Stühlerücken bei der Union?
CDU-Zukunft: Amthor hat „frommen Wunsch“ – und Partei soll auf Basis hören
Die Bundestagswahl hat die CDU verloren. Auch wenn Armin Laschet es nicht wahrhaben will. Jetzt will sich die Union neu ordnen. Philipp Amthor meldet Wünsche an.
Berlin – Es war der Akt des Tages, der mit großer Spannung erwartet wurde: Am Donnerstag, 7. Oktober 2021, trat Armin Laschet vor die Presse. Und alle Welt hatte erwartet, dass der CDU-Chef nun seinen Rücktritt von genau diesem Amt erklären würde. So wie es ihm unter anderem Parteikollege Wolfgang Bosbach nahegelegt hatte. Doch Laschet wäre nicht Laschet, wenn er nicht seinen eigenen Kopf hätte: Der 60-Jährige bleibt oberster Mann der CDU. Zumindest vorerst. Er wolle die Neuausrichtung der CDU selbst regeln, teilte Laschet mit.
Der Noch-Vorsitzende klebt zwar an seinem Amt, doch die Nachfolger scharren bereits mit den Hufen. Es gibt sogar bereits einen Favoriten bei der Nachfolger-Suche. Und mit Philipp Amthor spricht ein CDU-Mann jetzt offen über die Weichenstellung für die Neuausrichtung. Er äußert sogar bereits Wünsche.
| Deutscher Politiker: | Philipp Amthor |
| Geboren: | 10. November 1992 (Alter: 28 Jahre) in Ueckermünde |
| Partei: | Christlich Demokratische Union Deutschlands |
| Amt: | Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2017 |
Neuausrichtung der CDU: Philipp Amthor fordert bei Suche nach Laschet-Nachfolger „breite Legitimationsbasis“
Allerdings schreit Amthor, der bei der Bundestagswahl 2021 seinen Wahlkreis verloren hat, nicht namentlich nach einem Kandidaten, der auf den nach der Wahl mehr und mehr unter Druck geratenen Armin Laschet folgen soll. Vielmehr erklärt Amthor, der sich zum Wahl-Debakel geäußert hat, dass die CDU sich bei der Gestaltung ihrer Zukunft an den Wünschen der Basis ausrichten solle. „Wir müssen schauen, dass wir eine breite Legitimationsbasis bekommen“, sagt der 28 Jahre alte Christdemokrat in einem Interview im TV-Sender Phoenix.
Nach „all den Entscheidungen der letzten Jahre um den Parteivorsitz, um die Kanzlerkandidatur gibt es an der Parteibasis die berechtigte Erwartung: Hört bitte auch auf unsere Wünsche“, konstatiert Amthor im Phoenix-Interview. Gegenüber der Schweriner Volkszeitung erklärt Amthor zudem: „Es ist ein frommer Wunsch, dass ein Konsenskandidat gefunden werden soll.“ Ob dies bei der CDU nach der Niederlage bei der Bundestagswahl 2021 überhaupt möglich ist? Fakt ist: Aus der CSU beschleunigt Markus Söder mit einer Absage an die Jamaika-Koalition den Zerfall der Union. Einheit sieht anders aus.
CDU-Zukunft: Philipp Amthor kommentiert Namen – „Friedrich Merz muss zunächst für sich selbst entscheiden, ob er noch einmal antreten möchte“
Mit Blick auf die Nachfolger-Suche für Armin Laschet kommentiert Philipp Amthor bei Phoenix auch den Namen von Friedrich Merz, der schon bei der Wahl zum Nachfolger der damaligen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer gegen Laschet angetreten ist. „Wir sollten zur richtigen Einordnung betonen, dass Friedrich Merz nicht der Störenfried ist und es auch in den vergangenen Monaten nie war“, äußert sich Amthor bei Phoenix, „ganz im Gegenteil: Er hat wie kaum ein anderer auch nach seiner Niederlage um den Parteivorsitz fest an der Seite von Armin Laschet gekämpft und auch jetzt kann ich da keinerlei obstruktives Verhalten erkennen.“
Wir sollten zur richtigen Einordnung betonen, dass Friedrich Merz nicht der Störenfried ist und es auch in den vergangenen Monaten nie war.
Für Philipp Amthor steht bei der Debatte um einen möglichen Nachfolger von Armin Laschet sowohl in Bezug auf Merz als auch zum Prozedere insgesamt fest: „Friedrich Merz muss zunächst für sich selbst entscheiden, ob er noch einmal antreten möchte. Wir sollten uns jetzt zunächst über das Verfahren einigen, dann über die Person.“ Inhaltlich sieht Amthor bei der CDU keine Schwächen. „Ich trete der Erzählung entgegen, dass die CDU mit zu großen inhaltlichen Leerstellen zu kämpfen hätte“, stellt er im Phoenix-Interview klar.
CDU-Neubeginn: Philipp Amthor äußert Wunsch nach „unterscheidbarer und begeisterungsfähiger Politik“
Die Christdemokraten, so der als konservative geltende CDU-Politiker, bräuchten „den Wunsch und die Haltung zu einer unterscheidbaren und begeisterungsfähigen Politik, in der wir Unterschiede in den Inhalten noch mehr aufzeigen.“ Man müsse jetzt nach dem historisch schlechten Ergebnis bei der Bundestagswahl 2021 „in alle Richtungen eine Breiten- und Tiefendebatte zu führen, um bei zukünftigen Wahlen, Wähler von der SPD, von den Grünen aber eben auch von der AfD zurückzugewinnen“, erläutert Philipp Amthor in seinem Interview beim TV-Sender Phoenix. * kreiszeitung..de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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