Steigende Inzidenz
Neue Corona-Verordnung in Niedersachsen: Land arbeitet an Entwurf
Die Landesregierung berät scheinbar über neue Corona-Regeln, um der steigenden Inzidenz vorzubeugen. Die Delta-Variante erreichte derweil im Land fast 100 Prozent.
Hannover – Niedersachsen arbeitet laut einem Medienbericht an einer neuen Corona-Verordnung, um auf die steigenden Inzidenz-Zahlen und die weitere Verbreitung der Delta-Variante zu reagieren. Zwar sank am Freitag, 6. August 2021, die Zahl der Neuinfektionen im Zusammenhang mit Covid-19 pro 100.000 Personen binnen sieben Tage auf 17,2 (Vortag: 17,5). Der längerfristige Trend ist allerdings eindeutig: Anfang Juli lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 2,9.
| Land: | Niedersachsen |
| Hauptstadt: | Hannover |
| Einwohner: | 7,982 Millionen |
| Fläche: | 47.614 km² |
Im Bundesvergleich steht das Land noch vergleichsweise gut da: Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 17,2 liegt Niedersachsen im mittleren Feld der Bundesländer. Zum Vergleich: Inzidenz-Spitzenreiter Hamburg erreichte am Freitag die Marke von 37,2.
Wegen steigender Inzidenz in Niedersachsen: Land plant neue Corona-Verordnung
Die Landesregierung plant allerdings bereits die nächste Corona-Verordnung, kündigte Regierungssprecherin Kathrin Riggert gegenüber dem NDR an. Die aktuelle Situation sei neu, weil die positiv Getesteten selten schwer erkrankten und die Intensivstationen dadurch weniger schwer belastet seien, erklärte sie.
Die neue Verordnung sollte Ende kommender Woche stehen, fügte die Regierungssprecherin hinzu. Der aktuelle Text ist seit dem 16. Juli in Kraft und gilt bis zum 3. September 2021.
Neue Corona-Verordnung: Niedersachsen will Bund-Länder-Konferenz mit Bundeskanzlerin Merkel abwarten
Man werde die Ergebnisse der nächsten Bund-Länder-Konferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer am Dienstag, 10. August 2021, abwarten. Es werde dementsprechend „keinen Alleingang“ geben, versprach Riggert.
Im Vorfeld der Konferenz hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Beschlussvorlage erarbeitet, wonach die Maskenpflicht noch bis 2022 bleiben soll. Außerdem könnten bestimmte Corona-Lockerungen wie zum Beispiel der Besuch von Restaurants oder Veranstaltungen zurückgenommen werden. Die Pläne sind zwar politisch umstritten, finden allerdings die Unterstützung einer Mehrheit der Deutschen.
Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) zeigte ihre Zustimmung. „Wer sich dazu entschließt, sich nicht impfen zu lassen, wird mit Einschränkungen leben müssen“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Behrens hat bereits eine mögliche Änderung der Corona-Strategie des Landes durchblicken lassen.
Delta-Variante: So weit verbreitet ist die Corona-Mutante in Niedersachsen
Unterdessen hat sich auch in Niedersachsen die Delta-Variante des Coronavirus durchgesetzt. Nach Angaben einer Sprecherin des niedersächsischen Gesundheitsministeriums sei sie in 97,6 Prozent der im Landesgesundheitsamt untersuchten Proben festgestellt worden.
Die zuerst in Indien entdeckte Mutante gilt als besonders ansteckend*.
Corona-Impfstoff bleibt liegen: Niedersachsen schickt über 120.000 Impfdosen zurück
Aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Corona-Impfungen haben die Bundesländer in den vergangenen Wochen mehrere Zehntausende AstraZeneca-Impfdosen vernichtet, deren Haltbarkeit Ende Juli abgelaufen war, berichten derweil NDR und WDR.
Impfdosen, die zwar nicht verimpft werden, aber noch haltbar sind, werden an den Bund zurückgeschickt. Allein Niedersachsen soll dadurch 120.400 Impfdosen zurückgeschickt haben. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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