Enorme Preisentwicklung
Benzin und Diesel: Spritpreise in Niedersachsen am teuersten
Lebenshaltungskosten werden generell immer teurer. Auch Benzinpreise sind hiervon betroffen. Niedersachsen wissen das nur allzu gut. Die Preisentwicklung im Detail.
Hannover – Voller Tank, volles Auto, mit der ganzen Familie in den Urlaub fahren und sich dabei bestens gelaunt zeigen – alles gar nicht so einfach. Schließlich ist schon das Tanken mit einem finanziellen Kraftaufwand verbunden, den nicht jede Familie problemlos meistern kann. Benzinpreise sind in ganz Deutschland auf einem Rekordhoch, in den Bundesländern gibt es nur geringfügige Unterschiede. Die Suche nach dem Status quo und einer Preisentwicklung in Niedersachsen, die beim Griff zur Zapfsäule Bauchschmerzen bereitet.
Benzinpreise 2022: Niedersachsen hat den höchsten Pro-Liter-Preis für Diesel
Die höchsten Benzinpreise 2022 zahlen Autofahrer, die Diesel tanken, nämlich in Niedersachsen und Baden-Württemberg. Das teilt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) tagesaktuell am Dienstag, 15. Februar 2022, mit. Dabei verweist der ADAC auf eine aktuelle Marktuntersuchung, nach der der Liter Diesel in den beiden Bundesländern zuletzt im Schnitt 1,666 Euro gekostet hat.
Am günstigsten war Diesel in Bayern. Mit einem Durchschnittswert von 1,647 Euro pro Liter zahlen Autofahrer hier jedoch auch nur zwei Cent weniger. Von einer sehr großen Ersparnis, die zur finanziellen Entlastung von Privatpersonen führt, kann also nicht die Rede sein.
Bremer Autofahrer immer wieder mit hohen Benzinpreisen konfrontiert – hoher Ölpreis geht zulasten der Verbraucher
Für Superbenzin der Sorte E10 kann sich mit Bremen ein weiteres Nordlicht mit dem unrühmlichen Titel schmücken, das teuerste Bundesland zu sein. Der ADAC spricht von 1,766 Euro pro Liter – eine Preisdifferenz von immerhin 4,6 Cent pro Liter zu Bayern. Steigende Benzinpreise, wie sie in Bremen oftmals der Regelfall sind, stellen aus Verbrauchersicht leider kein neues, zeitlich befristetes Phänomen dar. Der hohe Ölpreis führt seit Wochen zu einem dramatischen Anstieg, berichtet die dpa.
De facto werden nicht zuletzt auch die Benzinpreise in Niedersachsen und Bremen von wirtschaftlichen sowie politischen Faktoren beeinflusst. Während das Angebot knapp ist, bleibt die Nachfrage groß. Ein Missverhältnis, das sich in den realen Benzinpreisen widerspiegelt.
Ukraine-Konflikt mit Einfluss auf hohe Benzinpreise in Niedersachsen und Bremen
Ist denn zeitnah mit einem rapiden Abfall der hohen Benzinpreise zu rechnen? Das kann nur schwerlich seriös beantwortet werden. Denn auch die politischen Spannungen an der russisch-ukrainischen Grenze führen zu einem kräftigen Risikoaufschlag auf dem Ölmarkt. Zur Einordnung: Russland unter der Führung von Präsident Wladimir Putin ist einer der größten Erdölförderer weltweit.
Der Ukraine-Konflikt, in all seiner Aktualität und Komplexität, nimmt also Einfluss auf die Benzinpreise. Global, nur auf Deutschland und auch auf ein Bundesland wie Niedersachsen bezogen. Hier stellte die A7-Tankstelle Hildesheimer Börde Ost erst im Oktober 2021 einen Spitzenwert für Diesel auf*: Der Preis lag zwischenzeitlich bei 1,88 Euro. Beim Superkraftstoff zwischenzeitlich sogar bei 2,06 – für einen Liter Benzin.
Tanktourismus als Resultat hoher Benzinpreise in Niedersachsen: Niederländer tanken in Deutschland – und Deutsche zapfen in Nachbarländern
Und doch wirken die Benzinpreise in Niedersachsen auf manch einen nicht abschreckend, sondern sogar mehr als verlockend. Gemeint ist der Tanktourismus, der in Niedersachsen Einzug hält. Niederländer zapfen im nördlichen Bundesland, die Preisersparnis beim Tanken rechnet sich gegenüber dem Benzinverbrauch für den kurzen Besuch in Deutschland.
Umgekehrt kann und wird Tanktourismus aufgrund hoher Benzinpreise, wie beispielsweise in Niedersachsen, aber auch von Deutschen im europäischen Ausland betrieben. Wer Super tanken möchte, kann unter anderem Polen oder Österreich ansteuern. Fürs Tanken von Diesel empfehlen sich aber auch Luxemburg oder die Tschechische Republik.
Um den Preiswahn beim Benzin, wie ihn sich Bremer Tankstellen-Mitarbeiter durch genervte Autofahrer täglich anhören müssen, im wahrsten Sinne des Wortes entgegenzusteuern. (Stand der Daten: 15. Februar 2022) * kreiszeitung.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.