Corona-Pandemie
Warum Bremerhaven die zweithöchste Inzidenz in Deutschland hat
Manche Städte bezeichnen besonders viele Corona-Neuinfektionen. So auch Bremerhaven und Salzgitter. Doch warum ist dort die Inzidenz so viel höher?
Bremerhaven/Salzgitter – Bremerhaven verzeichnet derzeit die bundesweit zweithöchste Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Wert am Dienstag, 7. September 2021 bei 227,2 – so viele Infektionen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Einen höheren Wert hat zurzeit nur die Stadt Leverkusen mit 245,9.
| Stadtgemeinde: | Bremerhaven |
| Einwohner: | 113.557 |
| Fläche: | 93,82 km2 |
| Vorwahl: | 0471 |
| Oberbürgermeister: | Melf Grantz (SPD) |
Die höchste Corona-Inzidenz in Niedersachsen hatten die Städte Delmenhorst (156,1) und Salzgitter (145,4). Für ganz Niedersachsen liegt der Wert aktuell bei 71,2.
Bremerhaven mit zweithöchster Corona-Inzidenz in Deutschland: Das sind die Gründe
Bremerhaven sieht Reiserückkehrer als einen wesentlichen Grund für die hohen Corona-Fallzahlen der Stadt im Bundesland Bremen. „Wir gehen davon aus, dass die Hälfte der Infizierten sich im Ausland mit Corona angesteckt hat“, sagte ein Stadtsprecher. Die Infektion sei dann bei Corona-Tests im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit aufgefallen.
Derzeit gebe es in einem Betrieb in Bremerhaven eine hohe Zahl an Corona-Infektionen. Die Hygieneregeln während der Arbeitszeit seien streng, doch während der Freizeit hätten die Beschäftigten viele Kontakte – auch weil einige in Sammelunterkünften lebten. Die Lage in den Krankenhäusern sei zum Glück relativ entspannt, so der Sprecher weiter.
Unterdessen wollen Bremer Gastronomen selber zwischen den Corona-Regeln 2G und 3G entscheiden können. Aufgrund der Corona-Auflagen werden außerdem auf dem Bremer Freimarkt keine Großzelte aufgebaut.
Corona-Inzidenz in Niedersachsen: Auch in Salzgitter gehen viele Corona-Fälle auf Auslandsreisen zurück
Auch in Salzgitter sind viele Corona-Infektionen auf Auslandsreisen zurückzuführen. Mehr als 40 Prozent der Infizierten seien Reiserückkehrer, erklärte eine Stadtsprecherin. Weitere 20 Prozent seien enge Kontaktpersonen der Reiserückkehrer, die sich bereits in Quarantäne befanden, als die Infektion entdeckt wurde.
Viele andere haben ihre Infektion über einen Schnelltest entdeckt, den sie zum Beispiel vor einem Besuch im Restaurant oder Kino machten. „Hier wird recht umfangreich getestet“, sagte die Sprecherin. In den beiden Krankenhäusern des Stadtgebiets seien derzeit nur wenige Corona-Patienten. Daher sei die Lage nicht besorgniserregend, fügte sie hinzu. (dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.