Mähen bei Hitze

Das passiert, wenn Sie Ihre Rasenschnitthöhe im Sommer nie ändern

Person mäht Rasen im Sommer im Garten mit Rasenmäher
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Kurz oder lang? Eine Einheits-Schnitthöhe ist beim Rasenmähen im Sommer auf jeden Fall keine gute Idee.

In der Hitze bei über 30 Grad leidet auch der Rasen. Umso wichtiger ist es, jetzt bei der Pflege keine Fehler zu machen. Beim Rasenmähen zählt jeder Zentimeter.

Viele Gartenbesitzer machen es sich einfach und behalten das ganze Jahr über dieselbe Einstellung am Rasenmäher bei. Doch was im Frühling noch funktioniert, kann dem Rasen im Hochsommer massiv schaden. Die richtige Rasenschnitthöhe ist keine reine Formsache, sondern eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen, um das Gras gesund durch die heiße Jahreszeit zu bringen. Wer hier nicht handelt, riskiert die Gesundheit seines grünen Teppichs.

Rasen mähen im Sommer: Was passiert, wenn die Schnitthöhe falsch ist

Experten warnen davor, die Schnitthöhe nicht an die saisonalen Bedingungen anzupassen. Ein zu kurzer Schnitt, gerade in Hitzeperioden bei über 30 Grad Celsius, stresst den Rasen enorm und lädt Probleme geradezu ein. Die direkten Folgen sind:

  • Flachere Wurzeln: Das Gras bildet nur noch ein oberflächliches Wurzelwerk, was es anfälliger für Trockenheit macht.
  • Kahle, verbrannte Stellen: Ohne den Schutz längerer Halme prallt die Sonne direkt auf den Boden. Der Rasen verbrennt und stirbt stellenweise ab.
  • Verlust von Bodenfeuchtigkeit: Der Boden trocknet schneller aus, da die schattenspendende und kühlende Wirkung der Grashalme fehlt.
  • Fremdbewuchs: Sonnenlicht erreicht nun schlummernde Unkrautsamen im Boden, die zu keimen beginnen und das geschwächte Gras verdrängen. Zu kurzes Schneiden führt zur Einwanderung unerwünschter Gräser wie dem Einjährigen Rispengras (Poa annua).
  • Höhere Anfälligkeit für Krankheiten: Der geschwächte Rasen hat Pilzen und anderen Krankheiten weniger entgegenzusetzen.

Der optimale Sommerschnitt für einen gesunden Rasen

Als universelle Grundregel, die von fast allen Experten gepredigt wird, gilt die Ein-Drittel-Regel. Obwohl sie ganzjährig sinnvoll ist, ist sie im Sommer besonders kritisch, um den Rasen nicht zusätzlich zu schwächen: Schneiden Sie bei einem Mähvorgang niemals mehr als ein Drittel der aktuellen Grashöhe ab. Wächst der Rasen also auf 6 Zentimeter, mähen Sie ihn auf 4 Zentimeter herunter. Dies stellt sicher, dass die Gräser genügend Blattmasse für die Fotosynthese behalten und sich schnell vom Schnitt erholen.

Die ideale Schnitthöhe selbst ist jedoch nicht in Stein gemeißelt. Sie hängt stark von der Grassorte und den Witterungsbedingungen ab. Hier gibt es teils unterschiedliche Empfehlungen:

  • Für einen typischen Gebrauchsrasen empfiehlt die Deutsche Rasengesellschaft e. V. (DRG) für die gesamte Vegetationsperiode eine Schnitthöhe von 3 bis 4,5 Zentimetern, für Zierrasen 1,5 bis 2,5 Zentimeter.
  • Der Onlineratgeber Rasendoktor.de rät für besonders heiße und trockene Sommerphasen zu einer Schutz-Schnitthöhe von 5 bis 7 Zentimetern. So können die längeren Halme den Boden und die Wurzeln aktiv vor der Sonne schützen.
  • Wer es ganz genau wissen möchte: Das US-Magazin The Spruce rät explizit dazu, die Schnitthöhe auf die Gräserart anzupassen und beispielsweise für Schwingel-Gräser im Sommer zu erhöhen. Es empfiehlt für den hierzulande verbreiteten Rohrschwingel eine Sommer-Schnitthöhe von 7,5 bis 9 Zentimetern, für Rotschwingel 6 bis 7,5 Zentimeter.

