Gesundheitscheck
Stoffwechselstörung: Was hat es damit auf sich und wie erkennt man sie?
Wer mit hartnäckigen Kilos kämpft, ständig müde ist oder unter Konzentrationsproblemen leidet, hat möglicherweise einen schwachen Stoffwechsel. Woran es liegt, dass er durcheinander gerät und wie man Stoffwechselprobleme in den Griff bekommen kann.
Berlin – Man hört es oft in Gesprächen, dass jemand einen „schnellen“ oder „langsamen“ Stoffwechsel hat. Meist geht es dabei um das Körpergewicht. So können die einen essen, was sie wollen und nehmen nicht zu. Die anderen kämpfen mit überflüssigen Pfunden, obwohl sie ständig auf ihre Kalorienzufuhr achten. Dazu kommt oft Dauermüdigkeit und Abgeschlagenheit.
Doch was hat es mit dem Stoffwechsel eigentlich genau auf sich und wie arbeitet er? Und an welchen Anzeichen merkt man, dass möglicherweise etwas nicht stimmt mit dem Metabolismus?
Stoffwechsel verarbeitet die Energie aus der Nahrung – doch bei manchen Menschen ist dieser Prozess weniger effizient
Stoffwechsel und Verdauung hängen laut gesund.bund.de, einem Service des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), sehr eng zusammen. Ihre gemeinsame Aufgabe ist die Bereitstellung und Verarbeitung von Energie und Baustoffen sowie der Abtransport von Endprodukten. Beim Stoffwechsel handelt es sich also um einen ständig aktiven Prozess im Körper, der Energie aus der Nahrung einspeichert oder herstellt sowie die Teile der Nahrung, die nicht verwertet werden können, über das Verdauungssystem wieder heraustransportiert.
Proteine, Fette und Kohlehydrate werden dabei in ihre Einzelteile zerlegt und in Muskeln, Leber oder Fett eingelagert. Bei manchen läuft dieser Prozess „schneller“ ab, bei anderen „langsamer“, wobei es passender wäre, von einem „effizienteren“ beziehungsweise „ineffizienteren“ Stoffwechsel zu sprechen.
Bei einem langsamen Stoffwechsel kann der Körper die Energie aus der Nahrung schlechter verwerten
Bei einem weniger effizienten Stoffwechsel kann der Körper die Kalorien aus der Nahrung schlechter verwerten. Ihm steht damit auch weniger Energie zur Verfügung. Das beeinträchtigt wiederum die Funktionsweise verschiedener anderer Prozesse im Körper, unter anderem kann das Immunsystem schlechter arbeiten, aber auch Regeneration, Kraft, Ausdauer oder kognitive Leistungsfähigkeit können weniger stark ausgeprägt sein.
Eine Stoffwechselstörung macht sich häufig über verschiedene Symptome bemerkbar, die jedoch recht unspezifisch sein können und auch andere Ursachen haben können. Treten derartige Beschwerden auf, sollte dies immer unbedingt ärztlich abgeklärt werden.
Diäten oftmals Ursache für einen dauerhaft gestörten Stoffwechsel – Körper ist dann im Energiesparmodus
Ein gestörter Stoffwechsel kann genetisch bedingt sein, aber auch durch häufige Diäten ausgelöst werden, wie die Metabolismus-Experten von digestio.de erklären. Bei einer Diät wird die Kalorienzufuhr über einen gewissen Zeitraum stark heruntergefahren. Die Gefahr dabei ist, dass der Körper nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird.
Besteht diese Unterversorgung dauerhaft, geht der Organismus schließlich in eine Art permanenten „Energiesparmodus“ über, sodass er zugeführte Kohlehydrate in der Folge schlechter beziehungsweise langsamer verwertet. Aber auch chronischer Stress, Schlafmangel oder falsche Ernährung können zu einem gestörten Stoffwechsel führen.
An diesen Symptomen erkannt man einen ineffizient arbeitenden Stoffwechsel
An diesen Symptomen merkt man, dass der eigene Metabolismus möglicherweise nicht effizient genug arbeitet:
- Dauerhafte Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Ständiges Frieren
- Haarausfall und trockene Haut
- Gewichtsschwankungen, hartnäckige Pfunde und Konzentrationsprobleme
Im Folgenden werden die Symptome, die auf einen ineffizient arbeitenden Stoffwechsel hindeuten, genauer erläutert.
Dauerhafte Müdigkeit und Abgeschlagenheit als Symptome einer Stoffwechselstörung
Wer bereits am Morgen wie erschlagen aufwacht, sich dann nur so durch den Tag schleppt, ohne richtig wach zu werden, könnte unter einem gestörten Stoffwechsel leiden. Der Körper kämpft sozusagen dauerhaft gegen den Energiemangel an – nichts scheint dagegen zu helfen. Doch es gibt Abhilfe: Als bestes Mittel gegen Dauermüdigkeit hat sich Bewegung erwiesen. Schon ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft oder zehn bis 15 Minuten Gymnastik, zum Beispiel Yoga oder ein paar Kniebeugen, können den Stoffwechsel anregen und den Organismus wieder in Schwung bringen.
Regelmäßige Bewegung hilft auch dabei, abends besser zu entspannen und Schlafstörungen entgegenzuwirken, was sich wiederum positiv auf den Metabolismus und das allgemeine Wohlbefinden auswirkt. Auch wenn man dauerhaft deutlich mehr als acht Stunden schläft, ist das ein Zeichen, dass der Körper möglicherweise unter Energie- und Nährstoffmangel leidet.
