Besonderheit im Norden
Absolut einzigartig: So formte die Eiszeit diese Region in Niedersachsen
Eine Region in Niedersachsen ist wie keine zweite. Denn hier hat die Eiszeit die Landschaft besonders geformt. Noch heute sind Spuren davon zu entdecken.
Wo heute violette Heideblüten die Landschaft verzaubern, schoben sich einst gewaltige Eismassen durch Norddeutschland. Die Lüneburger Heide – in der auch „die größte Fachwerkstadt Europas“ liegt – verdankt ihre einzigartige Gestalt den Eiszeiten, die vor Jahrtausenden das Fundament für eine der faszinierendsten Kulturlandschaften Europas legten.
Riesiges Gebiet in Niedersachsen von der Eiszeit geformt: Die Lüneburger Heide ist äußerst charakteristisch
Vor 230.000 Jahren begann die prägende Veränderung der Region. Die Saale- und Weichsel-Kaltzeit veränderten das Gebiet nachhaltig. Skandinavische Gletscher, bis zu drei Kilometer hoch, schoben sich über die Ostsee bis ins heutige Niedersachsen vor, heißt es vom Naturpark Lüneburger Heide.
Diese gewaltigen Eismassen transportierten Unmengen von Sand, Geröll und Findlingen aus dem hohen Norden. Beim Abschmelzen hinterließen sie eine charakteristische Abfolge geologischer Formen. Riesige Steine und beeindruckende Hügelgräber aus der jüngeren Vergangenheit sind noch immer in der Heide zu finden.
Auch der 169 Meter hohe Wilseder Berg, die höchste Erhebung der nordwestdeutschen Tiefebene, entstand durch einen Geröllstau schmelzender Gletscher. Heute ist die Heide eine der schönsten Urlaubsregionen in Niedersachsen im Sommer. In einer anderen Region in Niedersachsen stehen derweil sieben Schlösser auf engen Raum.
Lüneburger Heide in Niedersachsen ist wahres Naturwunder: So hat sich die Region gewandelt
Nach dem Ende der Eiszeit breiteten sich zunächst ausgedehnte Mischwälder aus. Doch ab der Jungsteinzeit griffen Menschen entscheidend in die Landschaftsentwicklung ein. Heidebauern rodeten Wälder für den Ackerbau und betrieben Beweidung mit Heidschnucken.
Die historische Heidebauernwirtschaft entwickelte sich zu einem perfektionierten Kreislauf: Mit sogenannten Plaggenhieben trugen Bauern das Heidekraut samt Humusschicht ab und verwendeten es als Streu für die Ställe. Angereichert mit Schafsmist diente es als Dünger für die kargen Äcker. Diese schwere Tätigkeit brachte übrigens das Wort „Plackerei“ hervor, das bis heute für harte körperliche Arbeit steht, heißt es auf der Internetseite der Heide.
Mitte des 18. Jahrhunderts erreichte die Heide ihre größte Ausdehnung. Doch Konkurrenzprodukte zu Honig und Schnuckenwolle sowie die Einführung von Mineraldünger bedrohten die traditionelle Wirtschaftsweise. Während in anderen Teilen Europas Heidelandschaften verschwanden, sorgte die Gründung eines der ersten deutschen Naturschutzvereine für den Erhalt der Lüneburger Heide.
Im Gebiet der Heide liegt heute übrigens das größte Freizeitpark-Eldorado Europas.
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