29-Jähriger liebäugelt mit dem „Fritz-Weg“
Bargfrede bestätigt: „Ich bleibe bei Werder“
Bremen - Am Saisonende läuft der Vertrag von Philipp Bargfrede aus. Ein SV Werder ohne den Sechser ist eigentlich kaum vorstellbar.
Seit 2004 trägt er schon grün-weiß – und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. „Ich bleibe beim SV Werder“, bestätigt der 29-Jährige nun im Gespräch mit der DeichStube: „Ich habe es ja schon oft betont: Werder ist mein Verein.“ Ob sich der Vertrag nun automatisch verlängert hat oder neu gestaltet wurde, wollte Bargfrede nicht verraten. Da hielt er sich an den Kurs von Sportchef Frank Baumann, der diese Details nicht mehr veröffentlichen will.
Allerdings hatte Baumann selbst neulich einen Hinweis gegeben. Es bleibe abzuwarten, „ob wir mit Philipp verlängern müssen“. Baumanns Grinsen sprach dafür, dass sich im Arbeitspapier eine Option befindet, die eine weitere Zusammenarbeit regelt – möglicherweise nach einer bestimmten Anzahl von Spielen. Und Bargfrede hat in dieser Saison schon so viel gespielt wie seit der Serie 2011/12 nicht mehr: 23 Partien in der Bundesliga und dem DFB-Pokal.
Bargfrede einer der besten Balleroberer der Bundesliga
Nach seinen vielen Verletzungen bestand durchaus Skepsis, ob der Sechser wirklich dauerhaft einsatzbereit sein würde. Er war es, gönnt sich deshalb aber nur einen Hauch von Genugtuung: „Natürlich freut es mich, die Saison läuft sehr gut für mich. Wir haben die Saison nach meiner langen Verletzung peu a peu aufgebaut. Das tut mir jetzt gut. Ich hoffe, dass ich weiter voll durchspielen kann.“
Über die Bedeutung eines Philipp Bargfredes muss eigentlich nicht mehr viel geschrieben werden. Er räumt souverän vor der Abwehr ab – und vor allem gewinnt er sagenhaft viele Zweikämpfe: Bargfrede ist einer der besten Balleroberer der Bundesliga. Ein echter Balldieb. „Wenn der Gegner einen Konter läuft, versuche ich, schon vorher zu erkennen, wo die Aktion weitergeht oder was der Spieler vorhat“, erklärt Bargfrede und fügt noch grinsend an: „Wenn man zu Hause spielt, einen Ball erobert und die Fans jubeln, dann ist das ein gutes Gefühl.“
Bargfrede genießt jedes Spiel im Weserstadion. Schließlich kommt er aus der Region, ist im nur 60 Kilometer entfernten Heeslingen aufgewachsen. Mit 15 Jahren kam er zum SV Werder und kämpfte sich bis in die Bundesliga hoch. Aber er ist nicht nur ein reiner Arbeiter, sondern ein sehr intelligenter Spieler – mit großem taktischen Verständnis.
Das passt sehr gut zum neuen Chefcoach Florian Kohfeldt. Der 35-Jährige ist nach Thomas Schaaf, Robin Dutt, Viktor Skripnik und Alexander Nouri Bargfredes fünfter Trainer bei Werder. „Er ist schon der, der mit uns am meisten im taktischen Bereich arbeitet“, sagt Bargfrede: „Florian gibt uns sehr viel mit, was uns wirklich hilft, was auch greift. Klar haben uns auch die anderen Trainer auf den Gegner eingestellt und wir hatten einen Plan. Aber was jetzt noch häufiger dazukommt: Wir können auch während des Spiels reagieren.“ Und Kohfeldt sei längst noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten angelangt, prophezeit Bargfrede: „Ich glaube, dass in Zukunft noch mehr auf uns zukommt, weil der Trainer doch noch gar nicht so lange da ist. Es bleibt sehr interessant.“
Trainee bei Werder? „Könnte ich mir auch gut vorstellen“
Das gelte allerdings auch für die aktuelle Saison. Bargfrede schaut in der Tabelle weiterhin nach unten. „Ich weiß, unser positiver Trend und unser Fußball sorgen gerade für eine gute Stimmungslage, aber wir sind noch nicht gerettet.“ Im nächsten Spiel am Montag gehe es darum, „zu gewinnen, damit wir Köln nicht mehr herankommen lassen“. Für einen Ex-Bremer wäre das allerdings nicht so schön: Claudio Pizarro. Bargfrede kennt ihn natürlich bestens: „Hut ab. Mit 39 Jahren hat er so viel erreicht. Man muss immer ein Auge auf ihn haben. Wenn einer weiß, wo das Tor steht, dann er.“ Kann man einem Pizarro überhaupt den Ball klauen? „Ich schon“, antwortet Bargfrede und grinst.
Dem 29-Jährigen geht es gerade sehr gut. Im Sommer ist er zum zweiten Mal Vater geworden. Alle sind gesund. Die Zukunft ist geklärt – zumindest die nahe. Angesprochen auf seinen Ex-Kollegen Clemens Fritz, der kürzlich als Trainee im Management des SV Werder eingestiegen ist, sagt Bargfrede: „Das ist eine interessante Sache, überall mal reinzuschnuppern. So etwas könnte ich mir auch gut vorstellen.“ Aber gesprochen hat er darüber mit Baumann noch nicht. „Ich hoffe doch, dass ich noch lange spielen kann.“ Fritz hat seine Karriere mit 36 Jahren beendet – natürlich bei Werder. Bargfrede ist erst 29, aber auch bei ihm gilt offenbar: lebenslang grün-weiß.
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