Verbrechern auf der Spur

Mythen und Legenden: Das sind 5 geheimnisvolle Orte in Niedersachsen

Verlassener Bahnhof, mysteriöse Tunnel, mystische Stimmung: Niedersachsen ist reich an geheimnisvollen Orten. In Hannover gibt es gleich zwei.

Hannover – Wer es gerne etwas gruselig oder magisch mag, muss nicht zwingend Lost Places aufsuchen – und erst recht nicht weit reisen. Denn auch Niedersachsen ist voller Mythen, Legenden und rätselhafter Flecken. Die fünf geheimnisvollsten Orte haben wir bereits vorgestellt. Hier folgen fünf weitere.

Geheimnisvolle Orte in Niedersachsen: Mit dem Aufzug runter zur Geisterstation in Hannover

Zwei finden sich in der Landeshauptstadt Hannover. Der erste geheimnisvolle Ort ist tatsächlich ein Lost Place. Denn verlassen und verloren ist die Geisterstation unter dem Raschplatz wirklich. Für die Öffentlichkeit ist sie nicht zugänglich, und die meisten Menschen kennen sich nicht einmal.

1965 hatte der Rat in Hannover den Bau einer U-Bahn beschlossen. Vier Tunnel sollten unterirdisch die Innenstadt durchqueren. Drei Abschnitte waren nach zehn Jahren in Betrieb, der vierte – der D-Tunnel –- wurde wie auch die Haltestelle nie fertig gebaut. 2012 wurden die Pläne endgültig verworfen, stattdessen erhielt Hannover eine oberirdische D-Strecke.

Hinter einer Metalltür verbirgt sich der Tunnel eines gefürchteten Verbrechers

Interessierte können die Geisterstation heute erkunden. Führungen bieten Üstra und Stattreisen Hannover e.V. an. Schon das Hinkommen ist spannend. Zur Geisterstation führen keine Rolltreppen. Wer dort hin möchte, muss einen gläsernen Aufzug außerhalb des Hinterausgangs zum Raschplatz nutzen. Offiziell führt der Lift nur zum Bahnsteig der blauen U-Bahn-Linie. Ganz runter auf Ebene 3 geht es nur mit einem Spezialschlüssel.

Eine kleine Metalltür am Leineufer in Hannover führt zu Hanebuths Gang.

Geheimnisvoll weiter geht es in Hannover am Leineufer. An der beliebten Promenade Am Hohen Ufer verbirgt sich hinter einer unscheinbaren Pforte mit Eisenstäben Hanebuths Gang – ein mysteriöser Tunnel unter der Altstadt. Der Tunnel ist nach dem Raubmörder Jasper Hanebuth benannt, der im 17. Jahrhundert sein Unwesen trieb.

Mystische Stimmung in der Blauen Grotte der Einhornhöhle

Damals soll er mindestens 19 Menschen umgebracht und zehn Pferde gestohlen haben. Seine Beute, und manchmal auch sich selbst, soll er in diesem Gang versteckt haben. Wer Hanebuth und anderen Verbrechern von früher auf die Spur kommen will, bucht auf hannover.de eine Krimi-Tour.

Weniger schaurig, dafür mystisch, geht es im Harz zu. Dort befindet sich etwa 1,5 km nördlich der Ortschaft Scharzfeld im Landkreis Osterode die Einhornhöhle. Es ist heute die größte begehbare Höhle des Westharzes. Auch wenn der Hohlraum deutlich größer ist, sind 700 Meter der Höhle mit ihren Sälen während einer Führung zu besichtigen.

Auf den Spuren einer Nixe an der Rhumequelle

Magisch kann es in der Blauen Grotten werden, wo sich zwei Deckenöffnungen befinden. Es sind die einzigen heute noch vorhandenen natürlichen Eingänge zur Höhle. Als Haupteingang genutzt wird ein Stollen. Sonnenlicht, das durch die Deckenöffnungen einfällt, sorgt für eine ganz besondere Stimmung.

In der Blauen Grotte der Einhornhöhle sorgen einfallende Sonnenstrahlen für mystische Stimmung.

Ein weiterer mystischer Ort in Niedersachsen liegt am Rand des Harzes bei Rhumspringe im Landkreis Göttingen. Dort befindet sich die Rhumequelle, eine der ergiebigsten Karstquellen Europas. Pro Sekunde treten im Durchschnitt 2500 Liter Wasser aus. Der zwischen 9 und 12 Meter tiefe sowie etwa 30 mal 20 Meter breite Teich friert nie zu. Die Wassertemperatur beträgt konstant zwischen 8 und 9 Grad Celsius.

Alten Bergwerksstollen bei Liebenburg erkunden

Um die Rhumequelle ranken sich Geschichten und Sagen. Der Legende nach lebte darin einst die Nixe Rhuma. Das türkisblaue oder grünblaue Wasser, das je nach Außentemperatur von einem Nebelschleier umgeben ist, faszinierte Menschen offenbar bereits in der Steinzeit. Funde von Münzen, Werkzeugen und Tonscherben am Grund des Quellteichs zeugen von einem Opferkult vergangener Zeit.

