Hohe Corona-Zahlen
Mediziner warnen vor Masken-Aus – wegen rasantem Vormarsch von Omikron
Am 20. März fallen bundesweit viele Corona-Beschränkungen. Die Maskenpflicht soll nur noch in bestimmten Bereichen gelten. Doch Experten warnen vor Omikron.
Berlin – Die Corona-Variante Omikron breitet sich weiter rasant aus. Am Samstag, 12. März 2022, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 237.086 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Deutschland registriert. Zudem sind 249 weitere Menschen an oder mit Corona gestorben. Deswegen schlagen Mediziner mit Hinblick auf die geplante Streichung der Maskenpflicht in den meisten Innenräumen Alarm.
Omikron sorgt für mehr als 230.000 Corona-Neuinfektionen – Wegfall der Maskenpflicht dennoch vertretbar?
„Es wäre ein Fehler, dieses Mittel ohne Not aus der Hand zu geben“, zitiert die dpa Gernot Marx, Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung Divi. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft können viele Kliniken bereits keine neuen Kranken mehr aufnehmen. Und Bundesländer wie Bayern und Nordrhein-Westfalen hatte bereits Nachbesserungen an den Öffnungsplänen gefordert.
Nach Einschätzung der neu formierten Bundesregierung um Kanzler Olaf Scholz (SPD) wird die wachsende Omikron-Welle vor allem durch die ansteckendere Variante BA.2 getrieben. Sollte nicht genug gegengesteuert werden, würden auch die Totenzahlen steigen. Davor warnt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).
Viele Corona-Maßnahmen fallen ab 20. März weg – doch sollte „die Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen beibehalten“ werden
Auch deswegen verweist Divi-Präsident Gernot Marx auf den Sinn von Schutzmasken, mit denen man sich und andere effektiv schützen könne:
Die Länder sollten deswegen in jedem Fall auch nach dem 20. März die Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen beibehalten.
Erst am Freitag, 11. März 2022, hatte Lauterbach die von ihm und Justizminister Marco Buschmann (FDP) formulierten Vorschläge für ein geändertes Infektionsschutzgesetz verteidigt. Denn gemäß eines Bund-Länder-Beschlusses, der im Rahmen einer Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) Mitte Februar getätigt wurde, sollen ab 20. März die meisten Corona-Maßnahmen enden.
Corona-Basisschutz kommt zum Tragen: Testpflicht in Heimen und Schulen bleibt bestehen, Maskenpflicht in Pflegeheimen und im Nahverkehr
Dann soll bundesweit nur noch ein Corona-Basisschutz möglich sein. Dieser gestaltet sich wie folgt: die Pflicht zum Tragen einer Maske bleibt in Pflegeheimen und Kliniken, wo ab 16. März die einrichtungsbezogene Impfpflicht greift, sowie im Nahverkehr erhalten.
Darüber hinaus bleiben Corona-Testpflichten in Heimen und Schulen bestehen. Die Maskenpflicht soll in ganz Deutschland aber auch in Fernzügen und Flugzeugen bleiben. Zudem ist geplant, dass schärfere Corona-Auflagen dort verhängt werden, wo sich die Pandemie-Situation zuspitzt. In diesem Fall ist von Maskenpflichten, Abstandsgeboten, Hygienekonzepten sowie Impf-, Genesenen- oder Testnachweisen, also die Einführung von 3G, 2G und 2G-Plus, die Rede.
„Bund muss wirklich nachbessern“: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) fordert Regierung zum Corona-Umdenken auf
Hierfür muss sich das jeweilige Landesparlament aber vorher genau mit der konkreten Corona-Situation beschäftigt haben. Die Pläne wurden von Lauterbach bereits als rechtssicher verteidigt. Im nächsten Schritt hatte der Bundesgesundheitsminister die Länder dazu aufgefordert, auf Basis des geplanten neuen Bundesgesetzes das weitere Möglichmachen von Schutzmaßnahmen in ihrem jeweiligen Land vorzubereiten.
Der Bund muss wirklich nachbessern und sollte die Maßnahmen bundesweit noch einmal um zwei oder drei Monate verlängern und die Verantwortung jetzt nicht an die Länder abwälzen, während sich die Infektionslage verschlimmert.
Zudem fügt Holetschek Folgendes im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ an: „Sollte das Gesetz so kommen, manövrieren wir in einer sehr kritischen Phase der Pandemie in eine politische Handlungsunfähigkeit“. Denn aus Basis des Gesetzentwurfs könnten die Länder zeitnah nicht autark handeln und eigene Regelungen treffen.
Bund und Länder beraten am 17. März erneut über Corona-Lage und weiteres Pandemie-Vorgehen
Holetschek, aber auch Divi-Präsident Gernot Marx stehen mit ihrer Kritik an den Lockerungsplänen vom Bund nicht allein auf weiter Flur. Beispielsweise hatte schon Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) vor einem entstehenden Flickenteppich an Corona-Regeln gewarnt.
Die Corona-Öffnungspläne der Regierung wurden aber auch schon von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und dessen Kollegen in Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), kritisiert. Über die weitere Lage wollen Bund und Länder nun am Donnerstag, 17. März, beraten. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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