Jahr 2023

Die astronomische Jahresvorschau 2023: Sternschnuppen, Planeten und Mondfinsternis

Partielle Sonnenfinsternis Symbolfoto
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Eine partielle Sonnenfinsternis am abendlichen Himmel.

Der Blick in den Himmel lohnt sich auch 2023. Es gibt einige astronomische Ereignisse wie Sternschnuppen, partielle Mondfinsternisse und der Lauf der Planeten. Carolin Liefke vom Haus der Astronomie hat mit kreiszeitung.de über die astronomischen Highlights in 2023 gesprochen. 

Berlin – Das neue Jahr beginnt direkt mit zwei astronomischen Ereignissen. Die Erde steht am 4. Januar 2023 im Perihel zur Sonne – also an ihrem sonnennächsten Punkt bei ihrer Wanderung um unseren Heimatstern – und die Sternschnuppen der Quadrantiden finden in derselben Nacht ihren Höhepunkt.

Bei dem ersten Meteorstrom in 2023 gibt es aber ein Problem. „Die Quadrantiden fallen direkt zu Jahresbeginn unmittelbaren auf die Vollmondzeit. Das heißt: Selbst wenn die Quadrantiden zu den Sternschnuppen-starken Meteorströmen gehören, die meisten Sternschnuppen sind am hellen Himmel nicht sichtbar“, erklärt die Astronomin Carolin Liefke vom Haus der Astronomie von der Max-Planck-Gesellschaft, der Klaus Tschira Stiftung und der Universität und Stadt Heidelberg gegenüber kreiszeitung.de.

Sternschnuppen auf die man sich 2023 freuen kann: Die Perseiden und Geminiden

Wer Sternschnuppen schauen mag, sollte besser auf die Perseiden und Geminiden warten, empfiehlt die Astronomin: „Die Perseiden sind auch über einen längeren Zeitraum zusehen. Ihr Maximum erreichen sie kurz vor Neumonde.“ Die Sternschnuppen der Perseiden zeigen sich zwischen dem 17. Juli und 24. August. Ihren Höhepunkt mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde erreichen sie in der Nacht zum 13. August 2023. 

Eine Sternschnuppe leuchtet neben der Milchstraße am Himmel über dem Walchensee.

Die Sternschnuppen der Geminiden sollen im neuen Jahr sogar besser zu beobachten sein als 2022. Sie zeigen sich zwischen dem 4. und 20. Dezember. Ihren Höhepunkt erreichen sie mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde am 14. Dezember 2023. Damit fallen sie in die Phase des abnehmenden Halbmondes (16. Dezember) und der Neumondphase (23. Dezember): „Die Geminiden dürften auf jeden Fall die besten Sternschnuppen sein, die uns da erwarten.“

Astronomisches Highlight 2023: Vorbeifliegender Komet

Bei Kometen ist es laut Liefke immer so eine Sache, denn sie sind unberechenbar. Der Komet ZTF (C/2022 E3) könnte im neuen Jahr interessant werden. Er soll sich am 1. Februar 2023 bis auf 42 Millionen Kilometer der Erde annähern. Der Mars nähert sich knapp alle 16 Jahre auf etwa 56 Millionen Kilometer der Erde an. Somit kommt ZTF der Erde näher als der rote Planet es ihr je sein wird. 

Eigentlich soll man den Kometen ZTF mit bloßem Auge erkennen können. Jedoch sieht es momentan danach aus, dass zur Beobachtung ein Fernglas benötigt wird. Somit ist ZTF eher etwas für Personen, die sich am Himmel auskennen und wissen, wohin sie schauen müssen.

Verdunkelter Himmel: Keine Sonnenfinsternis in Europa

In 2023 gibt es zwei Sonnenfinsternisse. Leider ist die totale Sonnenfinsternis vom 20. April 2023 nur in Australien, am Pazifik, dem Indischen Ozean, der Antarktis und in Süd- und Ostasien zu sehen. 

