Weniger Pflege
Warum Sie Ihren Rasen vor dem Urlaub nicht mehr mähen sollten
Viele Hobbygärtner mähen vor dem Urlaub noch einmal gründlich. Doch das kann dem Rasen mehr schaden als nützen. Ein Experte erklärt, warum im Sommer weniger mehr ist.
In guten Absichten oder um nach dem Urlaub einen gepflegten Garten vorzufinden, greifen manche Hobbygärtner vor längerer Abwesenheit noch einmal zum Rasenmäher. Dies sieht dann gepflegt aus, ist aber für den Rasen eher eine Strapaze. Der kommt mit großer Hitze nämlich besser zurecht, wenn man ihn im Sommer ein bisschen in Ruhe lässt. Ein Gartenexperte erklärt, warum.
Beim Rasen nie mehr als ein Drittel der Blattmasse kürzen
Vor dem Sommerurlaub sollte man „den Rasen bitte stehen und wachsen lassen. Der Rasen kann sich, wenn die Halme länger sind, selber beschatten. Das heißt, die Verdunstung ist geringer“, erklärt Andreas Modery im BR Radio.
Dies hat gute Gründe: Je höher die Grashalme sind, desto mehr Photosynthese findet statt und die Graswurzeln wachsen tiefer. Dort nehmen Sie mehr Wasser und Mineralstoffe auf. Außerdem ist der Rasen besser vor Verbrennungen geschützt. Die Schnitthöhe sollte bei mindestens fünf Zentimetern liegen, es dürfen aber auch zehn Zentimeter sein. Grundsätzlich sollte nie mehr als ein Drittel der Blattmasse gemäht werden. Wer öfter mehrere Wochen verreist ist, könnte trotzdem über ein automatisches Bewässerungssystem für den Rasen nachdenken – vor allem, wenn kein Regen vorhergesagt ist.
Statt Rasenmähen Boden auflockern
Wer im Garten aktiv etwas tun möchte, könne stattdessen den Boden um die Pflanzen mit einer Hacke auflockern, rät Andreas Modery. Denn so könne die Feuchtigkeit nach einem Regenschauer gut in den Boden einsickern. Ist der Boden zu fest und geradezu versiegelt, fließt das Wasser ungenutzt vorbei. Durch das Hacken wird der Boden zusätzlich belüftet und durch die aufgebrochene Erdschicht wird verhindert, dass zu viel Wasser nach oben transportiert wird und verdunstet. Dies bestätigt auch die alte Gärtnerregel „Einmal hacken spart dreimal gießen“.
Hierfür sei es allerdings wichtig, möglichst flach zu hacken, erklärt Steffi Knoblauch, Referentin für Pflanzenbau und ökologischen Landbau beim Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum im MDR Garten. Denn andernfalls könne bei großer Hitze nicht nur die obere, sondern auch tiefere Schichten schnell austrocknen.