steigende Infektionszahlen im Herbst.

Update vom 2. Juli 2022 um 6:45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt eindrücklich vor steigenden Corona-Zahlen im Herbst. „Ich glaube, dass wir mit der BA.5-Variante, die sich jetzt hier ausbreitet, große Schwierigkeiten bekommen werden“, sagte Lauterbach in den ARD-Tagesthemen. Er rechne mit hohen Fallzahlen, die nachgelagert auch zu einer Überlastung der kritischen Infrastruktur führen könnten.

Karl Lauterbach warnt vor dem Corona-Herbst und den Herausforderungen, die Omikron BA.5 für die kritische Infrastruktur birgt.

Lauterbach kündigte an, dass im Herbst zwar mit angepassten Corona-Impfstoffen zu rechnen sei. Womöglich seien diese jedoch erst Ende Oktober verfügbar. „Bis dahin müssen wir wenigstens mit den Impfstoffen, dir wir haben, diejenigen impfen, die älter sind. Die können wir damit zuverlässig vor schwerer Krankheit schützen“, sagte der Gesundheitsminister, besonders im Hinblick auf die Corona-Variante Omikron BA.5, die sich zunehmend hierzulande ausbreitet.

Omikron BA.5: Lauterbach stellt Sieben-Punkte-Plan im Kampf gegen die Corona-Welle im Herbst vor

Nach dem schwammigen Urteil des Expertenrates über die Corona-Maßnahmen präsentierte Lauterbach derweil einen Sieben-Punkte-Plan, um auf Corona in Deutschland und vorwiegend der Omikron-Variante BA.5 im Herbst entgegentreten zu können. Wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag mitteilte, billigte das Kabinett einen Entwurf des Gesundheitsministeriums. Es handelt sich dabei unter anderem um die Grundlage für weitere Corona-Regeln und -Maßnahmen, da Lauterbach sich zuvor bereits für die Alten der Gesellschaft aufgrund von Omikron BA.5 besorgt zeigte.

Im Vordergrund stehen dabei weitere Impfungen, genauere Daten und der verstärkte Schutz von Risikogruppen in Pflegeeinrichtungen. In dem Entwurf sind bisher keine Corona-Regeln zu möglichen Alltagsbeschränkungen erfasst. Konkret sollen die Rechtsgrundlagen für Corona-Impfungen bis zum 30. April 2023 verlängert und für Pflegeeinrichtungen bundesweite Mindeststandards zu Infektionsprävention ermöglicht werden. Außerdem sollen die Länder regeln können, dass in Pflegeheimen zum Beispiel Hygienebeauftragte eingesetzt werden.

Corona in Deutschland: Im Kampf gegen Omikron BA.5 schafft Bund Grundlagen für mögliche Maßnahmen in Krankenhäusern

Im Zuge des Sieben-Punkte-Plans sollen Intensivstationen künftig auch freie und belegte Betten auf Normalstationen erfassen und zentral melden. So können Engpässe in Kliniken früher erkannt werden. Krankenhäuser sollen sogar zu täglichen Meldungen verpflichtet werden. Angestrebt wird zudem eine aktuelle „Vollerfassung“ von PCR-Tests. Das bedeutet, dass nicht nur die positiven Corona-Fälle, sondern alle Ergebnisse gemeldet werden.

Zuletzt zeigte sich Lauterbach mit Blick auf die Corona-Sommerwelle und mögliche steigende Todesfälle durch Omikron BA.5 vor allem besorgt um die älteren Jahrgänge.

Corona in Deutschland: Virologe Drosten glaubt, Pandemie „könnte schlimmstenfalls noch einige Winter dauern“

Darüber hinaus äußerte Virologe Christian Drosten eine Prognose darüber, wie lange Corona in Deutschland den Alltag der Bürgerinnen und Bürger noch beschäftigen wird. Dabei korrigierte sich Drosten im Interview bei Spiegel Online: „Ich glaube nicht mehr, dass wir Ende des Jahres den Eindruck haben werden, die Pandemie sei vorbei.“

Doch er sei sich weiterhin sicher, dass das Virus durch Infektionen und Impfungen zunehmend an Bedeutung verlieren wird. Dann wäre der sogenannte endemische Zustand erreicht: Das allerdings „könnte schlimmstenfalls noch einige Winter dauern“, so Drosten. „Ansonsten ist es natürlich so, dass der endemische Zustand nicht einfach plötzlich da ist, und wir so etwas wie einen Welt-Endemietag feiern können“, so der Virologe.

Omikron BA.5: Corona-Sommerwelle rollt – härte Maßnahmen für Sommer und Herbst?

Erstmeldung vom 20. Juni um 13:47 Uhr: Hamburg – 36 Grad in Deutschland. Doch nicht nur die Temperaturen, auch die Corona-Zahlen steigen an. Der Landkreis Oldenburg in Niedersachsen ist dabei mit Abstand die Region in Deutschland mit dem höchsten Corona-Inzidenzwerten, mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1.752. In den letzten Jahren war das anders, da gingen die Infektionszahlen im Sommer zurück. Warum jetzt, trotz Impfungen, der Rekord?

