Es ist sogar sein Hauptwohnsitz

Klopp und Sylt: Mehrere Urlauber stießen zufällig auf ihn – Sansibar-Gast verdutzt von Reaktion

Jürgen Klopp hört zum Saisonende beim FC Liverpool auf. Er muss einfach neue Kraft tanken. Mit Sylt verbindet ihn viel.

Update vom 23. Februar 2024: Inzwischen wird berichtet: Jürgen Klopp hat seine Villa auf Sylt längst verkauft. Das schreibt die Bild. Klar ist, dass er ein Fan der Insel bleiben wird – so etwas ändert sich ja nicht. Insofern könnte er sich auch in Zukunft auf Sylt blicken lassen. Wir haben den Artikel unten entsprechend angepasst.

Unser Artikel vom 26. Januar 2024: Liverpool – Der Klopp-Knüller wurde am Freitag, 26. Januar öffentlich: Jürgen Klopp verlässt den FC Liverpool zum Saisonende. Als Grund gab der Trainer nicht etwa an, dass ein anderer Klub lockt. Schließlich schien der 56-Jährige perfekt zu den Reds zu passen. Vielmehr stecken persönliche Gründe hinter dem Entschluss. „Mir geht die Energie aus. Ich wusste schon länger, dass ich es irgendwann ankündigen muss. Ich weiß, dass ich den Job nicht immer und immer wieder machen kann“, erklärte er in einem Video, das der englische Traditionsklub veröffentlichte.

Jürgen Klopp hört beim FC Liverpool auf

„Ich verstehe, dass das im Moment ein Schock für viele Leute ist, wenn man es zum ersten Mal hört, aber ich kann es erklären“, so Klopp weiter. Er liebe den Club, die Stadt, die Fans, das Team und seine Mitarbeiter. „Aber dass ich trotzdem diese Entscheidung treffe, zeigt Euch, dass ich überzeugt bin, dass ich sie treffen muss“, fügte er hinzu.

Links: die Sansibar auf Sylt. Rechts: Jürgen Klopp mit Ehefrau Ulla auf einem Archivfoto an anderer Stelle.

Wie geht‘s jetzt weiter mit Klopp? Er wolle „mindestens ein Jahr lang keinen Verein und keine Nationalmannschaft“ übernehmen, so der 56-Jährige am Freitag. „Wenn man mich fragt, ob ich jemals wieder als Trainer arbeiten werde, würde ich jetzt Nein sagen“, meinte er gar. Und wenn doch? Beim FC Bayern? Als DFB-Trainer? Oder aber als Coach eines Welt-Klubs außerhalb Deutschlands? Die nähere Zukunft ist klar: Er wird die Saison mit dem FC Liverpool zu Ende bringen. Und danach ausgiebig Kraft tanken.  „Ich bin auch heute noch ein normaler Kerl“, sagte er nun, „aber ich möchte nicht warten, bis ich zu alt für ein normales Leben bin. Ich hatte noch nie eines – ich will es zumindest mal ausprobieren.“

Kraftort für Jürgen Klopp: der Strand von Kampen auf Sylt.

Um den Akku aufzuladen, könnte Sylt ins Spiel kommen. Klopp und Ehefrau Ulla Sandrock pendelten lange zwischen Liverpool und versuchten, so oft wie möglich auf der Insel zu sein. Klopp gilt als Stammgast im – nicht unumstrittenen – Edel-Lokal Sansibar. Sylt ist schon lange ein Energie-Ort für Jürgen Klopp – auch wenn er seine Villa inzwischen angeblich verkauft hat.

