Wahlkampftour in Niedersachsen
CDU im Umfrage-Tief: Laschet wehrt Ruf nach Söder trotzig ab
Schlechte Stimmung: Wahlkampf von Armin Laschet (CDU) in Niedersachsen wird begleitet von bröckelnden Umfragen. Statt über Inhalte redet er deswegen über Söder.
Berlin/Oldenburg – Trotz eines herben Umfrage-Tiefschlags hält Armin Laschet (CDU) wenige Wochen vor der Bundestagswahl 2021 an seiner Kanzlerkandidatur fest. Die jüngsten Ergebnisse böten keinerlei Anlass für einen Wechsel zugunsten des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), sagte Laschet bei einem Wahlkampfauftritt im niedersächsischen Oldenburg. „CDU und CSU haben klar entschieden“, stellte Laschet klar. Er kommentiere weder gute noch schlechte Umfragen. „Ich bin im Wahlkampf“, fügte der NRW-Ministerpräsident fast trotzig hinzu.
| Deutscher Politiker: | Armin Laschet (CDU) |
| Geboren: | 18. Februar 1961 (Alter 60 Jahre), Aachen |
| Größe: | 1,72 m |
| Aktuelles Amt: | NRW-Ministerpräsident |
Armin Laschet (CDU): Kanzlerkandidat steckt im Umfrage-Tief – Selbst Olaf Scholz sitzt ihm im Nacken
Laschet will am 26. September 2021 bei der Bundestagswahl zum Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewählt werden. Seine Wahlkampftour führte den Kanzlerkandidaten am Mittwoch quer durch Niedersachsen. Nach einem Besuch im Landkreis Rotenburg machte sein Tross auch Station in Oldenburg und Osnabrück.
Überschattet wurden die Auftritte jedoch durch eine neue Forsa-Umfrage. Demnach zog die SPD mit Olaf Scholz an den Grünen vorbei und rückte dicht an die Union heran. Beide Parteien liegen jetzt nur noch zwei Prozentpunkte auseinander, wie aus dem Trendbarometer von RTL/n-tv hervorgeht. Ähnlich sieht die Ausgangslage beim Insa-Institut aus.
Bundestagswahl 2021: Armin Laschet (CDU) muss viel Kritik für seine Kampagne einstecken
Innerhalb der Union reagiert man zunehmend nervös. Namhafte Politiker wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kreideten Laschet den Umfrageabsturz persönlich an und warfen ihm eine inhaltsleere Kampagne vor. Viele Unionspolitiker sehen weiterhin in Söder, der sich mit Laschet ein Kopf-an-Kopf-Duell geliefert hatte, weiterhin den besseren Kandidaten.
Die jüngste Forsa-Umfrage scheint das zu bestätigen. So sagten ein Viertel der Befragten, die derzeit nicht CDU oder CSU wählen wollen, dass sie ihre Entscheidung bei einem Kandidaten Söder überdenken würden. Laut Forsa-Berechnungen würde es die Union dann auf rund 33 Prozent schaffen – statt auf aktuell 23 mit Laschet.
Der NRW-Ministerpräsident rief seine Parteifreunde aber dazu auf, Ruhe zu bewahren. Man müsse Respekt vor der Entscheidung der Wählerinnen und Wähler haben, sagte Laschet in Oldenburg. Diese würden in sechs Wochen eine Richtungsentscheidung fällen * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa/picture alliance
