Vollmonde beobachten

„Blue Moon“ und „Supermond“ im August: Wann sie am Himmel zu sehen sind

Zum Start in den August zeigt sich ein „Supermond“. Doch auch auf das Ende des Monats können sich Fans des Erdtrabanten freuen: Es gibt einen „Blue Moon“.

Berlin – Die Sterne und den Mond beobachten: Für viele Menschen übt der Weltraum mit all seinen Himmelsphänomenen eine große Faszination aus. Und auch im August 2023 kommen Mondfans auf ihre Kosten. Denn: Durch seine elliptische Umlaufbahn kommt der Mond der Erde an manchen Tagen näher als an anderen. Ein solcher Tag, an dem der Mond der Erde besonders nah sein wird, ist direkt der 1. August. Aber auch zum Monatsende steht mit dem „Blue Moon“ ein Highlight an. Aber wann kann man den „Supermond“ am 1. August 2023 genau beobachten?

„Supermond“ und „Blue Moon“ im August 2023: So können die Ereignisse beobachtet werden

Der Mond zeigt sich etwa alle 28 Tage als Vollmond, mitunter kommt er der Erde zu dieser Zeit besonders nahe. Im Volksmund wird das Himmelsphänomen als „Supermond“ beschrieben, da der Trabant deutlich größer erscheint. Der August 2023 bringt dabei gleich zwei Zeiträume, in denen die spektakuläre Größe des Vollmonds am Himmel bewundert werden kann – solange das Wetter in den jeweiligen Nächten mitspielt. Der Vollmond ist in der Nacht vom 1. August knapp 357.500 Kilometer von der Erde entfernt und kommt ihr damit deutlich näher. Die durchschnittliche Entfernung zwischen den beiden Körpern beträgt sonst über 384.000 Kilometer.

Durch die größere Nähe zur Erde erscheint der Vollmond größer und es ist von einem Supermond die Rede. (Archivbild)

Vollmond im August 2023: Wann Supermond und Blue Moon am Himmel zu sehen sind

Datum Entfernung
1. August 2023, 20.32 Uhr357.500 Kilometer
31. August 2023, 3.36 Uhr\t357.300 Kilometer

Was Fans des Monds freuen wird: Auch am 31. August wird wieder ein Vollmond am Himmel zu sehen sein – dieses Mal als sogenannter Blue Moon. In der Nacht des letzten Tags des Monats kommt der Erdtrabant nochmal zweihundert Kilometer näher und wird damit der optisch größte Vollmond des Jahres sein. Doch wann ist der Vollmond im August 2023 als Supermond heute zu sehen?

Vollmond 2023: Wann der Supermond am Himmel zu sehen ist

Jedes Jahr gibt es sogenannte Supermonde, die auch in Deutschland zu sehen sind. Die astronomische Jahresvorschau 2023 zeigte bereits zu Beginn des Jahres, dass Sternschnuppen, Planeten und Mondfinsternis in diesem Jahr besonders gut beobachtet werden können. Während der Mond auch für die Raumfahrt 2023 ein Sehnsuchtsziel bleibt und Ziel von Missionen ist, erfreuen die sogenannten Supermonde regelmäßig Astro-Fans weltweit. Mitunter wird dem seltenen Himmelsphänomen nachgesagt, dass der Mond zu dieser Zeit größer ist, als normale Vollmonde. In Wahrheit ist der Größenunterschied allerdings kaum wahrnehmbar.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern. © Imago/MiS
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht. © Imago/Alan Dyer
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt. © Imago/Gottfried Czepluch
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist. © Imago/Riccardo Fabi
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller.
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller. © Imago/Pixsell
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot.
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot. © Imago/ANE Edition
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird.
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird. © imago/Silas Stein
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet.
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet. © Imago/Jon G. Fuller
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt.
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt. © Imago/imagebroker
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche.
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche. © imago/Deutzmann
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste.
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste. © imago/Nasa
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren.
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren. © Imago/UIG
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond.
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond. © imago
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa.
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa. © Imago/Cover-Images

Wenn der erste Vollmond im August 2023 am Himmel zu sehen ist, wird er aber deutlich heller strahlen. Ob das Himmelsereignis überhaupt beobachtet werden kann, ist ungewiss. In Deutschland spielt das Wetter zum Supermond 2023 ein unbeständiges Spiel. Wetterprognosen halten es aber für möglich, dass die Wolkendecken zum Abend aufklaren und einen Blick auf den Vollmond zulassen. Andere Namen für den Vollmond im August sind übrigens: Erntemond, Fruchtmond, Roter Mond oder Blitzmond.

Wie oft ist Vollmond 2023? Nicht nur der Supermond ist am Himmel zu sehen

Während am 1. August der erste Vollmond des Monats zu sehen ist, fragen sich einige Beobachter, wie oft der Vollmond im Jahr erstrahlt. Das ist von Jahr zu Jahr tatsächlich unterschiedlich. Da es 2022 zwölf Vollmonde und 13 Neumonde gab, sind in diesem Jahr 13 Vollmonde und zwölf Neumonde zu sehen. Folgend eine Übersicht über alle Vollmonde 2023:

  • Vollmond im Januar 2023: 07. Januar, 00:07 Uhr
  • Vollmond im Februar 2023: 05. Februar, 19:28 Uhr
  • Vollmond im März 2023: 07. März, 13:40 Uhr
  • Vollmond im April 2023: 06. April, 06:34 Uhr
  • Vollmond im Mai 2023: 05. Mai, 19:34 Uhr
  • Vollmond im Juni 2023: 04. Juni, 05:41 Uhr
  • Vollmond im Juli 2023: 03. Juli, 13:38 Uhr
  • Vollmond im August 2023: 01. August, 20:31 Uhr und 31. August, 03:35 Uhr
  • Vollmond im September 2023: 29. September, 11:57 Uhr
  • Vollmond im Oktober 2023: 28. Oktober, 22:24 Uhr
  • Vollmond im November 2023: 27. November, 10:16 Uhr
  • Vollmond im Dezember 2023: 27. Dezember, 01:33 Uhr

Warum der August 2023 zwei Vollmonde hat: Erklärung für „Blue Moon“ und Supermond

Dass der Mond im August 2023 gleich zweimal voll zu sehen sein wird, ist dabei eine Besonderheit. Wegen dieser wird das Himmelsereignis am 31. August auch „Blue Moon“ genannt. Grund für diese rein kalendarische Besonderheit sind die unterschiedlichen Längen von Monat und Mondphase. Den nächsten „Blue Moon“ gibt es dann am 31. Mai 2026.

Die große Nähe von Mond und Erde hat übrigens auch Auswirkungen auf das Leben in Deutschland. Abgesehen von dem Ereignis am Himmel kann die Mondnähe an den Küsten zu Springfluten führen. Dabei fällt der Gezeitenhub an der Nordsee deutlich größer aus. (fbu)

Rubriklistenbild: © Thomas Lindemann/dpa

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