Legalisierung von Marihuana
Code 420, Demos zur Cannabis-Legalisierung und was Basel damit zu tun hat
„Code 420“ zeigt, dass der 20.04 für viele Kiffer ein besonderer Tag ist, auch dieses Jahr gibt es Demos zur Cannabis-Legalisierung. Warum das so ist.
Unter Verfechtern des Marihuana-Konsums zu Genusszwecken ist der 20.04 ein besonderer Tag, auch in diesem Jahr sind in Deutschland Demonstrationen zur Cannabis-Legalisierung geplant. Zurück geht die Bedeutung dieses Datums auf eine Chiffre, die im Zusammenhang mit einer Geschichte aus dem Amerika der 70er-Jahre stammt. Was genau es mit dem sogenannten „Code 420“ auf sich hat und welche Rolle die Stadt Basel beim Thema Freigabe von Marihuana derzeit spielt – ein Überblick.
Code 420, Demonstrationen zur Cannabis-Legalisierung in Deutschland und ein „Cannabis Smoke-In“
Auch an diesem 20.04 gehen Befürworter der Cannabis-Legalisierung in Deutschland auf die Straße: In Berlin etwa will sich um 13.00 Uhr eine Demonstration vom Brandenburger Tor zum Willy-Brandt-Haus in Bewegung setzen. Angemeldet sind 500 Teilnehmer. Für rund 400 Teilnehmer wurde zudem eine weitere Veranstaltung im Görlitzer Park angemeldet, ein sogenannter „Cannabis Smoke-In“. Dass diese Veranstaltungen auf den heutigen Tag fallen, ist kein Zufall, es hängt mit dem sogenannten „Code 420“ zusammen. Was hat es damit auf sich?
Der 20. April ist für Marihuana-Freunde weltweit ein Aktionstag. Der Code 420 ist dabei eine Chiffre für den Konsum von Cannabis – in Amerika schreibt sich das Datum 4/20. Laut Spiegel ist der Ursprung dieses Codes ein Ereignis aus den Siebzigerjahren. Damals soll sich eine Schülergruppe nachmittags um 4.20 getroffen haben, um eine verlassene Cannabis-Plantage aufzusuchen. Aus der Uhrzeit wurde ein Code und das Datum für einen Aktionstag – so zumindest besagt es die Geschichte. In Deutschland soll die Droge im Zuge der Cannabis-Legalisierung nur durch geschultes Personal abgegeben werden dürfen, so heißt es aus der Politik. Die Ampel plant die Freigabe, doch es gibt noch viele offene Fragen.
Cannabis-Legalisierung und Marihuana in der Schweiz: Kanton Basel-Stadt darf Pilotprojekt starten
Während sich viele Konsumenten in Deutschland mit Blick auf die geplante Cannabis-Legalisierung fragen, wann die Ampel das Hanf wirklich freigibt, gibt es auch in der Schweiz eine neue Entwicklung bei diesem Thema: Der Kanton Basel-Stadt erhielt nun vom Schweizer Gesundheitsamt die Genehmigung für ein Pilotprojekt mit etwa 400 Beteiligten. Im Rahmen der Studie sollen unter anderem Kenntnisse zur Möglichkeit des regulierten Verkaufs in Apotheken gewonnen werden.
Je nachdem, wie das Projekt ausfällt, könnte die Untersuchung in der Schweiz ein Schritt in Richtung Cannabis-Legalisierung sein: Unter strengen Auflagen und wissenschaftlicher Begleitung können Erwachsene in Basel bald an einer Studie zu Cannabis teilnehmen, in deren Rahmen ihr Gesundheitszustand konstant überwacht wird. Es geht um wissenschaftliche Erkenntnisse. Wer im Rahmen der Studie Cannabis erwirbt und dieses an Dritte weitergibt, soll bestraft werden, es droht der Ausschluss von der Projektteilhabe. Aus der Untersuchung sollen in der Folge Schlüsse für mögliche gesetzliche Folgeregelungen gezogen werden.
Der Drogenbeauftragte Burkhard Blienert (SPD) befürwortet die Legalisierung von Cannabis schon lange
Im Gespräch mit der Kreiszeitung erklärte Heino Stöver, seines Zeichens Suchtforscher, zum Thema Cannabis-Legalisierung: „Kein Dealer fragt heute nach dem Alter“. Er hält die Achtung des Jugendschutzes im Rahmen der Legalisierung für möglich und betrachtet die Marihuana-Freigabe zu Genusszwecken bei richtiger Organisierung als den richtigen Weg. Seine Einschätzung zur Cannabis-Legalisierung teilt er mit einem anderen prominenten Fürsprecher: Burkhard Blienert (SPD). Blienert selbst ist der neue Drogenbeauftragte in Deutschland und langjähriger Verfechter der Legalisierung von Cannabis. Er will „alte Denkmuster“ aufbrechen und fordert „Hilfe und Schutz statt Strafe“.
Auch in Niedersachsen teilt man diese Ansicht nicht überall: Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius erklärte kürzlich, die Ampel-Pläne zur Cannabis-Legalisierung nur mit Grummeln zu tragen. Verhindern wird sie das nicht. Die Anhänger des Code 420 und Teilnehmer der 420-Demonstrationen wollen die Legalisierung eher gestern als heute. Bisher gibt es von der Bundesregierung noch keine Angaben zu einem konkreten Datum für die Freigabe, an der sich die Geister immer noch scheiden.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Daniel Karmann dpa
