Kampf ums Kanzleramt
Duell in Niedersachsen: Armin Laschet gegen Olaf Scholz
Bei je drei Wahlkampfauftritten in Niedersachsen liefern sich Laschet und Scholz ein Fernduell. Die CDU will kämpfen, die SPD verteilt Seitenhiebe.
Braunschweig/Hannover – Nur noch eine Woche, dann stehen die Kommunalwahlen in Niedersachsen an. Grund genug für die Parteien, in den Wahlkampf-Endspurt zu gehen: CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet rief seine Partei angesichts sinkender Umfragewerte zum Kämpfen auf, sein Kontrahent Olaf Scholz (SPD) warb in Niedersachsen für seine Kompetenz und stabile Renten.
| Kanzlerkandidaten: | Olaf Scholz | Armin Laschet |
| Geboren: | 14. Juni 1958, Osnabrück | 18. Februar 1961, Aachen |
| Größe: | 1,7 m | 1,72 m |
| Partei: | SPD | CDU |
| Ausbildung: | Universität Hamburg, Rechtswissenschaften | Ludwig-Maximilians-Universität München, Rechts- und Staatswissenschaften |
„Die Stimmung ist schwierig, wir dürfen uns nur nicht verrückt machen lassen!“, sagte Laschet am Samstag vor hunderten Anhängern in Braunschweig. Die Union habe „alle Chancen“. „Die Demoskopen haben alle Angst, ob sie wirklich Recht haben“, sagte Laschet, räumte aber auch Fehler ein: „Manches ist schiefgelaufen.“ In Hannover erhielt er Unterstützung von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko: „Man muss kämpfen. Das Leben ist ein Kampf.“ Auch Karin Prien und Silvia Breher aus dem neuen „Zukunftsteam“ von Laschet waren im Publikum.
Lascht und Scholz bekriegen sich in Niedersachsen: SPD schießt gegen CDU
SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil konnte sich eine Spitze in Richtung der Unterstützer nicht verkneifen. Wer Friedrich Merz für die Zukunft halte, „der denkt auch, dass die Videokassette fortschrittlich ist“, sagte er unter Gelächter in Göttingen.
Unsolidarisch und aus der Zeit gefallen.
In Niedersachsen werden noch vor der Bundestagswahl bereits am 12. September neue Kommunalparlamente gewählt. Auch Scholz warb um Stimmen, er absolvierte wie Laschet mehrere Wahlkampf-Termine. Anders als sein Kontrahent befindet sich Scholz im Umfragehoch.
Er versicherte, dass die Renten unter seiner Führung stabil blieben. Ziel sei es, die Beschäftigung zu erhöhen, indem Kinder aus sozial schwachen Familien bessere Aufstiegschancen erhielten oder Familie und Beruf besser zu vereinbaren seien zitierte er aus dem SPD-Wahlprogramm. Von der Union angedachte Steuersenkungen im CDU-Wahlprogramm für Menschen mit hohen Einkommen nannte Scholz „unsolidarisch und aus der Zeit gefallen“.
Laschet gegen Scholz in Niedersachsen: „Was muss denn noch passieren?“
Laschet forderte Scholz zu einer klaren Aussage auf, ob dieser bereit sei, eine Koalition mit den Linken einzugehen. Die Linke habe sich dem Rettungseinsatz für Afghanistan verweigert. „Was muss denn noch mehr passieren, bis Olaf Scholz sagt, mit denen will ich nicht regieren“, rief Laschet. Für seine Partei schloss Laschet jegliche Zusammenarbeit mit der AfD aus. Bei Umfragen zur Bundestagswahl lagen die Sozialdemokraten zuletzt deutlich vor der Union.
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Laschet kritisierte seinen Kontrahenten für einen Impfaufruf, in dem der die bislang gegen Corona Geimpften als Versuchskaninchen bezeichnet hatte. „Wenn man wie Olaf Scholz Scherze macht, wie die Deutschen sind Versuchskaninchen, dann spaltet man dieses Land“, sagte Laschet. Scholz hatte zuvor in einem Interview der NRW-Lokalradios mit diesen Worten für das Impfen gegen Covid-19 geworben: „50 Millionen sind jetzt zwei Mal geimpft. Wir waren ja alle die Versuchskaninchen für diejenigen, die bisher abgewartet haben. Deshalb sage ich als einer dieser 50 Millionen – es ist gutgegangen! Bitte macht mit.“ * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.