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Bäumt sich in Niedersachsen zu den Eisheiligen ein letztes Mal der Winter mit eisiger Kälte und Frost auf? Oder kommt der Frühsommer? Experten wagen erste Prognosen.
Bäumt sich in Niedersachsen zu den Eisheiligen ein letztes Mal der Winter mit eisiger Kälte und Frost auf? Oder kommt der Frühsommer? Experten wagen erste Prognosen.
Der Mai, der wird kommen – und mit ihm die bange Frage vieler Hobbygärtner, Obstbauern und Landwirte: Bringen die Eisheiligen noch einmal bittere Kälte und den Frost zurück? Der meteorologische Ausblick auf die nächsten Wochen gibt Hinweise darauf, was uns in Niedersachsen erwartet. Experten äußern erste Vermutungen, ob das Winterwetter zurückkehrt – oder der Frühsommer einzieht.
Eisheilige 2026 in Niedersachsen: Frost oder Frühsommer – Meteorologe mit erster Prognose
Die Eisheiligen zählen zu den bekanntesten Bauernregeln des Jahres – und das zu Recht. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) handelt es sich dabei um eine sogenannte Singularität: eine meteorologische Erscheinung, die sich mit gewisser Regelmäßigkeit wiederholt.
Konkret bedeutet das: Um Mitte Mai herum häufen sich Nord-Wetterlagen, bei denen arktische Polarluft nach Mitteleuropa vordringt. Die Folge sind Kaltlufteinbrüche, tagsüber kühles Wetter und nachts – trotz Frühlingskalenders – teils empfindlicher Frost.. In der Zeit vom 11. bis 15. Mai bäumt sich laut alter Bauernregel also oft noch ein letztes Mal der Winter auf.
Wetter-Prognose: Zwölf uralte Bauernregeln, auf die Generationen schwören
Dennoch gibt es keine Gewähr für die Eisheiligen-Regel, hält Wetter-Experte Dominik Jung dagegen. Schaue man sich 100 Jahre Wetterdaten an, könne man feststellen, dass eine typische Eisheiligen-Wetterlage nur in etwa 37 Prozent aller Jahre überhaupt auftrete: „Das ist kein überzeugender Wert. Das ist Glückssache.“
Die Perspektive für dieses Jahr sei mit Temperaturen um oder über 20 Grad für die Jahreszeit absolut schlüssig und deute auf eine zunehmende Tendenz zu Hochdruckeinfluss hin. Im Mai reiche die Sonneneinstrahlung bereits aus, um bei passenden Bedingungen rasch frühsommerliche Werte zu erreichen: „Das bedeutet allerdings nicht, dass kühlere Rücksetzer völlig ausgeschlossen sind“, betont der Meteorologe.
Was sind die Eisheiligen eigentlich?
Als Eisheilige werden jeweils die Tage vom 11. bis 15. Mai bezeichnet. Dieser Begriff ist historisch gewachsen. Er entstand aus der Beobachtung, dass es im Frühjahr jährlich in der zweiten Maidekade des öfteren zu Kaltlufteinbrüchen kam.
In Norddeutschland gelten die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige (Mamertus, Pankratius und Servatius). Im Süden und Südosten Deutschlands kommt noch der 14. (Bonifatius) und der 15. Mai (kalte Sofie) hinzu, wohingegen der 11. (Mamertus) hier nicht gültig ist. Diese eintägige Differenz beim Beginn der „Eisheiligen“ erklärt sich aus dem Zeitraum, den die Kaltluft bei Eintritt der Nord-Wetterlagen benötigt, um von Nord nach Süd vorzudringen.
Quelle: Deutscher Wetterdienst
„Gewisses Restrisiko“: Eisheiligen-Prognose zwischen Frühsommer und Kälteeinbruch
Jung weiter: „Gerade im Zeitraum der Eisheiligen bleibt ein gewisses Restrisiko bestehen, auch wenn markante Kälteeinbrüche insgesamt deutlich unwahrscheinlicher werden.“ Für den 11. bis 15. Mai spräche derzeit vieles für eine überwiegend milde bis warme Witterung mit Temperaturen meist zwischen 18 und 24 Grad.
Gleichzeitig sei die Lage noch nicht stabil festgelegt: „Neben freundlichen Abschnitten sind auch dichtere Wolken, Schauer oder einzelne Gewitter möglich“, prognostiziert der wetter.net-Experte. Insgesamt deute sich eher ein typisches Mai-Szenario an: „überwiegend mild, zeitweise warm, aber nicht durchgehend beständig.“
Doch erst einmal zeige sich der April mit einem typischen Verlauf: „zunächst noch mild, dann ein spürbarer Temperaturrückgang mit wechselhaftem und zeitweise nassem Wetter“, so Dominik Jung.