Rasenpflege rund ums Jahr: Die wichtigsten Arbeiten von Säen bis Mähen

Ältere Frau harkt einen Rasen und bückt sich, um etwas aufzuheben.
Im Frühling sollte man den Rasen von Laub und kleinen Ästen befreien, damit er gut wachsen kann. © Petra Schneider/Imago
Ältere Frau mäht Rasen in ihrem Garten.
Beim ersten Mähen im März oder April sollte das Gras eine Wuchshöhe von etwa sieben Zentimetern haben. Gestutzt wird auf etwa vier bis fünf Zentimeter. © Petra Schneider/Imago
Vertikutierer auf Rasen mit Moos
Anfang April bis Mitte Mai, nach dem zweiten Mähen im Jahr: Das Moos muss raus und der Rasen belüftet werden, dafür sollte man ihn vertikutieren. © Zoonar/Imago
Unkraut in Eimer auf Rasen
Ab April sprießt auch das Unkraut. Wer es früh entfernt, hat später weniger Ärger damit. Regelmäßig im Jahr den Rasen untersuchen und Fremdwuchs tilgen. © Shotshop/Imago
Frau bestreut ihren Rasen mit Kalk.
Kalk ist angebracht, wenn der Boden zu sauer ist und sich viel Moos breit macht. © Redeleit/Imago
Mann liegt auf Wiese.
Auch eine wichtige Aufgabe: Zwischendrin mal alle Fünfe gerade sein lassen und auf dem Grün entspannen. © Westend61/Imago
Mann streut Dünger.
Mitte März bis Mitte April, nachdem sich der Kalk im Rasen aufgelöst hat und kurz bevor der nächste Regen naht, folgt die erste Düngergabe. © Zoonar/Imago
Ein Rasensprenger wässert einen Rasen vor einem Haus.
Das Wichtigste im Sommer: Rasen morgens und gegebenenfalls abends bewässern. Etwa ein Mal in der Woche mähen. © Panama Pictures/Imago
Mann beim Laub rechen
Etwa alle zwei Wochen wird bis November gemäht. Herabfallendes Laub sollte man regelmäßig entfernen, damit der Rasen darunter nicht erstickt und keine Pilze wachsen. © Panthermedia/Imago
Hände halten Grassamen.
Der beste Zeitpunkt für die Nachsaat ist der Herbst, idealerweise im September. Aber auch Ende April und Mai sind geeignete Monate. © Shotshop/Imago

Wie oft und wann im Sommer Rasen mähen? Weitere Praxistipps

  • Mähen Sie bei großer Hitze seltener – ein- bis zweimal pro Woche genügt. Mähen Sie regelmäßig, damit sich die Gräser an eine Schnittlinie gewöhnen und somit eine dichtere Narbe entwickeln können.
  • Die beste Zeit dafür ist der frühe Morgen oder der späte Abend. Mähen in der Mittagssonne bedeutet puren Stress für das Gras.
  • Absolut entscheidend sind scharfe Mähmesser. Stumpfe Klingen schneiden die Halme nicht sauber ab, sondern zerfetzen sie regelrecht. Die fransigen Wunden sind eine offene Einladung für Krankheitserreger.
  • Entfernen Sie das Schnittgut, rät die DRG. Sonst kann die Grasnarbe leichter verfilzen.

Die richtige Schnitthöhe ist ein wichtiger Hebel für einen gesunden Sommerrasen, aber sie entfaltet ihr volles Potenzial erst im Zusammenspiel mit der richtigen Nährstoffversorgung. Eine an den Sommer angepasste Düngung stärkt ihn von innen heraus gegen Trockenheit und Krankheiten. Kombinieren Sie diese beiden Maßnahmen mit einer durchdringenden Bewässerung in den frühen Morgenstunden – lieber selten und intensiv als häufig und nur oberflächlich, um die Wurzeln in die Tiefe zu locken.

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