Mein Hurricane 2019
Am Festival-Sonntag werden lose Enden zusammengeführt
Mein erstes Cure-Konzert habe ich in unmittelbarer Nähe der Bühne erlebt. Schon damals musste mir als Gerade-mal-Twen von einem Immer-noch-Teen anhören, dass ich wohl etwas zu alt sei für den Konsum der Band an vorderster Front.
Das war im November 1987 in der Düsseldorfer Phillipshalle (die Setlist gibt es hier). Etwas über 30 D-Mark habe ich seinerzeit im Vorverkauf für das Ticket berappt, zu Studienzeiten ein schmerzhafter Griff ins Portemonnaie.
Die Location in Düsseldorf-Oberbilk heißt schon längst nicht mehr Phillipshalle. Heute geht man in die Mitsubishi Electric Halle und zahlt dafür Preise, die man in den 1980er-Jahren ebenso wenig für möglich gehalten hätte wie die Umstellung auf den Euro. Doch über die irrationale Entwicklung der Ticketpreise möchte ich mich an dieser Stelle ausnahmsweise mal nicht auskotzen. Die gute Nachricht: The Cure sind immer noch The Cure. Und sie geben sich am Sonntag beim Hurricane-Festivals die Ehre.
Hurricane-Ticker: Alles News vom Festival im Blick
Mein letzter Auftritt bei diesem Open Air in Scheeßel liegt nun auch schon ein Weilchen zurück. Nicht so lange wie The Cure in Düsseldorf zwar, doch zehn Jahre sind seitdem wieder ins Land gezogen. Wenn ich mich recht erinnere, war ich nur am Samstag auf dem Gelände, um Bands wie Mars Volta, die Pixies, Social Distortion, Faith no more und Nick Cave zu genießen. Ein Line-up wie gemalt und auf mich zugeschnitten. Eine Nacht in der Zeltstadt war wohl nicht mehr dabei. Ich würde mich dran erinnern, ebenso wie mir diverse Übernachtungen - eher ohne als mit Schlaf - in den Jahren zuvor noch sehr präsent sind.
Nun gibt mir der Hurricane-Sonntag die Gelegenheit, The Cure in Scheeßel zu sehen. Fühlt sich an wie lose Enden, die man nach langer Zeit zusammenführt. Nicht mehr an vorderster Front natürlich, aber auch nicht mit dem Fernglas aus hundert Metern Entfernung. Dass danach die Foo Fighters spielen und vorher schon Sookee, The Streets und Interpol auf der Bühne stehen, ist auch nicht von Nachteil. Allein die rund 100 Euro für die Tageskarte stoßen übel auf. Aber über Ticketpreise wollte ich mich an dieser Stelle ja nicht auskotzen.
Info: Mein Hurricane 2019
Unter dem Slogan „Mein Hurricane 2019“ haben sich unsere Autoren im Vorfeld des Festivals Gedanken gemacht, was euch dieses Jahr interessieren könnte. Bands, Begegnungen, Anregungen - inhaltliche Vorgaben gab es nicht. Alle Texte unserer Serie gibt es hier:
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