Studie aus Großbritannien
Long Covid: Großteil der Klinik-Patienten auch ein Jahr nach Corona-Infektion krank
Corona-Patienten, die einen schweren Verlauf aufweisen, haben oft mit Long Covid zu kämpfen. Dies hat nun eine Studie aus Großbritannien ergeben.
Berlin/London – Wer sich mit Corona infiziert, muss nicht immer das Schlimmste befürchten. Oftmals ähneln die Symptome einer Erkältung, so verhält es sich beispielsweise bei einer Omikron-Infektion. Auf die leichte Schulter genommen werden darf die Infektion aber auch nicht. Denn eine Studie aus Großbritannien hat nun ergeben, dass sich viele Corona-Patienten mit einem schweren Verlauf nach einer Corona-Infektion oft mit Long Covid konfrontiert sehen.
Corona-Infektion: Großteil der Klinik-Patienten von Long Covid betroffen – Ergebnis einer britischen Studie
Corona-Infektionen sind durch die Ausbreitung vom Omikron BA.1 und der Sublinie Omikron BA.2 schwer zu vermeiden. Vor allem die Omikron-Unterform BA.2 überträgt sich noch schneller und einfacher auf den menschlichen Körper, als es beim Urtypen der Fall gewesen ist. Wer sich mit Corona infiziert, möglicherweise nicht geimpft ist und generell unter einer Immunschwäche leidet, muss mit schweren gesundheitlichen Folgen wie Long Covid rechnen.
Und nur wenige Menschen, die aufgrund einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden müssen, können sich bereits innerhalb eines Jahres vollständig von ihrer Erkrankung erholen. Das ist ein Ergebnis einer britischen Studie, die in der Fachzeitschrift „Lancet Respiratory Medicine Journal“ veröffentlicht wurde.
Long Covid betrifft Frauen mehr als Männer – Übergewichtige und beatmete Patienten mit geringeren Genesungschancen
Wie es von „ntv.de“ heißt, würden sich Frauen weniger häufig von einer Corona-Infektion und gesundheitlichen Folgen wie Long Covid erholen als Männer. Deutlich schlechtere Genesungschancen hätten zudem Übergewichtige und Patienten, die beatmet werden müssen.
Im Rahmen der Studie aus Großbritannien wurde der Gesundheitszustand von Menschen untersucht, die zwischen März 2020 und April 2021 aus insgesamt 39 britischen Krankenhäusern entlassen wurden. Anschließend wurde deren Erholung nach einer Corona-Infektion bewertet. Einmal fünf Monate später, einmal ein Jahr später.
Long Covid nach einer Corona-Infektion: Genesung kann länger als ein Jahr dauern
Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie hinsichtlich einer Corona-Infektion und daraus resultierenden Long-Covid-Symptomen: nur 26 Prozent der Patienten gaben an, bereits nach fünf Monaten wieder vollständig genesen zu sein. Und ein Jahr nach der Entlassung aus dem Krankenhaus belief sich der Anteil auch nur auf 28,9 Prozent.
Wenige als ein Drittel der Corona-Patienten konnten nach einem Jahr also davon sprechen, wieder vollständig genesen zu sein und nicht mehr unter Long Covid zu leiden. Im Gegenteil: Oftmals hätten sie noch unter den Langzeitfolgen einer Corona-Infektion gelitten, wozu auch Blutgerinnsel zählen und deren anhaltende Symptome sich generell in verschiedenster Art und Weise äußern.
Long-Covid-Symptome nach einer Corona Infektion: Müdigkeit, Muskelschmerzen, Kurzatmigkeit
Die häufigsten Long-Covid-Symptome, die im Rahmen der britischen Studie festgehalten wurden, waren dabei folgende Anzeichen: Müdigkeit, Muskelschmerzen, schlechter Schlaf sowie Kurzatmigkeit. Hieran muss aber nicht zwangsläufig immer Omikron Schuld sein. Denn auch eine aktuelle Virenwelle in Deutschland „verläuft nicht ohne Kollateralschäden“.
„Ohne wirksame Behandlungen könnte Langzeit-Covid zu einer weit verbreiteten neuen Langzeiterkrankung werden“, heißt es in diesem Kontext von Christopher Brightling, Co-Autor der Studie und an der Universität Leicester tätig.
Long Covid: Symptome für Langzeitfolgen nach der Corona-Infektion
- Muskelschmerzen
- Müdigkeit
- schlechter Schlaf
- Kurzatmigkeit
- kognitive Beeinträchtigungen wie Gehirnnebel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- depressive Verstimmungen
Neues Long-Covid-Symptom? Corona infiziert die Augen und könnte die Netzhaut zerstören
Ein weiteres Symptom für Long Covid, welches ein der führenden Spezialistinnen auf dem Gebiet im Gespräch mit kreiszeitung.de als „neue Volkskrankheit“ bezeichnete, könnte eine weitere Studie aus Deutschland aufgedeckt haben. Demnach soll sich das Coronavirus in Netzhautzellen vermehrt haben.
Die Auswertung des Datensatzes der Studie gab Grund zur Annahme, dass sogenannte Long-Covid-Symptome degenerative Erkrankungen der Netzhaut einschließen könnten. Diese Entdeckung schließt die Möglichkeit also nicht aus, dass eine Corona-Infektion dem Auge Schaden zufügen könnte.
Long Covid kann lange anhalten – Wert von Boosterimpfung wird durch Studienergebnisse unterstrichen
Corona-Patienten mit schweren Verläufen leiden oftmals noch nach über einem Jahr unter Long Covid. Dies verdeutlicht aber auch, wie wichtig es ist, sich gegen das Virus impfen zu lassen. Studien haben bereits ergeben, dass Corona-Impfungen nur in den seltensten Fällen vor einer Infektion schützen können.
Die häufigsten Long-Covid-Symptome ein Jahr nach Corona-Infektion
- Fatigue (60 Prozent)
- Muskelschmerzen (54 Prozent)
- körperliche Verlangsamung (52 Prozent)
- schlechter Schlaf (52 Prozent)
- Atemnot (51 Prozent)
- Gelenkschmerzen und Schwellungen (47 Prozent)
- verlangsamtes Denken (46 Prozent)
- Schmerzen (46 Prozent)
- Verlust des Kurzzeitgedächtnisses (44 Prozent)
- Gliederschwäche (41 Prozent)
Dafür können aber vor allem Boosterimpfungen das Risiko von schweren Verläufen bis hin zu Long Covid verringern. Wissenschaftliche Erkenntnisse, die gerade mit Blick auf die Schwere von Long-Covid-Symptomen die Ängste und Hemmungen von der Spritze gegen Corona nehmen sollten.