Trotz weniger Infektionen
Corona in Niedersachsen: Ansteckenderer Omikron-Subtyp BA.2 entdeckt
In Niedersachsen ist erstmalig der Omikron-Subtyp BA.2 des Coronavirus entdeckt worden. Dieser soll noch ansteckender sein. Unterdessen gehen die Infektionen zurück.
Hannover/Berlin – Der nach ersten Erkenntnissen noch ansteckendere Omikron-Subtyp BA.2 ist auch in Niedersachsen bereits nachgewiesen worden. Das hat das Landesgesundheitsamt in Hannover am Montag auf Anfrage mitgeteilt. Es könnten jedoch keine Angaben gemacht werden, wie hoch der Anteil an den Corona-Infektionen im Land ist, weil die für BA.2 vorliegenden Daten nicht repräsentativ seien. Unterdessen sank die 7-Tage-Inzidenz im Nordwesten am Montag, 21. Februar 2022, leicht.
Omikron-Subtyp BA.2 in Niedersachsen entdeckt: Angst vor schweren Verläufen nimmt zu
Der Subtyp gilt in der Debatte um Corona-Lockerungen, wegen der mutmaßlich höheren Übertragbarkeit, als Unsicherheitsfaktor. Außerdem wird befürchtet, dass der Omikron-Subtyp BA.2 schwerere Krankheitsverläufe mit Covid-19 auslösen könnte. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte zuletzt erklärt, wegen des Omikron-Subtyps BA.2 sei „eine langsamere Abnahme oder eine erneute Zunahme der Fallzahlen nicht auszuschließen“. Um die Eigenschaften hinsichtlich der Krankheitsschwere genauer beurteilen zu können, lägen jedoch noch nicht ausreichend Daten vor, hieß es im Wochenbericht vom Donnerstag.
Der von Experten aufmerksam beobachtete Omikron-Subtyp BA.2 scheint sich nach den Erkenntnissen in bestimmten Eigenschaften deutlich von der in Deutschland bislang dominanten Corona-Subvariante BA.1 von Omikron zu unterscheiden. Darauf weisen im Preprint – also ohne Überprüfung von Fachkollegen – veröffentlichte Studiendaten mehrheitlich japanischer Forscher hin. Zu den Unterschieden gehören demnach etwa eine wohl deutlich höhere Übertragbarkeit von BA.2 sowie die Immunantwort und die Pathogenität, also die Fähigkeit, Krankheiten auszulösen, betreffende Differenzen.
Omikron-Subtyp BA.2 in Niedersachsen entdeckt: Unsicherheitsfaktor bei Lockerungsdebatte
Auf Basis der erfassten Unterschiede bei menschlichen Zellproben im Labor und Infektionsversuchen etwa bei Hamstern schlagen die Autoren einen eigenen Buchstaben des griechischen Alphabets für BA.2 vor – über diese Namensgebung für relevante Corona-Varianten bestimmt die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Die Untersuchungen, so die Autoren der Studie, legten insgesamt den Schluss nahe, „dass das Risiko von BA.2 für die globale Gesundheit potenziell höher ist als das von BA.1“. Der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, schrieb mit Blick auf die Studie bei Twitter: „Wir müssen BA.2 sehr gut im Auge behalten. Es scheint biologische Unterschiede zu BA.1 zu geben.“
Der Omikron-Subtyp BA.2 gilt in der Debatte um mögliche Corona-Lockerungen als Unsicherheitsfaktor, weil der Subtyp als noch leichter übertragbar gilt. Unter anderem in Ländern wie Dänemark hat sich BA.2 schon stark ausgebreitet. Fachleute halten das auch in Deutschland für möglich, was aus ihrer Sicht die Omikron-Welle verlängern könnte.
Omikron-Subtyp BA.2 in Niedersachsen entdeckt: Verbreitung in Deutschland auf recht niedrigem Niveau
In Deutschland breitet sich BA.2 nach Einschätzung des RKI nach aktuellem Kenntnisstand bislang auf recht niedrigem Niveau aus. In seinem letzten Wochenbericht weist das RKI in der Woche bis zum 30. Januar einen BA.2-Anteil von 8,1 Prozent aus. Dort heißt es noch: „Hinsichtlich der klinischen Charakteristik gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Infektionen mit BA.2 von Infektionen mit BA.1 unterscheiden.“
Auch der US-Mediziner Eric Topol reagierte mit einem Tweet auf den Preprint. Bislang gelte die Annahme, die Omikron-Subtyp BA.2-Variante unterscheide sich in Bezug auf Pathogenität und Immunflucht nicht wesentlich von BA.1. Die neue Analyse lege nun nahe, dass dies möglicherweise doch der Fall ist. Zugleich verwies Topol auf Daten der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA: „Nichtsdestotrotz sollte der jüngste Bericht der UKSHA, der zeigt, dass der Impfschutz gegen BA.2 genauso gut ist wie gegen BA.1, als recht beruhigend angesehen werden.“ * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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