Die Allgemeinheit zahlt

10.200 Euro – das kostet ein ungeimpfter Corona-Patient den Staat

Eine neue IfW-Studie zeigt: Die Behandlung von ungeimpften Corona-Patienten lässt die Gesundheitskosten explodieren. Das befeuert den Streit um die 2G-Regeln.

Berlin/Hannover – Es ist eine düstere Prognose: Die erneute Ausbreitung des Corona-Virus treibt die Ausgaben der Gesundheitskosten in neue Höhen. Vor allem die stationäre Behandlung von ungeimpften Patienten ist dabei ein enormer Kostentreiber. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Berechnung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervor. Demnach drohen im Winter für die Krankenhausbehandlung von Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung insgesamt Ausgaben von rund 180 Millionen Euro – und zwar pro Woche!

Forschungseinrichtung:Institut für Weltwirtschaft (IfW)
Hauptsitz:Kiel
Gründung:18. Februar 1914
Präsident:Gabriel Felbermayr

Parallel zur Veröffentlichung sparten die Studienautoren auch nicht mit Kritik. Allen Erwachsenen sei bis Ende Juli ein Impfangebot gemacht worden, teilte Forscherin Lena Merkel auf der Homepage des Instituts mit. Deshalb sei davon auszugehen, dass „ein überwiegender Teil der Ausgaben für die stationären Behandlungen vermeidbar gewesen wäre“, schrieb Wissenschaftlerin aus dem Forschungsbereich der Globalen Gesundheitsökonomie.

Corona in Niedersachsen: Zahlen steigen – ungeimpfte Patienten lassen Kosten explodieren

Die Zahlen belegen diesen Verdacht: Für ihre Studie untersuchten die Forscherinnen und Forscher zunächst die Monate August und September dieses Jahres. Seit Studienbeginn liegt der Anteil der ungeimpften Personen an den stationären Corona-Behandlungen durchgehend bei rund 85 Prozent. Laut einer Auswertung der AOK betragen die Kosten dafür im Schnitt rund 10.200 Euro pro Patient. Hochgerechnet auf die beiden untersuchten Monate ergeben sich Gesamtausgaben von mehr als 180 Millionen Euro.

Hightech-Medizin und Rund-um-die-Uhr-Betreuung: Die Behandlung von ungeimpften Corona-Patienten verschlingt Millionen Euro.

Für die kommenden Monate rechnet das IfW aber mit einer rasanten Steigerung. Sollte die Impfquote sich nicht erhöhen und die Prognosen des Robert-Koch-Instituts von einer Sieben-Tage-Inzidenz von 400 pro 100.000 Einwohnern sich bewahrheiten, dann sei mit einer Steigerung der Behandlungskosten von 180 Millionen Euro pro Woche zu rechnen, warnt das Forscherteam.

Tatsächlich ist die Coronavirus-Ausbreitung wieder rasant auf dem Vormarsch. So stieg die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach RKI-Angaben am Freitag, 22. Oktober 2021, wieder auf 95,1 an. Damit überschritt der Wert erstmals seit Mitte Mai wieder die 90er-Marke. Bereits 150 Landkreise und Gemeinden haben wieder den 100er-Wert geknackt. Die Hotspots liegen vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen. Doch auch in Niedersachsen ziehen die Zahlen weiter an. Und in Bremen gilt bereits wieder eine Corona-Warntsufe 1.

Inzidenzwert: 2G oder 3G? Ministerpräsidenten beraten die Verlängerung der Corona-Regeln

Die IfW-Studie und die steigenden Zahlen dürften die Debatte um das weitere Vorgehen in der Corona-Krise weiter befeuern. So hatte zwar Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor wenigen Tage das Ende der epidemischen Lage ausgerufen. Doch in den Bundesländern reagiert man derzeit noch verhalten auf damit möglichen Lockerungen bei den Corona-Regeln.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Am Freitag berieten die Ministerpräsidenten auf ihrer Jahrestagung in Königswinter über die Verlängerung von bereits verhängten Schutzmaßnahmen. So sollte eine Beschlussvorlage erarbeitet werden, wonach die Länder auch in den Wintermonaten noch Hygiene-, Abstands- oder Maskenregeln, aber auch zur Not Kontaktbeschränkungen erlassen können. Auch über Sonderrechte für Genesene und Geimpfte (2G) wird seit Tagen gestritten. So sorgte vor allem die Frage, ob Supermärkte oder der Einzelhandel Ungeimpften den Zugang zum Geschäft verweigern dürfen oder nicht, für viel Wirbel.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der derzeit den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz führt, rechtfertigte die geplanten Übergangsregelungen. Mit dem Impffortschritt, der in diesen Tagen auch in Hamburg zu beobachten ist*, habe man viel erreicht. Doch das dürfe man jetzt nicht verspielen. Mit Blick auf die wieder steigenden Zahlen fügte er hinzu: „Wir können uns noch nicht zurücklehnen.“ * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Joker und Undav retten Deutschland – DFB-Noten gegen die Elfenbeinküste

Joker und Undav retten Deutschland – DFB-Noten gegen die Elfenbeinküste

Hurricane 2026: Die Bilder vom Festival-Samstag

Hurricane 2026: Die Bilder vom Festival-Samstag

Bildergalerie: Das ist der Samstag auf dem Hurricane

Bildergalerie: Das ist der Samstag auf dem Hurricane

Binge-Alarm aus Kanada: Serien, die man in Deutschland sofort streamen kann

Binge-Alarm aus Kanada: Serien, die man in Deutschland sofort streamen kann

Kommentare