Neues Kapitel beginnt
Niedersachsen lockert Corona-Regeln: Was jetzt schon wegfällt
Kontaktbeschränkungen, Veranstaltungen oder Friseurbesuch: In Niedersachsen werden jetzt einige Corona-Regeln gelockert – und das in mehreren Stufen.
Hannover – Ein Bundesland macht sich locker: In den kommenden Tagen und Wochen können sich viele Menschen in Niedersachsen auf gelockerte Corona-Regeln freuen. Zunächst betrifft das private Zusammenkünfte: Von Donnerstag, 24. Februar 2022, an gibt es keine Begrenzung mehr für geimpfte und genesene Menschen. Das kündigte die Staatskanzlei am Mittwoch an.
In Niedersachsen dürfen sich bislang maximal zehn Menschen gleichzeitig treffen – aber auch nur, wenn sie gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-Infektion genesen sind. Kinder bis 13 Jahren sind von dieser Regelung ausgenommen. Bei Ungeimpften sind diese Regeln noch strenger: Wer weder geimpft noch genesen ist, darf neben seinem eigenen Haushalt nur zwei weitere Menschen eines weiteren Haushalts treffen. Dies bleibt den Angaben zufolge auch in den kommenden Wochen bestehen.
Niedersachsen lockert Corona-Regeln: 3G-Regel beim Friseur fällt
Eine Änderung ab Donnerstag, 24. Februar 2022, ist auch bei den körpernahen Dienstleistungen, also etwa bei Friseuren oder Kosmetikstudios, vorgesehen. Dort gilt dann demnach nicht mehr die 3G-Regel. Für den Besuch ist somit kein Impf- oder Genesenen-Nachweis mehr notwendig, ein Test bei nicht geimpften Menschen ebenfalls nicht mehr. Es muss aber noch eine FFP2-Maske getragen werden.
Von Donnerstag an sind Veranstaltungen im Innenbereich mit maximal 6000 Menschen erlaubt, wenn dies maximal 60 Prozent der Kapazität der Veranstaltungshalle entspricht. Im Außenbereich sind es 25.000 Menschen bei einer maximalen Auslastung von 75 Prozent. Dort gilt den Angaben zufolge die 2G-Plus-Regel. Wer zum Beispiel eine Auffrischungsimpfung bekommen hat, benötigt keinen zusätzlichen Test. Das gilt auch für Menschen, deren zweite Impfung nicht länger als 90 Tage zurückliegt.
Ministerpräsident Weil zu Corona in Niedersachsen: „Glauben wir bitte nicht, die Pandemie sei vorbei“
Für Niedersachsen beginne ein neues Kapitel in der Pandemiebekämpfung, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). „Nach einem schwierigen Winter nehmen wir Kurs auf Lockerungen. Bis zum 20. März 2022 werden in drei Stufen, mit Ausnahme der Maske, alle coronabedingten Einschränkungen abgeschafft.“ Regierungschef Weil warnte auch vor anhaltender Gefahr: „Glauben wir bitte nicht, die Pandemie sei vorbei. Sie ist es nicht.“
Am 4. März sollen weitere gelockerte Corona-Regeln in Niedersachsen in Kraft treten. Dann sollen etwa auch Ungeimpfte mit einem negativen Test wieder in ein Restaurant oder zu Veranstaltungen mit maximal 2000 Menschen gehen können. Für nicht geimpfte Menschen sind auch wieder Übernachtungen in einem Hotel möglich. Als negativer Test reicht ein Schnelltest aus, der vielerorts in Apotheken oder Testzentren kostenlos gemacht werden kann.
Corona-Regeln in Niedersachsen gelockert: Clubs und Diskos dürfen öffnen
Auch Clubs und Diskotheken sollen dann nach monatelanger Schließung wieder öffnen dürfen. Hier muss allerdings eine FFP2-Maske getragen werden – außer im Sitzen.
Nach dem jüngsten Bund-Länder-Beschluss sollen vom 20. März an bundesweit viele Corona-Schutzmaßnahmen entfallen. Wie es danach in Niedersachsen weitergeht, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Auch im Nachbarland Bremen wurden Corona-Regeln gelockert.
Mit Blick auf diese Phase betonte Weil: „Wenn Sie sich jetzt auf dieser Grundlage fragen, wird es danach eine Corona-Verordnung geben und welchen Inhalt mag sie haben, lautet die ehrliche Antwort: Wir wissen es noch nicht.“ Weil dringt jedoch auf einen über dieses Datum hinausgehenden „Basisschutz“ vor dem Virus. Dazu zählt etwa das Tragen einer Maske.
Die Landesregierung betonte zudem, dass Landkreise wieder verschärfte Maßnahmen verhängen können, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen und der Corona-Patienten in Krankenhäusern so stark ansteigen, dass eine Gefährdung der Gesundheitsversorgung zu befürchten sei.
So soll es mit den Schulen in Niedersachsen weitergehen
Für den Schulbereich hatte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bereits Lockerungspläne vorgelegt. Die bislang noch geltende tägliche Testpflicht wird vom 7. März an bis zu den Osterferien auf dreimal wöchentlich reduziert. Wer eine dritte Impfung gegen das Coronavirus erhalten hat, muss sich nicht testen. Nach den Osterferien wird rund eineinhalb Wochen lang wieder täglich getestet, danach sollen die verbindlichen Testungen dann auslaufen.
Vom 21. März an müssen zudem Grundschülerinnen und Schüler keine Maske mehr im Unterricht tragen, Anfang Mai sollen die restlichen der insgesamt 1,1 Millionen Schüler im Bundesland folgen. Für den Kita-Bereich gilt weiterhin eine dreimal wöchentliche Testpflicht für Kinder ab drei Jahren. (Mit dpa-Material) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