Auch ständiges Frieren kann auf eine Stoffwechselstörung hindeuten
Bei Minustemperaturen und nasskaltem Wetter frieren wohl die meisten Menschen. Doch es gibt auch die sogenannten „Frostbeulen“. Also diejenigen, denen immer kalt ist, auch im Sommer, wenn die Sonne scheint. Besonders Hände und Füße sind davon betroffen. Hierbei handelt es sich um ein Warnsignal des Körpers. Wärme zu produzieren, ist eine lebenswichtige Körperfunktion. Doch wenn der Organismus auf Sparflamme läuft, ist diese gestört. Die Körpertemperatur aufrecht zu halten, gehört dann nicht mehr zu den obersten Prioritäten des Körpers, da ihm dafür nicht genügend Energie zur Verfügung steht.
Auch hier kann man am besten mit Bewegung entgegenwirken. Eine Runde flottes Gehen oder Joggen bringt die Durchblutung in Schwung, sodass einem schnell warm wird. Das Aufraffen ist oft der schwierigste Schritt daran. Ist man erst einmal losgelaufen, merkt man schnell die positiven Effekte der Bewegung. Anschließend fühlt man sich meist entspannt und energetisiert zugleich und hat seinen Stoffwechsel angekurbelt.
Haarausfall und trockene Haut als Folge einer Stoffwechselstörung
Wenn der Körper mit Energie- und Nährstoffmangel zu tun hat, weil der Stoffwechsel auf Sparflamme läuft, wird auch die Haut nicht mehr ausreichend versorgt. Das gilt auch für die Kopfhaut, weshalb auch die Haare betroffen sind. Trockene Haut tritt im Winter durch die Heizungsluft zwar recht häufig auf. Wenn sie aber besonders rau und feuchtigkeitsarm ist, dann kann das auch die Folge eines schwachen Stoffwechsels sein.
Ist auch die Kopfhaut sehr trocken, werden die Haarwurzeln nicht mehr ausreichend versorgt. In der Folge kann es zu brüchigem Haar oder sogar zu Haarausfall kommen. Um die Haut besser zu durchfeuchten, sollte man auf eine möglichst hohe Flüssigkeitszufuhr achten. Empfohlen wird das Trinken von täglich circa zwei Litern Wasser. Zuckerhaltige Getränke sollte man möglichst vermeiden, denn diese wirken sich schlecht auf den Energiehaushalt aus und können Diabetes und andere Erkrankungen verursachen.
Stoffwechselstörung äußert sich auch in Gewichtsschwankungen, hartnäckigen Pfunde und Konzentrationsproblemen
Auch Verdauungsprobleme können ein Zeichen sein, dass mit dem Stoffwechsel etwas nicht stimmt. Wenn die Darmtätigkeit gestört ist, nimmt der Körper ebenfalls weniger Kalorien auf und verfügt damit über weniger Energie. Es kann dadurch zu unbeabsichtigten Veränderungen des Körpergewichts kommen. Man nimmt mit einem Mal und ohne spezifischen Grund ab oder legt an Gewicht zu, obwohl man an seiner Ernährung nichts verändert hat, oder die Kilos wollen einfach nicht purzeln. Hier kann unter Umständen eine Stoffwechselerkrankung vorliegen, beispielsweise eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion.
Wenn der Organismus auf Sparflamme arbeitet, kann es auch zu Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit und zu Konzentrationsproblemen kommen. Solche Beschwerden können aber auch andere organische oder psychische Ursachen haben und gehören daher in die Hände eines Mediziners oder einer Medizinerin.
Das kann man tun, um den Stoffwechsel in Schwung zu bringen
Wenn andere körperliche Auslöser ausgeschlossen wurden und die Symptome und Beeinträchtigungen tatsächlich von einem schwachen Stoffwechsel hervorgerufen werden, gibt es ein paar grundsätzliche Verhaltensregeln, die für ein verbessertes Wohlbefinden sorgen. So lässt sich prinzipiell sagen, dass sich regelmäßige Bewegung und ein angemessenes Sportprogramm immer positiv auswirken, auch auf andere Erkrankungen und Beschwerden.
Auch den Stoffwechsel kann man so am gezieltesten in Schwung bringen. Es müssen gar keine komplizierten Sportarten sein, schon eine Runde Joggen um den Block, ein kurzes YouTube-Workout oder eine Yoga-Einheit heizen dem Organismus ein und sorgen darüber hinaus für Entspannung.
Stoffwechsel auf Vordermann bringen: Ausreichend Schlaf und nährstoffreiche Ernährung wichtig
Ebenso hat sich bewährt, seinen Körper über die Ernährung mit möglichst nährstoffreicher Kost zu versorgen, um den Stoffwechsel auf Trab zu bringen. Mit ausreichend Vitaminen, Mineralien und Proteinen kann der Organismus gut und effizient arbeiten. Das wirkt sich auch positiv auf das Immunsystem aus und regt die Leistungsfähigkeit an. Guter und gesunder Schlaf ist ebenfalls ein wichtiger Baustein für das Wohlbefinden und einen gut funktionierenden Metabolismus.
Möglichst viel an die frische Luft gehen hilft bei einem schwachen Metabolismus
Pro Nacht sollte man möglichst sechs bis acht Stunden schlafen. Dabei ist auch die Qualität des Schlafs entscheidend. Diese lässt sich mit ein paar einfachen Mitteln bereits erheblich verbessern, sodass man sich tagsüber erholter fühlt. Auch Bewegung an der frischen Luft hilft, um besser und schneller schlafen zu können. Und ist damit auch dem Stoffwechsel dienlich.
Außerdem tankt man seine Vitamin-D-Reserven auf, wenn man sich draußen bewegt, was das Wohlbefinden ebenfalls steigert. Das gilt sogar, wenn die Sonne nicht scheint. Auch ein bedeckter Himmel kurbelt die Vitamin-D-Produktion an. Und besagter Nährstoff, also Vitamin D, soll sogar gegen Diabetes helfen können.
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