Bei der ringförmigen Sonnenfinsternis vom 14. Oktober ist es nicht anders. Diese ist im Westen von Afrika, Nord- und Südamerika, im Pazifik, Atlantik und der Arktis sichtbar. „Die Leute freuen sich im Zweifelsfalle eher auf die totale Sonnenfinsternis in 2024. Die ist am 8. April 2024 über den USA und Mexiko zu sehen“, sagt Liefke. 

Astronomietag 2023 und Mondfinsternissen in einer Nacht

Anders sieht es mit den Mondfinsternissen am 5. Mai 2023 und 28. Oktober 2023 aus. Im Mai ist es eine Halbschatten-Mondfinsternis, bei der der Mond vom Halbschatten der Erde bedeckt wird. Die sichtbare Seite des Mondes bekommt somit immer noch einen Teil der Sonnenstrahlung ab. Bei der partiellen Mondfinsternis im Oktober trifft der Kernschatten der Erde auf einen kleinen Teil des Mondes. Es sollen gerade einmal sechs Prozent bedeckt werden. 

Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot.

Auf die zweite Mondfinsternis fällt der Astronomietag 2023. Da es ein Samstagabend ist, hat sich das laut der Astronomin angeboten. An diesem Abend zeigt sich unter anderem auch das Sommerdreieck am Nachthimmel. Es ist kein Sternbild, aber eine Konstellation aus Sternen, die aus den Sternbildern Schwan, Leier und Adler entstammen. Deren drei Hauptsterne Deneb, Wega und Atair bilden am Südwesthimmel das Sommerdreieck.

Planeten in 2023: Jupiter und Saturn besonders gut zu sehen

„Die Planeten ziehen am Himmel ihre gewöhnliche Show ab. Da sind in 2023 Jupiter und Saturn in der zweiten Jahreshälfte wieder unsere Top-Kandidaten“, sagt Liefke. Saturn zeigt sich über den ganzen Sommer hinweg am Nachthimmel – besonders schön im Spätsommer. Am 27. August 2023 steht Saturn in Opposition, somit steht die Erde sichtbar zwischen dem Ringplaneten und der Sonne: „Saturn ist dann die ganze Nacht zu sehen.“

Jupiter wird in 2023 als Herbstplanet besonders gut zu sehen sein. Und eine Planetenbedeckung wird es am 9. November 2023 geben. Der Mond wird sich dann vor die Venus schieben. Allerdings tagsüber, erklärt die Astronomin und führt fort: „Man sollte die Venus trotzdem mit einem Fernglas gut sehen können, weil sie auch tagsüber am Himmel zu sehen ist.“ Wer den Mond anvisiert, kann somit die Bedeckung erkennen.

Das ganze Jahr 2023 ist ja ein astronomisches Highlight

Abseits der Himmelsbeobachtungen freut sich Liefke besonders auf das Wissenschaftsjahr 2023 mit dem Thema „Unser Universum“. Es wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung begründet. Ein mobiles Planetarium wird beispielsweise durchs Land ziehen und an Orten, wo es sonst keine Sternwarten und Planetarien gibt, der Bevölkerung die Astronomie näher bringen. 

Zudem soll das Weltraumteleskop James Webb weitere Ergebnisse liefern. „Da sind wir längst noch nicht aus dem „was alles möglich ist“-Modus raus. Jetzt, wo man das Weltraumteleskop wirklich komplett nutzen kann und einfach mal zeigen kann: Hier, das geht eigentlich!“

Ein anderes Teleskop, auf das sich Liefke und die Astronomen-Welt freut, ist das Teleskop Vera Rubin auf dem El-Peñón-Gipfel (2.682 Meter über dem Meeresspiegel) des Cerro Pachón im nördlichen Chile. Das soll im letzten Quartal 2023 in den normalen wissenschaftlichen Betrieb übergehen: „Man wird dann mit einem Acht-Meter-Teleskop ständig im Rundumschlag den Himmel durchmustern. Das wird auch noch mal so einiges über den Haufen werfen, insbesondere was zum Beispiel die Suche nach Asteroiden angeht.“

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