Niedersachsen und Schleswig-Holstein: Die 9 schönsten Strände für eine Reise mit dem 49-Euro-Ticket

Juist Strand Niedersachsen Ostfriesische Inseln
Weißer, feiner Sand und Dünengras zeichnen den Strand der Ostfriesischen Insel Juist aus. Auch dieser Strand ist mit Regionalbahnen und somit durch das Deutschlandticket einfach erreichbar. Ähnlich wie bei der Insel Norderney ist die Endhaltestelle der Züge der Bahnhof Norddeich (Mole). Regionalzüge aus Bremen über Oldenburg steuern diesen Bahnhof an. © IMAGO / Wirestock
Norderney Strand Sonnenuntergang
Die Ostfriesische Insel Norderney ist wohl ein Strand-Klassiker. Ausgezeichnet durch feinen Sand, erstreckt sich der Strand ganze 15 Kilometer. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Deutschlandticket ist die Insel gut zu erreichen. Direkt am Fähranleger befindet sich die Bahnstation. Der RE 1 klappert auf dem Weg dorthin direkt mehrere Orte ab, in denen Urlauber zusteigen können – unter anderem Emden, Oldenburg, Delmenhorst oder Bremen Hauptbahnhof.  © Imago/JanisMEYER/Priller&MAUG
Strand in Cuxhaven Duhnen Döse
Mit dem Wattwagen nach Neuwerk, zum Wattwandern oder in der Nordsee baden – wer aus Bremen oder Hamburg kommt und einen Kurzurlaub an der Küste plant, bekommt in Cuxhaven sogar mehr als nur Sandstrand geboten. Von Hamburg aus fährt der RE5 direkt bis nach Cuxhaven. Wer aus Bremen mit dem Deutschlandticket anreist, wählt die NWB RS2 und steigt in Bremerhaven in den Zug EVB RB33. © IMAGO/Torsten Krüger
Sandstrand Neuharlingersiel
Es mutet an, wie der Strand einer Ostfriesischen Insel, ist aber Neuharlingersiel. Bei 10 Hektar Fläche ist genug Platz am Strand, um zu entspannen und dem Meer zu lauschen. Wer von Oldenburg aus mit dem Deutschlandticket anreist, steigt in den RE1 Richtung Norden und hat dann nur noch eine kurze Busreise vor sich. Alle, die am Bremer Hauptbahnhof ankommen, steigen in den Bus F20. Dieser fährt bis zum Anleger, Neuharlingersiel. Von dort aus ist es zu Fuß nicht mehr weit. Die Buslinie K1 fährt aber auch in zwei Minuten direkt zum Strand. © IMAGO / Panthermedia
Strand Küste Ostfriesland Schillig
Ebenfalls ein echter Geheimtipp ist der zweieinhalb Kilometer lange Sandstrand von Schillig. Nördlich von Wilhelmshaven gelegen, ist er gut vom Oldenburger Hauptbahnhof aus mit dem Deutschlandticket zu erreichen. Die NWB RE18 bringt Urlauber nach Wilhelmshaven Hauptbahnhof. Von dort aus fährt die Buslinie 121 direkt in den kleinen Ort an der Nordsee. © IMAGO / imagebroker
Strandabschnitt zwischen Wenningstedt und Kampen auf Sylt
Ob Westerland, List oder Kampen, Sylt lockt jährlich bis zu 4,8 Millionen Übernachtungsgäste auf die Insel. Doch keine Sorge, Platz ist genug: Ungefähr 40 Kilometer lang misst der weiße Sandstrand. Der RE6 fährt direkt von Hamburg Altona durch, ohne Umstieg. Aber auch von kleiner Orten aus Schleswig-Holstein wie Bredstedt und Niebüll fahren Regionalzüge, in denen das Deutschlandticket gültig ist, zur Insel. © IMAGO/Chris Emil Janssen
Strand Pellworm
Es muss nicht immer Sandstrand sein, um ein maritimes Urlaubsgefühl zu bekommen, oder? Die Insel Pellworm ist zwar beliebt, aber längst nicht so populär wie ihre „großen Schwestern“ Sylt und Föhr. Dabei ist Pellworm genauso leicht mit dem Deutschlandticket zu erreichen: Wie bei der Anreise nach Föhr, müssen Urlauber von Hamburg aus lediglich einmal in Niebüll umsteigen.  © IMAGO / Panthermedia
Steg bei Sonnenuntergang auf der Insel Föhr
Wyk auf der Nordfriesischen Insel Föhr verfügt nicht nur über einen malerischen Sandstrand, sondern auch über eine gute Zuganbindung. Direkt am Fähranleger befindet sich die Bahnstation Dagebüll Mole. Zwar steuern diesen vorwiegend Intercity Züge als Direktverbindung an, mit dem RE 60 und einem Umstieg in Niebüll können Hamburger aber ebenfalls per Deutschlandticket den Fähranleger erreichen. © IMAGO / imagebroker
Strandkorb in Sankt Peter Ording
Lange Stege, die vom Ortskern über die Dünen zum Strand führen sowie die Pfahlbauten, sind das Markenzeichen von St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein. Wer hier in der Sonne auf dem Handtuch liegen oder im Strandkorb sitzen möchte, kommt entspannt von Kiel, Hamburg oder Westerland (Sylt), mit einem Umstieg in Husum in die RB 64, per Deutschlandticket zum Urlaubsglück. © CHROMORANGE / Karl-Heinz Spremberg

Wen Bergbau und Geologie faszinieren, reist zum Schroederstollen nach Liebenburg. Der Bergwerksstollen ist heute stillgelegt. Doch das Ehepaar Dützer erfüllte sich einen Traum und baute das Areal zu einem Besucherstollen aus. Der Stolleneingang wurde freigelegt, der Bahnhof restauriert und eine alte Lok samt Loren aufbereitet. Inzwischen sind rund 600 Meter des ursprünglich 2,2 Kilometer langen Stollens wieder zugänglich. Wen es lieber in die unberührte Natur zieht, der wählt einen der zahlreichen tollen Wanderwege in Niedersachsen. (mt)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Schöning

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