In Liverpool ist er bekannt wie ein bunter Hund, was vor allem seiner Frau Ulla zu schaffen machte. „Ich habe mich damit abgefunden“, sagte er einst bei Sportbuzzer, „dass ich nicht in den Pub kann. Es tut mir leid für Ulla. Sie ist gerne unterwegs und unter Menschen. Wir können nicht ins Kino gehen und dann Sushi essen oder ein Bierchen trinken.“

Klopp-Ehefrau Ulla über Sylt: „Hier können wir abschalten und runterfahren“

Fotograf Wolfgang Barth berichtete vor Jahren auf Facebook, wie er Klopp auf Sylt wahrgenommen hat: „Ein glückliches Paar, ein paar glückliche Stunden, raus aus dem Alltagsstress. ‚Kloppo‘, wie er liebevoll von seinen Fans genannt wird, genießt förmlich die vier Tage mit seiner Traumfrau Ulla auf Sylt. Keine offiziellen Termine, einfach nur die Seele baumeln lassen. Harmonisch miteinander umgehen und nur das machen, was Spaß macht. Abends in die Sansibar zu Freund Herbert Seckler oder einfach nur Skat spielen mit Pius. Das ist Lebensqualität.“

Eine Ansicht, die Zitate von Ulla Sandrock bei sylt-life.de stützen. „Hier können wir abschalten und runterfahren“, sagte sie einst. Oder „Wir haben drei Tage nur geschlafen, waren total kaputt“ nach einer kurzen Stippvisite. Wenn fürs Liverpool-Aus nun der Grund ist, dass Klopp total platt ist, dann wird er sicher auf Sylt noch länger schlafen als nur drei Tage.

Dass Klopp auf Sylt ein besonders entspannter Mensch ist, zeigen auch die Anekdoten von Facebook-Nutzern. HSV-Blogger Meiko lief ihm auf der Insel zufällig über den Weg. Er habe ihn bei seinem jährlichen Urlaub in Kampen getroffen, erinnert sich der HSV-Fan. Die beiden hätten kurz geplaudert. „Da ich HSV-Fan bin und mein Auto eine große Raute ziert, war das Prio-Thema – insbesondere wegen 2. Liga usw. Er wünschte mir viele Nerven und Glück.“ Seiner Bitte nach einem Selfie sei Klopp gern nachgekommen. Darauf ist Klopp im Lässig-Look mit Trainingsjacke zu sehen. Der HSV-Blogger weiter: „Ich habe ihm natürlich alles Gute gewünscht und ihm gesagt, dass der HSV gute Trainer braucht.“ Vielleicht ja in Zukunft mal?

Sansibar-Gast traf Klopp zufällig – und zeigte sich positiv überrascht von seinem Verhalten

Ein anderer Facebook-User erzählte seine Klopp-Geschichte kurz nach Bekanntwerden des Liverpool-Abschieds öffentlich. Diese lässt sich nicht nachprüfen, es deutet aber auch nichts darauf hin, dass sie erfunden ist. „Ein einziger Besuch von mir auf Sylt in der Sansibar. Wer saß neben mir? Jürgen Klopp! Er machte Platz und war freundlich.“ Nun gilt Klopp generell als Gentleman. Aber es würde sicher nicht jeder Weltstar einem normalen Sansibar-Gast Platz machen und sich diesem gegenüber so freundlich verhalten. Die beiden seien ins Gespräch gekommen, berichtet er weiter. „Ich entgegnete ein tolles Lob. Handballtrainer sind doch um Längen sympathischer als die ollen Fußballtrainer. So war das Eis gebrochen …“

Sylt-Erlebnis machte Klopp einst zu einem fitteren Menschen

Ein einschneidendes Erlebnis auf Sylt brachte Klopp sogar einst dazu, ein fitterer Mensch zu werden, wie er sich im Gala-Interview erinnerte: „2015, nachdem ich bei Borussia Dort­mund zurückgetreten war, wurde ein Foto von mir am Strand von Sylt im Magazin VIEW veröffentlicht, bei dem Ulla auf meinem Bauch liegt. Eine Freundin hat uns das Foto gezeigt – und ich habe nur diesen Berg an Mann gesehen. In den folgenden vier Monaten habe ich 16 Kilo abge­nommen – nur durch Tennis. Als ich wenig später in Liverpool ankam, sah ich aus wie ein Fieberthermometer.“ Das Sansibar überraschte unlängst nach Jahrzehnten mit einem Novum. (lin)

Rubriklistenbild: © Meikos HSV Report

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