Inzidenz im Vereinigten Königreich
Corona in Großbritannien: Nach Festival explodiert Inzidenz in Cornwall
Die Corona-Inzidenzzahlen in Großbritannien sind zum Teil so hoch wie nie zuvor. Es wird befürchtet, dass der Schulbeginn in England sie noch mehr ansteigen lässt.
London (England) – Die Corona-Lage in Großbritannien ist nach wie vor ernst und äußerst prekär. Am Dienstag, 31. August 2021, wird vermeldet, dass sich die Inzidenz im Vereinigten Königreich auf 342,7 beläuft. Insgesamt ist das Coronavirus im Vereinigten Königreich bisher für 132.808 Todesfälle verantwortlich. Nicht ausgeschlossen, dass die Inzidenzzahlen in Großbritannien weiter rapide ansteigen – denn die Schule ist aus ihrem Sommerschlaf zurück.
| Land in Europa: | Vereinigtes Königreich |
| Hauptstadt: | London |
| Vorwahl: | +44 |
| ISO-Code: | GBR |
| Fläche: | 242.495 km² |
| Bevölkerung: | 66,65 Millionen (2019) |
| Premierminister: | Boris Johnson |
| Währung: | Pfund Sterling |
Coronavirus in Großbritannien: Zahlen steigen unaufhaltsam an – in England startet die Schule wieder
In der ersten September-Woche gehen die Sommerferien in England zu Ende. Tausende Schüler und Schülerinnen kommen also wieder auf engstem Raum zusammen. Das lässt Forscher aus Schottland befürchten, dass es zu neuen Corona-Infektionen in enormer Höhe kommen könnte.
Doch sind es nicht nur die Lehranstalten auf der Insel, denen in dieser Hinsicht eine tragende Rolle zukommt. Erst im Juli wurden in England sämtliche Corona-Einschränkungen abgeschafft, im August folgten Schottland, Wales und Nordirland. In England wurde dieser Schritt als „Freedom Day“ deklariert – der negative Folgen mit sich bringt.
Denn seitdem sieht sich Großbritannien mit scheinbar unaufhaltsam steigenden Corona-Zahlen konfrontiert. Ein Beispiel? Das englische Gesundheitsministerium verzeichnet täglich durchschnittlich 34.000 Neuinfektionen – und 112 Tote, verursacht durch das Virus.
Schottland hat den Alltag wieder – Corona-Zahlen steigen wieder
Das Beispiel Schottland sollte England eine Warnung sein. Die Schotten haben ihre Klassenzimmer bereits wieder für Kinder und Jugendliche geöffnet. Auch der Alltag im Arbeitsleben hat längst wieder begonnen. Das Resultat: die Corona-Zahlen schossen wieder in die Höhe. Ein Umstand, den Schottlands Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon als „besorgniserregende Entwicklung“ bezeichnet.
Da es nicht die Absicht sei, zu früheren Corona-Einschränkungen oder gar zu Lockdowns zurückzukehren, ermahnt Sturgeon, die Kontakt mit einer Coronavirus-infizierte Person hatte, die schottische Bevölkerung. Sie appelliert an die Vernunft der Schotten, weist auf dem gebotenen Abstand hin und empfiehlt Treffen im Freien. Vergebliche Liebesmüh oder doch Worte, die Gehör finden? Die unmittelbare Zukunft wird es zeigen.
Inzidenz in Großbritannien: Corona-Neuinfektionen im Vereinigten Königreich sinken leicht
Derzeit kann von Entwarnung jedenfalls noch keine Rede sein. Immerhin sank die Inzidenz in Großbritannien leicht von 350 am Vortag auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von 342,7. Heißt konkret: 26.285 Corona-Neuinfektionen sind neu dazugekommen.
Ebenfalls hat das Vereinigte Königreich 48 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu beklagen, sodass die Todesfälle mit Sars-CoV-2 auf insgesamt 132.808 ansteigen. Diese Corona-Zahlen decken sich auch mit der gesamten Infektionsrate von 9,95 Prozent und einer Letalitätsrate von 1,96 Prozent.
Corona in Europa: Großbritannien hängt bei den Impfungen hinterher – sieben von zehn Erwachsene in der EU vollständig geimpft
Wahrend EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein wichtiges Ziel am frühen Vormittag für die Europäische Union (EU) verkündete, hinken die Briten im Kampf gegen das Coronavirus ein wenig hinter. Und das, obwohl bereits vor einiger Zeit in Großbritannien eine neue Corona-Mutante aufgetaucht ist.
Derweil verkündete die EU, dass ein wichtiges Etappenziel erreicht worden ist. Mittlerweile seien 70 Prozent der Erwachsenen in der EU vollständig geimpft.
Impfpolitik in Großbritannien: Noch zu große Zurückhaltung – nun sollen auch Minderjährige geimpft werden
Fakten und Klarheit schaffen will hingegen die Regierung Großbritanniens an sich schaffen. Die zunächst erfolgreich gestartete Impfkampagne im Vereinigten Königreich ist zuletzt gehörig ins Stocken geraten. Vor allem bei jungen Erwachsen bis 35 Jahren besteht nach wie vor große Skepsis gegenüber einer Impfung. Nur etwas mehr als zwei Drittel der rund 68 Millionen Einwohner Großbritanniens sind bisher geimpft.
Mittlerweile ist es das Vorhaben, auch Minderjährige zu impfen. Die Rede ist von einem gezielten Impfprogramm, das sich an die 2,5 Millionen Briten im Alter zwischen 12 und 15 Jahren richtet. Laut einer Studie aus den USA seien nur wenige Fälle leichter Herzmuskelentzündungen registriert worden. Die betroffenen Patienten seien rasch wieder genesen.
Eine Hoffnung, auf die England und wohl auch ganz Großbritannien setzt, damit der Schulanfang nicht zum Corona-Desaster ausartet. Als ein solches ist ein Musikfestival in Cornwall zu bezeichnen, das im August veranstaltet wurde.
Englands Corona-Hotspot: Musikfestival in Newquay lässt Inzidenz in Grafschaft Cornwall auf über 800 ansteigen
Rund 50.000 Menschen feierten in der Stadt Newquay ausgelassen zu Live-Musik. Das sollte jedoch ein gesundheitliches Nachspiel haben. Die Gesundheitsbehörden schätzen, dass mindestens 5000 Neuinfektionen in Verbindung mit dem Festival stehen. Mit einer Inzidenz von über 800 gilt die Grafschaft Cornwall längst als der Corona-Hotspot Englands.
Nicht zuletzt, da viele Menschen ihren Sommerurlaub dort verbracht haben – und eine Maskenpflicht grundsätzlich nicht mehr gegeben ist. Unterstützung erhält das arg gebeutelte Cornwall durch das britische Gesundheitsministerium. Die Behörde will Impf- und Testkapazitäten in den besonders betroffenen Gebieten weiter ausbauen.
Inzidenz in Cornwall explodiert: Beliebte Urlaubsregion „bittet die Leute, nicht zu kommen“
Es sind die eindringlichen Worte vom Tourismusverband „Visit Cornwall“, die den Ernst der Situation verdeutlichen. „Wir bitten die Leute, nicht zu kommen, es sei denn, sie haben im Voraus gebucht“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung.
Es wird aktiv dazu aufgerufen, die beliebte Urlaubsregion zu meiden – damit die Corona-Inzidenz zumindest langsam eingedämmt werden kann. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.