Kritik von Gastronomen
Niederlande schafft Abstands-Regel ab – und führt Corona-Pass für Gastronomie ein
Die Niederlande prescht vor und wagt einen gewaltigen Pandemie-Schritt zurück ins „normale“ Leben. Die Abstandsregel fällt. Was dies für Gastro und Kultur bedeutet.
Amsterdam – Nach rund 18 Monaten vollzieht die Niederlande einen großen Schritt in Richtung Normalität. Der gebotene Sicherheitsabstand von 1,5 Metern, den die Corona-Pandemie sonst unumgänglich gemacht hat, fällt dort ab Samstag, 25. September, weg. Wie die dpa berichtet, wurde dies von Ministerpräsident Mark Rutte offiziell am Dienstagabend, 14. September, verkündet.
| Land in Europa: | Niederlande |
| Hauptstadt: | Amsterdam |
| Vorwahl: | +31 |
| ISO-Code: | NLD |
| Bevölkerung: | 17,28 Millionen (2019) |
Niederlande schafft Abstands-Regel ab – und führt den Corona-Pass fürs öffentliche Leben ein
Zugleich wird aber auch ein sogenannter Corona-Pass für Gaststätten, Sportveranstaltungen sowie Kultur eingeführt. Besucher müssen mit diesem nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder getestet sind. Doch trotz der Abschaffung der Abstands-Regel mahnt Ministerpräsident Rutte weiterhin zur Vorsicht.
„Das ist nicht der Tag, an dem alles wieder so sein wird wie vor Corona, dafür gibt es noch zu viele Infektionen und werden noch zu viele Menschen in Krankenhäuser eingeliefert“, heißt es vom 54-Jährigen. Ihm zufolge würde die Unsicherheit über die Corona-Entwicklung im Herbst weiter groß bleiben.
Maskenpflicht bleibt in den Niederlanden bestehen – Clubs und Discos müssen bereits um Mitternacht schließen
Viele Maßnahmen, welche die Corona-Pandemie erforderlich macht, bleiben aber auch in den Niederlanden bestehen. Hierzu zählt beispielsweise die Maskenpflicht für Busse, Bahnen, Züge und auf Flughäfen. Zudem dürfen Clubs und Diskotheken zwar wieder öffnen, müssen jedoch wie Gaststätten auch bereits um Mitternacht wieder schließen.
Was aber bedeutet die Aufhebung der Abstands-Regel von 1,5 Metern eigentlich konkret für das öffentliche Leben? Ab dem 25. September können in den Niederlanden somit bei Konzerten, in Theatern, aber auch in Restaurants und Cafés mehr Besucher zugelassen werden. Jedoch immer nur unter der Voraussetzung, dass ein Corona-Pass vorgezeigt werden kann.
Kritik der niederländischen Gastwirte am Corona-Pass: Kontrollen seien nicht machbar und zu teuer
Erstmals seit dem Frühjahr 2020 sind sogar wieder Fußballspiele in vollen Stadien in den Niederlanden erlaubt. Doch gibt es auch Kritik an der Einführung des Corona-Passes. Diese kommt vor allen vonseiten der Gaststätten. Zahlreiche Gastwirte hätten bereits angekündigt, dass diese Kontrolle nicht machbar und schlichtweg zu teuer sei.
Geplant ist, dass Kommunen Geld bekommen, um extra Kontrollen zu finanzieren. Zudem erhofft sich die niederländische Regierung, durch den Corona-Pass die Impfquote zu erhöhen. Derzeit sind rund 63 Prozent der Niederländer vollständig geimpft. Zum Vergleich: In Deutschland beläuft sich dieser Wert auf 62,5 Prozent.
England feiert „Freedom Day“ und schafft Corona-Regeln ab – Dänemark trennt sich von der Maskenpflicht
Mit der Entscheidung, eine der lange geltenden Corona-Maßnahmen aufzuheben, sind die Niederlande aber nicht allein auf weiter Flur. In England sind bereits Mitte Juli mit einem Schlag fast alle Pandemie-Regeln weggefallen, allen voran die Maskenpflicht. Eine Maßnahme, die medienwirksam gar als „Freedom Day“ deklariert wurde.
Und auch Dänemark hat die Initiative ergriffen und die im skandinavischen Land geltenden Corona-Regeln abgeschafft. Die Beschränkungen zum Schutz gegen das Coronavirus wurden deswegen aufgehoben, da die dänische Regierung und vor allem das Gesundheitsministerium nicht mehr als „kritisch für die Gesellschaft“ bewertet. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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