Diskothek schließt zum 31. Juli
Das Ende des „Nachtwerks“ in Sulingen steht fest
Sulingen – Viele hofften auf einen Erhalt der Diskothek „Nachtwerk“ in Sulingen, doch diese Hoffnung ist vergebens: Wie Heinrich Henke, der Eigentümer des Gebäudes, ankündigt, wird der Betrieb zum 31. Juli dieses Jahres geschlossen – und zwar endgültig.
Den Schlusspunkt setzte ausgerechnet die Online-Petition für den Erhalt der Diskothek anstelle des geplanten Neubaus eines Combi-Marktes (wir berichteten). Er habe sich sehr darüber geärgert, bekennt der Ströher Unternehmer, dem auch das Gebäude gehört, in dem der „Life Musikpark“ in Ströhen ansässig ist. „Die Schließung war längst beschlossen, aber ohne die Petition hätten wir die Diskothek laufen lassen, bis die Baugenehmigung vorliegt.“ Riyad Al-Ghoul, Geschäftsführer des „Nachtwerks“, habe er im Vorfeld über die Entscheidung für das vorzeitige Ende informiert. „Mit Riyad bin ich immer hervorragend zurechtgekommen, und er war nicht überrascht.“
Überlegungen, das Grundstück zu verkaufen, gebe es schon lange, berichtet Henke. „Vor 30 Jahren, als ich den ,Lokschuppen‘ gekauft habe, lief die Disco hervorragend.“ Kurz nach dem Kauf und einem Umbau erhielt die Diskothek den Namen „Kreml“, unter dem sie fast 25 Jahre Anlaufpunkt für Jugendliche und Junggebliebene war. Mit Übernahme der Geschäftsführung durch Riyad Al-Ghoul erfolgte die Umbenennung zu „Nachtwerk“. Vor 15 Jahren habe dann „das große Disco-Sterben“ begonnen, und „die letzten zehn Jahre habe ich die Diskothek subventioniert.“ Nicht nur sinkende Besucherzahlen nennt er als Gründe, sondern auch Gerüchte über Schlägereien und Beschwerden über Lärm. „Von Diskotheken habe ich die Schnauze voll“, wird Heinrich Henke deutlich.
Deswegen habe er den Verkauf „langsam angeleiert“. Bereits im Dezember 2017 hatte daher der Sulinger Stadtrat beschlossen, den vorhandenen Flächennutzungsplan sowie den Bebauungsplan für das Areal an der Straße „Am Stellwerk“ dahingehend zu ändern, dass hier ein großflächiger Einzelhandel ermöglicht wird. Auch in den Folgejahren wurde der Bereich weiter als Potenzialfläche für die Ansiedlung von Einzelhandelsunternehmen betrachtet. Verschiedene Vorhaben zur Nutzung des Geländes für entsprechende Zwecke konnten bisher jedoch nicht verwirklicht werden.
Für den Wunsch der jungen Generation, weiter eine Diskothek in Sulingen zu haben, hat Heinrich Henke Verständnis, auch wenn er selbst dabei keine aktive Rolle mehr einnehmen möchte: „Für die jungen Leute in Sulingen habe ich genug getan, aber ich habe es gerne getan.“ Dass ein solches Unternehmen mitten in der Stadt heute noch eine Genehmigung erhalten würde, bezweifelt er – eine Ansiedlung in einem Gewerbegebiet sei sicher sinnvoller.

