Besondere Tiere

Vom Aussterben bedroht: Das sind die seltensten Tierarten in Niedersachsen

Viele Tierarten in Niedersachsen sind bedroht. Manche sogar so sehr, dass ihr Aussterben nahe ist. Eine Expertin klärt über die seltensten Tiere auf.

Hannover – Viele Tierarten kämpfen in der Zeit der Klimakrise und der Erderwärmung ums Überleben. Auch in Niedersachsen sind bereits massiv Tiere ausgestorben. Um eine Bedrohung festzustellen, gibt es die sogenannten „Roten Listen“. „Allerdings sind die meisten Roten Listen Niedersachsens auf einem schlechten, veralteten Stand“, berichtet Cornelia-M. Bödecker, Sprecherin vom Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen. Die Experten klärt auf Nachfrage über aktuell besonders bedrohte Arten auf.

Kurz vor dem Aussterben: Diese Tiere in Niedersachsen sind besonders bedroht

Welche Tiere sind besonders bedroht und benötigen dementsprechend Schutz? Eine Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist. Wie die NABU-Sprecherin berichtet, habe Niedersachsen den schlechtesten Datenbestand bezüglich unserer Arten aller Bundesländer. „Aufgrund dieser schlechten Datenlage, ist es schwer, genaue Aussagen zu treffen“.

Der Seeregenpfeifer und der Europäische Nerz sind vom Aussterben bedroht. Sie gehören zu den seltensten Tieren in Niedersachsen.

Trotzdem versucht sich der NABU Niedersachsen an eine Einschätzung. „Bei den Amphibien dürfte die Wechselkröte am gefährdetsten sein. Sie steht direkt vor dem Aussterben“, so die Sprecherin. In Niedersachsen ist die Wechselkröte kaum noch zu sehen. Dies ist nicht nur auf ihre Tarnfarben zurückzuführen, sondern hauptsächlich auf den stetigen Rückgang ihrer Population. Sie ist nur noch in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel anzutreffen. Damit ist sie die am meisten bedrohte Amphibienart in diesem Bundesland.

Seltener Nordsee-Vogel und 100-jährige Schildkröte: Diese Arten kann man mit ganz viel Glück in Niedersachsen beobachten

Bei den Vögeln teilt der Seeregenpfeifer dieses Schicksal. Der Seeregenpfeifer, ein kleiner Watvogel, ist äußerst selten. Er bevorzugt Küstengebiete, zieht jedoch im Winter in wärmere Regionen. Die Brut des Seeregenpfeifers ist bei uns kaum zu beobachten, man kann ihn höchstens an der Nordsee-Küste finden. Der Seeregenpfeifer ist stark gefährdet, der NABU schätzt, dass es nur noch etwa 300 Brutpaare gibt.

Die Europäische Sumpfschildkröte gehört ebenfalls zu den am meisten bedrohten Tierarten in Deutschland. Sie wird in Niedersachsen eigentlich als ausgestorben betrachtet. Mit einem Wiederansiedlungsprojekt soll versucht werden, diese ausgestorbene Art wieder in Niedersachsen heimisch zu machen. Die scheuen Tiere können ein Alter von über hundert Jahren erreichen. In den letzten Jahren wurden sie am Steinhuder Meer, dem Naturschutzgebiet und Surferparadies, ausgewildert.

Besonderes Naturschutzgebiet Steinhuder Meer: Zwei besonders gefährdete Arten wieder angesiedelt

Bei den Säugetieren ist es der Europäische Nerz, der ebenfalls ausgestorben war und wieder angesiedelt wurde. Er ist weltweit bedroht. Heute gibt es nur noch vereinzelte Vorkommen beispielsweise in den Pyrenäen (Spanien, Frankreich) oder in Russland. Um dem Europäischen Nerz ein Überleben zu ermöglichen, starteten verschiedene Schutzbemühungen. Auch deshalb lebt er wieder vereinzelt am Steinhuder Meer.

Rubriklistenbild: © Fabian Fopp/S. Meyers/Imago

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