Auch Haustiere sollten aufpassen
Tödliche Keime in der Ostsee: Diese Menschen sind beim Baden besonders stark gefährdet
Mit den steigenden Temperaturen wächst die Gefahr einer Infektion beim Baden in der Ostsee. Untersuchungen zeigen, dass sich eine Bakterienart ausbreitet.
Bremen/Rostock – In einigen Bundesländern haben die Sommerferien bereits begonnen. Da die Inflation in diesem Sommer die Preise für Flüge und Hotels in die Höhe treibt, müssen viele jedoch auf einen Urlaub in Kroatien, Italien oder Spanien verzichten. Wer dennoch ein paar Tage Erholung am Meer genießen möchte, fährt etwa an die Ostsee – mit dem 49-Ticket ist die Reise besonders günstig. Jüngste Untersuchungen haben nun allerdings gezeigt, dass beim Baden Vorsicht geboten ist: Es können sich gefährliche Keime im Wasser befinden.
Aktuelle Proben zeigen ein vermehrtes Aufkommen gefährlicher Bakterien, sogenannter Vibrionen
Regelmäßig untersucht das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) in Mecklenburg-Vorpommern im Labor die Wasserqualität an den knapp 500 offiziellen Badestellen innerhalb des Bundeslandes. Während bislang alle Proben auf eine sehr gute Wasserqualität hinwiesen, haben die letzten Proben ein beunruhigendes Ergebnis geliefert. Die Untersuchungen zeigten, dass sich in der Ostsee vermehrt Vibrionen befinden.
| Vibrionen: | Stäbchenförmige Bakterien |
|---|---|
| Vorkommen: | In Süß- und Salzwasser, vor allem bei warmen Temperaturen |
| Symptome einer Infektion: | Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Blutvergiftung |
| Quelle: Robert Koch-Institut (RKI) |
„Tausende Menschen werden auch in diesem Jahr das Schwimmen und Planschen in unserem Bundesland genießen“, schreibt das LAGuS in einer Mitteilung. Was an sich erstmal erfreulich klingt, kann jedoch zur großen Gefahr werden. Denn bei den nachgewiesenen Vibrionen handelt es sich um Bakterien, die bei Menschen schwere Infektionen verursachen können.
Keime in der Ostsee können durch Verletzungen an der Haut in den Körper gelangen
Die Bakterien kommen sowohl in Süß- als auch Salzwasser vor. Sie vermehren sich vor allem in warmem Wasser ab einer Temperatur über 20 Grad, wie das Robert Koch-Institut (RKI) informiert. Im Sommer kann auch die Ostsee zum optimalen Lebensraum für die Keime werden.
Vibrionen können durch Verletzungen an der Haut in den Körper gelangen und eine Infektion hervorrufen, erklärt das RKI weiter. Starke Schmerzen an der Wunde, Fieber, Schüttelfrost und eine Blutvergiftung können die Folgen der Infektion sein. Laut dem RKI seien in weiterer Folge „chirurgische Behandlungen bis hin zur Amputation von Gliedmaßen“ möglich. Im schlimmsten Fall kann die Infektion tödlich verlaufen.
Auch Haustiere können sich mit den Keimen in der Ostsee infizieren
Als besonders gefährdet gelten laut RKI immungeschwächte sowie ältere Menschen – sie sollten vor allem bei offenen Wunden auf das Baden in der Ostsee vorerst verzichten. Die Bakterien stellen dabei nicht nur eine Gefahr für Menschen, sondern auch für Haustiere dar, wie ein Hundebesitzer schmerzlich feststellen musste.
Nach Angaben des Landesamtes in Mecklenburg-Vorpommern gab es in diesem Jahr noch keine Vibrionen-Infektion. Seit März 2020 gilt in Deutschland eine namentliche Meldepflicht für alle Infektionen mit den gefährlichen Bakterien. Wer statt im Meer vorzugsweise in Seen badet, sollte ebenfalls vorsichtig sein: Die steigenden Temperaturen führen auch zu einer Anhäufung von Blaualgen und weißem Phosphor in Badegewässern. (tt)
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