Tiere gerissen

Hühner in Kladdingen totgebissen: War es ein Wolf?

Ein Wolf streift durch die Landschaft.
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In Kladdingen soll es zu einem Wolfs-Angriff gekommen sein.

Ein Landwirt findet in seinem Stall tote Hühner. Er behauptet, ein Wolf habe seine Tiere gerissen.

  • Landwirt Holger Nöhrnberg hat totgebissene Hühner in seinem Stall gefunden.
  • War es ein Wolf?
  • Wolfsberater Lars Pump hat eine DNA-Probe entnommen.

Stuhr – Als der Kladdinger Landwirt Holger Nöhrnberg am Sonntagabend in einen seiner mobilen Hühnerställe blickt, trifft ihn der Schlag. Drei, vier Hennen sind totgebissen, viele weitere Tiere wohl durch den Stress und den Schock gestorben. Am Ende wird Nöhrnberg nach eigener Auskunft rund 40 Tiere zählen, die dem Angriff zum Opfer gefallen sind.

Der Landwirt spricht von einem Verlust von zehn Prozent des Bestands in dem Stall und ist sich sicher: „Das war ein Wolf.“ Dafür würden einerseits die Spuren sprechen, die von der mobilen Unterkunft wegführten. Andererseits habe ein hungriger Wolf das Potenzial, „so in den Stall reinzuknallen. Der hat die Gummilippen so weit geöffnet, dass man einen Medizinball durchschießen kann. Das macht kein Fuchs, der würde sich reingraben.“ Diese Aggressivität bereite ihm Sorgen. Er habe auch Angst um seine kleine Tochter und andere Kinder, zumal sich in der Nähe ein Spielplatz befindet.

Über den Vorfall berichtete Nöhrnberg am Mittwochabend in der Einwohnerfragestunde des Stuhrer Gemeinderats. Bis dato hatte die Verwaltung davon keine Kenntnis, wie Bürgermeister Stephan Korte und die Erste Gemeinderätin Bettina Scharrelmann erklärten. Nach der mutmaßlichen Sichtung eines Wolfes am Mittwoch in Huchting und Moordeich sowie am Donnerstag in Harpstedt (wir berichteten) sei keine weitere Meldung bei der Gemeinde eingegangen. „Es wäre aber schön, wenn es so wäre, bevor das in den sozialen Netzwerken rauf- und runtergeht“, sagte Korte. Er bat darum, in solchen Fällen direkt im Rathaus anzurufen, und zwar beim Umweltbeauftragten Marc Plitzko (0421/5695351).

Wolfsberater bestätigt Vorfall in Kladdingen

Plitzko hat sich nach eigener Auskunft gestern auf den Weg nach Kladdingen gemacht, Nöhrnberg aber nicht dort angetroffen.

Auf Nachfrage der Kreiszeitung bestätigt der ehrenamtliche Wolfsberater Lars Pump den Vorfall. Er sei am Montag nach Kladdingen gefahren, um sich ein Bild von dem Angriff zu machen. Bei seiner Ankunft hätten die toten Hühner vor dem Stall gelegen, dies sei auch über Nacht so gewesen.

Der Landwirt müsse so handeln, damit die lebenden nicht an den toten Tieren pickten. Draußen hätten allerdings schon Krähen und Greifvögel an den Kadavern genagt. Dies und der Frost erschwerten laut Pump eine Antwort auf die Frage „Wolf oder nicht Wolf?“. „Das lässt sich nicht genau begutachten“, sagt Pump. Er habe trotzdem mit einem Tupfer an drei, vier Stellen eine Probe entnommen, um die DNA zu bestimmen. Diese habe er an das Wolfsbüro im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geschickt.

Anspruch auf eine Entschädigung?

Das Büro nimmt auch die Erstprüfung von „Anträgen für Billigkeitsleistungen bei Nutztierrissen“ vor, wie es im Behördensprech heißt. Das letzte Wort hat die Landwirtschaftskammer. Ob Nöhrnberg Anspruch auf eine Entschädigung hat, kann Pump nicht sagen. „Bislang war es immer so, dass Federvieh davon ausgenommen war. Doch es gibt immer eine Möglichkeit, dass Geld fließt. Da muss man jetzt abwarten.“ Geduld, die auch bei der Klärung des Angriffs in Kladdingen gefragt ist. Pump muss da vage bleiben. Seine Einschätzung: „Es ist möglich, dass es ein Wolf war, aber nach meinen Erkenntnissen auch nicht sicher.“

Dass ein Wolf zuletzt in Harpstedt gesichtet wurde, spricht laut Pump nicht gegen eine Rückkehr nach Stuhr. „Die Tiere haben einen großen Aktionsradius, wenn sie ihre Kreise ziehen. Ungewöhnlich wäre eher, dass sich ein Wolf längere Zeit in Kladdingen aufhält, unter anderem weil dort viel Verkehr ist“, sagt Pump. Sollte es so sein, müsse man den Wolf vergrämen, ihn bewusst vertreiben.

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