Gaststätte „Pony“

Rassismus-Skandal auf Sylt: Influencerin und Hochschule ziehen Konsequenzen

Das rassistische Skandalvideo von Sylt hat für die Beteiligten reelle Konsequenzen. Eine Person, die im Video auftaucht, ist nun zumindest ihren Job los.

Kampen – Die Welle der Empörung, die das rassistische Schock-Video von Sylt schlägt, sind hoch. Selbst Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich nun zu dem Skandal geäußert, schrieb auf der Plattform „X“: „Solche Parolen sind eklig. Sie sind nicht akzeptabel. #Sylt“. Auch der Bürgermeister von Sylt, Nikolas Häckel (parteilos), sagte gegenüber kreiszeitung.de: „Wir haben für diese Gesänge null Toleranz. Dieses Verhalten ist für uns abstoßend und vollkommen inakzeptabel. Wir dulden das nicht.“

Ein alter amerikanischer Schulbus steht als Ausschank neben der Gaststätte „Pony“. Hier hat sich der Rassismus-Skandal zugetragen.

Das Skandalvideo dürfte für die Beteiligten echte Konsequenzen haben. Die Polizei prüft das Video, der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Und der Betreiber des Lokals, wo die rassistischen Parolen gegrölt wurden, hat mehrfach Anzeige erstellt.

Rassismus-Skandal auf Sylt: Influencerin kündigt Arbeitsverhältnis – „verletzt und enttäuscht“

Eine Person, die in dem Video zu sehen ist, ist nun zumindest ihren Job los. Die Influencerin Milena Karl (800.000 Follower auf Instagram) meldete sich am Freitag, 24. Mai, in einer Story zu Wort: „Abgesehen von dem ohnehin abscheulichen Inhalt des Videos hat es mich schockiert, verletzt und enttäuscht, zu sehen, dass eine der Personen aus dem Video mit mir in einem Anstellungsverhältnis stand.“

Und weiter: „Für mich stand außer Frage, dass ich unmittelbar nach Kenntnis dieses Videos das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung auflösen werde und dies auch bereits getan habe.“ Sie sei selbst Migrantin, so Karl. Als werdende Mutter stünde alles, was in dem Video zu sehen ist, für eine Gesellschaft, in der sie ihr Kind nicht großziehen möchte.

Sylter Skandalvideo sorgt bundesweit für Entsetzen: Hamburger Hochschule veröffentlicht Statement

Auch die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften HAW sah sich veranlasst, ein Statement zu dem Schock-Video zu veröffentlichen. „Es besteht der Verdacht, dass es sich bei einer der beteiligten Personen um eine Studierende der Hochschule handelt“, heißt es darin. Hinweisen auf beteiligte Personen werde derzeit polizeilich nachgegangen, schreibt die HAW.

Um die Persönlichkeitsrechte zu wahren, werde sich die Hochschule zu konkreten Namen nicht weiter äußern.

In der nur wenige Sekunden langen Aufnahme, die seit Donnerstag, 23. Mai, in den sozialen Medien viral geht, grölen junge Männer und Frauen zur Melodie des Party-Hits „L’amour Toujours“ von Gigi D‘Agostino „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“. Ein Mann scheint mit seinen Fingern auf der Oberlippe einen Hitlerbart anzudeuten. 

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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