Omikron BA.5: Symptome für neue Corona-Welle

Laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) steigen die Corona-Zahlen 2022, da die meisten Maßnahmen weggefallen seien. Ohne Masken und Abstandsregeln komme es naturgemäß wieder zu mehr Ansteckungen. Und jetzt?

Experten sprechen von einer neuen Welle in Deutschland – und das bereits in den kommenden Wochen. Der Grund ist die neue, hoch ansteckende Omikron Subvariante BA.5, welche laut Robert Koch-Institut (RKI) mittlerweile 24 Prozent der Neuinfektionen ausmacht.

„No mask, no party“: Kommt wegen der neuen Corona-Welle eine Maskenpflicht wie im Jahr 2021 zurück?

Omikron BA.5 – Neue Corona-Welle rollt: Wieder härtere Maßnahmen im Sommer und Herbst?

Doch Experten schätzen, dass die Dunkelziffer der Neuinfektionen mit Omikron BA.5 viel höher liegt. Der Grund: Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Und es ist stark davon auszugehen, dass sehr viele Corona-Infizierte keinen PCR-Test machen. Was erwartet uns im Sommer und Herbst? Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung? Gibt es einen neuen Lockdown – und einen weiteren deprimierenden Corona-Winter?

Masken im öffentlichen Nah-und Fernverkehr, das ist die derzeitig einzige Corona-Maßnahme, welche die Bürger vor einer neuen Welle und einer Infektion mit Omikron BA.5 schützen soll. Das reicht laut Experten nicht annähernd.

Omikron BA.5 – Neue Corona-Welle rollt: Kommen Maßnahmen wie Maskenpflicht, Lockdown und Schließungen von Bars?

Angesichts der wieder steigenden Corona-Inzidenzen und der erwarteten neuen Corona-Wellen im Sommer und Herbst fordert Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery die Politiker auf, schnell zu handeln – und neue Maßnahmen zu entscheiden. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Montgomery, als „Ultima Ratio“ müsse im angepassten Infektionsschutzgesetz „auch die Möglichkeit zu einem Lockdown verankert werden.“

Auch der Chef des RKI, Lothar Wieler, fordert einen wirksamen gesetzlichen Rahmen zur Bekämpfung des Virus. Er erwarte, dass im Herbst zumindest die Maskenpflicht an vielen Orten teilweise zurückgeholt werden müsse.

Und die Vorsitzende des Ärzteverbands „Marburger Bund“, Susanne Johna, fordert in der Neuen Osnabrücker Zeitung ein neues Infektionsschutzgesetz, welches harte Maßnahmen ermöglicht. „Wir halten nichts von Schul- und Kitaschließungen“, so Johna. „Alle anderen Maßnahmen, bis hin zu Kontaktbeschränkungen und einer etwaigen Schließung von Bars und Clubs, sind Instrumente, die in den Kasten gehören.“

Omikron BA.5 – Neue Corona-Welle rollt: Bundesregierung entscheidet Maßnahmen am 30. Juni

Das derzeit geltende Infektionsschutzgesetz läuft am 23. September 2022 aus. Während Experten und Ärzte schnelle Entscheidungen wünschen, welche Maßnahmen gegen Corona und Omikron BA.5 getroffen werden sollen, will die Bundesregierung erstmal die Stellungnahme ihres Sachverständigenrates Ende Juni abwarten.

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) sagte zu RP Online, die Bundesregierung entscheide über mögliche Maßnahmen gegen die neue Corona-Welle, „wenn der Ausschuss von unabhängigen Sachverständigen am 30. Juni seine Stellungnahme mit der Evaluation der bisherigen Maßnahmen vorlegt“. Schulschließungen und Lockdowns werde es, jedenfalls mit dem Wissen von heute, in diesem Winter nicht geben, bekräftigte er gegenüber RP Online. Allerdings ist Buschmann generell gegen harte Corona-Maßnahmen. Was Politiker von SPD und Grüne zu weiteren, härteren Maßnahmen sagen, bleibt abzuwarten.

Corona-Welle im Sommer und Herbst wegen Omikron BA.5: Einführung der neuen Maskenpflicht „O bis O“

Was uns im Herbst an Maßnahmen erwartet, werden wir also Ende Juni erfahren. Fest steht schon jetzt: Für den Herbst erwägt die Bundesregierung ab Oktober die Einführung einer neuen Maskenpflicht namens „O bis O“. Und was bedeutet das?

Wie die Zeitung Welt am Sonntag aus Regierungskreisen erfahren hat, setzt sich ein Teil der Ampelregierung für die sogenannte „O bis O“-Regel bei der Maskenpflicht von Oktober bis Ostern ein – deswegen „O bis O“.

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen | dpa

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