Kurz vor den Landtagswahlen in BW

CDU-Parteitag: „Besonders schutzbedürftig“ – Partei beschließt Social-Media-Verbot für Kinder unter 14

Bundeskanzler Friedrich Merz wurde als CDU-Vorsitzender bestätigt. Doch an Tag eins des christdemokratischen Parteitags lief nicht alles glatt. Der News-Ticker.

Update, 21. Februar, 14:53 Uhr: Die CDU hat sich für ein Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren ausgesprochen. Die Delegierten nahmen am Samstag mit klarer Mehrheit einen Kompromissvorschlag zu einem Antrag aus Schleswig-Holstein an, der noch eine Altersgrenze von 16 Jahren vorgesehen hatte. Anbietern sollen demnach auch empfindliche Bußgelder drohen, wenn sie keine wirksamen Systeme zur sicheren Altersüberprüfung einführen.

Stuttgart: Bundeskanzler Friedrich Merz, CDU-Bundesvorsitzender, nimmt am CDU-Bundesparteitag teil. Nach den Vorstandswahlen geht es am zweiten Tag des Parteitags um die Inhalte.

Die CDU leite „die Überzeugung, dass Kinder und Jugendliche im digitalen Raum besonders schutzbedürftig sind“, heißt es in dem Beschluss. „Wir fordern die Bundesregierung auf, eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einzuführen“. Zudem solle „das besondere Schutzbedürfnis bis zum 16. Lebensjahr im digitalen Raum“ berücksichtigt werden.

Update, 22:30 Uhr: Es war ein durchwachsener erster Tag des CDU-Parteitags in Stuttgart an diesem Freitag. Die Rede von Friedrich Merz goutierten seine Parteikollegen dem Kanzler mit einer Standing Ovation und tosendem Applaus. Allerdings verzögerte sich die Abstimmung über den CDU-Vorsitz um fast drei Stunden. Die Aussprache zog sich nach der Rede des Bundeskanzlers in die Länge. Ein Delegierter wollte gar einen Antrag stellen, die Aussprache zu beenden.

Doch dann war es so weit: Um viertel vor sechs stimmten die CDU-Delegierten dann doch noch über den Parteivorsitz ab. Dabei gab es bei der Abstimmung technische Probleme, die nicht behoben werden konnten. Die Lösung: eine analoge Abstimmung, ganz gewöhnlich mit Stift und Stimmzettel. Für Friedrich Merz war es ein starkes Ergebnis: 91,17 Prozent der Delegierten stärkten ihrem Bundeskanzler den Rücken. Die Zahl der Vize-Parteivorsitzenden erhöhte sich von bislang fünf auf sechs. Neu im Amt der stellvertretenden Bundesvorsitzenden ist die Fraktionschefin im hessischen Landtag, Ines Claus. Sie erhielt 76,2 Prozent der Stimmen.

Charlotte Merz und Bundeskanzler Friedrich Merz, CDU-Parteivorsitzender, warten beim CDU-Bundesparteitag bei der Wahl des Bundesvorsitzenden auf das Ergebnis. Die CDU wählt ihre Führungsgremien neu.

Nach Parteichef Merz ist auch Generalsekretär Carsten Linnemann mit großer Mehrheit im Amt bestätigt worden. Der 48 Jahre alte nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete, der vom Vorsitzenden Merz vorgeschlagen worden war, erhielt 864 Stimmen. 91 Delegierte votierten mit Nein, 14 enthielten sich. Die CDU, die anders als andere Parteien Enthaltungen nicht wertet, errechnete daraus ein Ergebnis von 90,47 Prozent. Enthaltungen mitgerechnet, betrug das Ergebnis 89,16 Prozent. Als stellvertretende Generalsekretärin wurde die baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp im Amt bestätigt. Schatzmeisterin bleibt die Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann aus Hamburg.

Starkes Ergebnis für Friedrich Merz beim CDU-Parteitag: 91,17 Prozent der Stimmen

Update, 18:40 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz ist mit 91,17 Prozent als CDU-Chef im Amt bestätigt worden. Ein starkes Ergebnis für den Bundeskanzler. Was der Parteitag für Friedrich Merz und die CDU bedeutet, haben wir für Sie hier analysiert.

Update, 17:39 Uhr: Mit knapp zweieinhalb Stunden Verspätung steht nun der Höhepunkt des CDU-Parteitags an: Der Bundesvorstand wird gewählt. Friedrich Merz hofft darauf, mit über 90 Prozent der Stimmen als CDU-Chef bestätigt zu werden. Noch gibt es jedoch einen Dämpfer: technische Schwierigkeiten. Die Wahl soll nun analog durchgeführt werden. Sprich: Stimmzettel.

Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler

Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon geboren.
Friedrich Merz wird am 11. November 1955 in Brilon im Hochauerlandkreis (NRW) geboren. Er wächst in einer juristisch geprägten Familie auf, sein Vater Joachim Merz war als Richter am Landgericht Arnsberg tätig und seine Mutter Paula Merz hat als Hausfrau die Familie unterstützt. Diese familiären Hintergründe prägen Merz‘ frühes Interesse an Recht und Politik, was ihn dazu motiviert, sich später in der politischen Arena zu engagieren. © Imago
Luftbild des Gymnasiums Petrinum in Brilon, wo Friedrich Merz seine Schulzeit verbrachte und 1975 das Abitur ablegte.
Friedrich Merz besucht das Gymnasium Petrinum in Brilon, wo er 1975 das Abitur ablegt. In dieser Zeit entwickelt er eine Leidenschaft für Debatten und politische Themen, die ihn nachhaltig prägen. Später sagt er, dass ihn die Werte wie Disziplin und Engagement, die ihm von seinen Eltern vermittelt wurden, durch seine schulische Laufbahn begleitet hätten und so den Grundstein für seine spätere Karriere in der Politik legten. © Hans Blossey/Imago
Friedrich Merz studierte unter anderem an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Jura.
Nach dem Abitur 1975 absolviert Friedrich Merz sein Jurastudium an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Philipps-Universität Marburg, das er 1982 mit dem Ersten juristischen Staatsexamen abschließt. © Dominik Bund/Imago
Friedrich Merz leistet seinen Wehrdienst von Juli 1975 bis September 1976 bei der Artillerietruppe der Bundeswehr in Kusel.
Friedrich Merz leistet seinen Wehrdienst von Juli 1975 bis September 1976 bei der Artillerietruppe der Bundeswehr in Kusel, wo er den Fahnenjunker-Lehrgang absolviert. © Imago
Friedrich Merz ist seit 1986 verheiratet und Vater von drei Kindern.
Seit 1981 ist Friedrich Merz mit Charlotte Merz verheiratet. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder. Familie spielt für den CDU-Chef eine zentrale Rolle in seinem Leben, und er betont oft die Bedeutung von familiären Werten und Zusammenhalt.  © Imago
1989 wird Friedrich Merz erstmals in das Europäische Parlament gewählt, wo er sich vor allem für wirtschaftliche Themen starkmacht.
1989 wird Friedrich Merz erstmals in das Europäische Parlament gewählt, wo er sich vor allem für wirtschaftliche Themen starkmacht. © Jean-Francois Badias/dpa
Als Bundestagsabgeordneter von 1994 bis 2009 etabliert sich Merz als einflussreiche Stimme der CDU.
Als Bundestagsabgeordneter von 1994 bis 2009 etabliert sich Merz als einflussreiche Stimme der CDU, insbesondere durch sein Engagement für wirtschaftliche Reformen, die Förderung von Unternehmensgründungen und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Er setzt sich erfolgreich für die Senkung der Unternehmenssteuern ein, um Investitionen zu fördern. Hier ein Archivbild mit Merz (links) und Peter Struck (rechts, SPD) im Bundestag. © Imago
Friedrich Merz gilt als ein prominentes Mitglied des wirtschaftsliberalen Flügels der CDU und setzt sich seit langem für wirtschaftliche Deregulierungen und Privatisierungen ein.
Friedrich Merz gilt als ein prominentes Mitglied des wirtschaftsliberalen Flügels der CDU und setzt sich seit langem für wirtschaftliche Deregulierungen und Privatisierungen ein. In den 2000er Jahren unterstützte er die Agenda 2010 und sprach sich unter anderem für Einschränkungen bei Sozialleistungen aus. Auch im Jahr 2020 plädierte er dafür, nach der Krise staatliche Leistungen zu überprüfen und betonte die Unterstützung erfolgreicher Unternehmen. Merz wird oft als Befürworter der Trickle-down-Ökonomie angesehen, die davon ausgeht, dass der Wohlstand der Reichen letztlich auch den Ärmeren zugutekommt. © Michael Gstettenbauer/Imago
Merz wird 2000 zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt und übernimmt eine Schlüsselrolle in der Opposition.
Merz wird 2000 zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt und übernimmt eine Schlüsselrolle in der Opposition. © Martin Schutt/dpa
Friedrich Merz und Angela Merkel hatten über die Jahre hinweg ein komplexes und spannungsreiches Verhältnis innerhalb der CDU.
