Über die Oste
Mehr als 100 Jahre alt: Die älteste Schwebefähre Deutschlands fährt in Niedersachsen
Die älteste Schwebefähre Deutschlands überragt seit über 100 Jahren den Fluss Oste in Niedersachsen. Sie wird auch „Eiffelturm des Nordens“ genannt.
Osten – Die Daten beeindrucken: 286 Tonnen Stahl ziehen sich 90 Meter über den Fluss Oste im Landkreis Cuxhaven. Der Zweck der Konstruktion ist das trockene Übersetzen von Touristen, denn das prägnante Bauwerk im Elbe-Weser-Dreieck ist die älteste Schwebefähre Deutschlands. Seit mehr als 100 Jahren fährt das Konstrukt, und das, obwohl es mehr als einmal stillgelegt wurde.
Die Schwebefähre in Osten: Ältestes Bauwerk seiner Art in Deutschland in Niedersachsen zu finden
Die älteste Schwebefähre Deutschlands ist im Jahr 1909 von MAN (Werk Gustavsburg bei Mainz) gebaut worden. Die Konstruktion einer neuen Flussüberquerung wurde erforderlich, als 1881 die Eisenbahnlinie Harburg–Cuxhaven in Betrieb genommen wurde und die bis dahin an gleicher Stelle betriebene Fähre den steigenden Anforderungen im Personen- und Güterverkehr nicht mehr gerecht wurde.
| Name: | Schwebefähre Osten–Hemmoor |
| Ort: | Osten (Landkreis Cuxhaven) |
| Länge: | 90 Meter |
| Höhe: | 38 Meter |
| Verbaute Stalmenge: | 286 Tonnen |
Die Konstruktion der Schwebefähre war so hoch, dass die zahlreichen Segelschiffe mit ihren hohen Masten, die zu dieser Zeit den Fluss befuhren, sicher unter ihr hindurchfahren konnten. Die Gondel wird, wie am ersten Tag, elektrisch angetrieben. Der Motor und der gesamte Antrieb, bestehend aus vier 3,70 Meter großen Rädern, die auf Schienen laufen, befinden sich im oberen Teil des Fahrkorbs.
Eine von acht Schwebefähren weltweit: Verein kümmert sich um Erhalt der Konstruktion im Landkreis Cuxhaven
Die Massenmotorisierung führte nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem starken Anstieg der Beförderungszahlen. Die Kapazität der Schwebefähre war dafür jedoch sehr begrenzt, was schnell zu langen Wartezeiten und erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Als dann 1974 die in Osten errichtete Brücke für die Bundesstraße 495 für den Verkehr geöffnet wurde, wurde die Fähre am folgenden Tag außer Betrieb genommen. Im Jahr darauf übernahm der Kreis Land Hadeln die Schwebefähre. Am 17. Oktober 1975 gründete sich die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten als Verein und übernahm den Betrieb der Fähre für touristische Zwecke.
Eben dieser Verein hat bis heute alle Pläne zur Demontage des „Eiffelturm des Nordens“ erfolgreich abgewehrt. Weltweit gibt es nur noch acht Fähren dieser Art:
- Schwebefähre Osten–Hemmoor, Deutschland
- Schwebefähre Rendsburg, Deutschland
- Puente de Vizcaya, Spanien
- Schwebefähre Rochefort, Frankreich
- Schwebefähre Newport, Vereintes Königreich
- Schwebefähre Middlesbrough, Vereintes Königreich
- Puente Transbordador „Nicolás Avellaneda“, Argentinien
- Puente Nicolás Avellaneda, Argentinien
Ein im Jahr 2001 erstelltes Gutachten offenbarte erhebliche Mängel an der Tragstruktur und der Technik der Fähre, was zu einer Betriebseinstellung führte. Für die Sanierung wurden 1,1 Millionen Euro bereitgestellt, hauptsächlich aus Mitteln des Landes Niedersachsen. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im Jahr 2006 werden mit der Schwebefähre wieder touristische Fahrten durchgeführt. Seit 2009 ist die Schwebefähre offiziell ein historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland.
Niedersachsen beherbergt nicht nur die besondere Schwebefähre: Auch die schmalste Autobrücke Europas steht in Niedersachsen. Nur Autos, die unter 1,80 Meter breit sind, können sie überqueren.
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