Trotz hoher Inzidenzen
Maskenpflicht und Corona-Regeln fallen: Freedom Day in Dänemark und England
Trotz hoher Inzidenzen fallen in England und Dänemark Corona-Regeln und Maskenpflicht. Es ist ein Poker – und nicht Englands erster Freedom Day.
Kopenhagen/London – Zwei der europäischen Länder, in denen sich die Omikron-Variante zuerst ausgebreitet hatte, beenden leicht zeitversetzt die meisten ihrer Corona-Maßnahmen. Bei weiterhin hohen Inzidenzen setzen beide vor allem auf eine Eigenschaft der Virus-Variante Omikron. In England gab es bereits 2021 einen Freedom Day, der weitaus spektakulärer ausfiel, als dieses Jahr. Aktuell versinkt das Land in der Partygate Affäre um Boris Johnson, die gefallene Maskenpflicht soll dem britischen Premierminister helfen: Er hofft, das Ende der Corona-Regeln könne für ihn auch politisch zum Befreiungsschlag werden.
Freedom Day zuerst in England: Heute endet die Maskenpflicht, auch die meisten anderen Corona-Regeln laufen aus
In Dänemark und England enden die Corona-Maßnahmen, die Maskenpflicht läuft aus. In England ist es schon am Donnerstag, 27. Januar 2022, so weit: Nun gibt es auch in öffentlichen Innenräumen keine Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes mehr. Gleichzeitig fallen auch die meisten anderen Corona-Regeln: Unter anderem muss auch der Impfpass oder ein negativer Corona-Test bei vielen Großveranstaltungen nicht mehr vorgezeigt werden, ebenso wenig in Nachtclubs. Die Empfehlung von zu Hause, also aus dem Homeoffice zu arbeiten, ist nicht mehr gültig.
Für viele Briten ist das nicht ganz neu: Bereits im Juli letzten Jahres hatte es in England einen Freedom Day gegeben. Die beendeten Corona-Maßnahmen waren mit Ankunft der Omikron-Variante teilweise wieder in Kraft gesetzt worden, unter anderem in Gestalt der Rückkehr einer Teil-Maskenpflicht in England. An diesem Freedom Day gibt es Ausnahmen: In Londoner Bussen und Bahnen gilt die Maskenpflicht immer noch.
Auch viele Supermärkte setzen weiterhin auf Maskenpflicht. Schottland, Wales und Nordirland verfolgen zudem eine eigene, vorsichtigere Corona-Politik. Dort wird gelockert, nicht jedoch aufgehoben. Boris Johnson hofft durch das Ende der Maßnahmen wieder in der Gunst der Bevölkerung zu steigen, aktuell droht dem britischen Premierminister ein Misstrauensvotum.
Hohe Impfquote: Dänemark beendet Maskenpflicht und fast alle Corona-Regeln ab kommender Woche
Etwas später folgt Dänemark mit dem Ende fast aller Corona-Regeln, in der kommenden Woche ist es so weit. Ab nächstem Dienstag, den 1. Februar, muss an den meisten Orten in Dänemark kein Impfpass mehr vorgezeigt werden. Auch muss fast nirgendwo mehr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Zudem läuft die Maskenpflicht aus. Abgesagte Großveranstaltungen und geschlossene Diskotheken sollen der Vergangenheit angehören.
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Feredriksen betonte die hohe Impfquote in ihrem Land und sprach von hoher Impfbereitschaft als „Superwaffe“. Während in Deutschland über die Impfpflicht diskutiert wird, sind in Dänemark bereits mehr als 80 Prozent der Bevölkerung zweimal geimpft.
Über 50 Prozent der Däninnen und Dänen haben darüber hinaus bereits eine Boosterimpfung erhalten. Frederiksen beruft sich in der Begründung der Neuregelung auch auf seltenere, schwere Krankheitsverläufe unter Omikron* und eine noch moderate Zahl an Krankenhauseinweisungen. Einige Experten sehen die Beendigung der Maßnahmen kritisch.
Corona-Regeln: In Dänemark und Großbritannien fällt die Maskenpflicht trotz hoher Inzidenz
Die Politik in Dänemark und England setzt fast alle Corona-Regeln aus. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die Infektionszahlen in den Ländern nicht weiter hoch sind. Die hochinfektiöse, doch offenbar weniger tödliche Omikron-Variante sorgt immer noch für zehntausende Neuinfektionen täglich. Besonders Dänemark erreicht aktuell täglich neue Höchstwerte an Neuinfektionen, auch England hat weiter mit hohen Fallzahlen zu kämpfen. Mit dem Ende der Maskenpflicht wird sich das nicht ändern.
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Im dänischen Staatlichen Serum Institut (SSI) geht man davon aus, dass die Infektionszahlen erst einmal steigen werden. Trotzdem verlässt man sich in Dänemark, ebenso wie in England, auf die Annahme weniger schwerer Omikron-Verläufe. Das SSI hatte festgestellt, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen in Dänemark unter der hochansteckenden Omikron-Variante nicht in gleichem Umfang stiegen, wie die Infektionszahlen.
Auch in Deutschland kletterte die Inzidenz am 27. Januar auf über 1000, erstmals gibt es über 200.000 Neuinfektionen – doch ein Freedom Day ist vorerst nicht geplant. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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