Das Verhältnis zwischen Friedrich Merz und Angela Merkel (Bundeskanzlerin a. D.) ist während ihrer Amtszeit ambivalent. Während Merz als Kritiker von Merkels Kurs in der Flüchtlingspolitik und ihrer wirtschaftlichen Ausrichtung gilt, schätzt er ihre Fähigkeit, die CDU über viele Jahre hinweg zu führen und die Partei in schwierigen Zeiten zu stabilisieren. Das Bild zeigt Merz, wie er im Jahr 2000 Angela Merkel zu ihrer Wahl zur neuen Vorsitzenden der CDU gratuliert. Merkel war die erste Frau an der Spitze der Christdemokraten. © Michael Jung/dpa
In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis zwischen Merz und Merkel weiterentwickelt, insbesondere nachdem Merz 2022 zum CDU-Vorsitzenden gewählt wurde.
In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis zwischen Merz und Merkel weiterentwickelt, insbesondere nachdem Merz 2022 zum CDU-Vorsitzenden gewählt wurde. Trotz ihrer unterschiedlichen Ansichten über die Zukunft der CDU betont Merz, dass er die Errungenschaften von Merkels Kanzlerschaft anerkenne und die Partei in einer Weise führen möchte, die sowohl ihre Traditionen respektiert als auch neue Wege geht, um die Wählerschaft zu verjüngen. Im Jahr 2021 fand zur Verabschiedung von Merkel der Große Zapfenstreich statt. © Imago
Von 2016 bis 2018 war Friedrich Merz als Senior Advisor für BlackRock tätig, eine der größten Investmentgesellschaften der Welt
Nach einer politischen Pause von 2009 bis 2018 arbeitet Friedrich Merz als Lobbyist und Rechtsanwalt, unter anderem für die Investmentgesellschaft BlackRock, und knüpft wichtige Kontakte zu führenden Unternehmen und Entscheidungsträgern in der Finanz- und Wirtschaftswelt. Von 2016 bis 2018 war er als Senior Advisor für BlackRock tätig, eine der größten Investmentgesellschaften der Welt, wo er seine Expertise in wirtschaftlichen und finanziellen Fragen einbrachte. Diese Rolle wird kritisch betrachtet: Seine politischen Gegner befürchten, dass seine Verbindungen zur Finanzwelt zu Interessenkonflikten führen könnten, insbesondere in Bezug auf seine politischen Entscheidungen und die Wahrnehmung der CDU als wirtschaftsfreundliche Partei. Seine Kritiker argumentieren, dass Merz dadurch die Unabhängigkeit der politischen Entscheidungen gefährden könnte, während er gleichzeitig für eine Partei steht, die sich für die Belange der breiten Bevölkerung einsetzen sollte. © Bernd Von Jutrczenka/dpa
2018 kehrt Friedrich Merz in die Politik zurück und kandidiert für den CDU-Parteivorsitz, um die Partei wieder in die politische Mitte zu führen.
2018 kehrt Friedrich Merz in die Politik zurück und kandidiert für den CDU-Parteivorsitz, um die Partei wieder in die politische Mitte zu führen und ihre Wählerschaft zu verjüngen. Mit seiner Rückkehr zeigt er Ambitionen, die CDU als starke Oppositionskraft zu positionieren und eine klare wirtschaftsfreundliche Agenda zu verfolgen. © Imago
Merz‘ politische Reden sind geprägt von einer Mischung aus Tradition und modernen Ansätzen.
Merz‘ politische Reden sind geprägt von einer Mischung aus Tradition und modernen Ansätzen. Er betont traditionelle Werte wie die soziale Marktwirtschaft, den Schutz der Familie und die Bedeutung von Sicherheit und Ordnung, die in der CDU verwurzelt sind. Gleichzeitig zeigt er moderne Ansätze, indem er Themen wie Digitalisierung, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund stellt und innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen präsentiert. Merz plädiert für eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik, die sowohl wirtschaftliches Wachstum als auch ökologische Nachhaltigkeit berücksichtigt, und spricht sich für eine stärkere Einbindung junger Menschen in politische Entscheidungsprozesse aus. © Kay Nietfeld/dpa
Den Kampf um den CDU-Parteivorsitz 2018 verliert Friedrich Merz gegen Annegret Kramp-Karrenbauer.
Den Kampf um den Parteivorsitz verliert Friedrich Merz gegen Annegret Kramp-Karrenbauer. Das Verhältnis zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer ist von einer Mischung aus politischer Konkurrenz und respektvollem Austausch geprägt. Nachdem Kramp-Karrenbauer 2018 als Nachfolgerin von Angela Merkel zur CDU-Vorsitzenden gewählt wurde, stellte Merz eine ernsthafte Herausforderung für ihre Führung dar, was zu Spannungen innerhalb der Partei führte. Trotz dieser Rivalität betonen beide Politiker die Notwendigkeit eines konstruktiven Dialogs und einer gemeinsamen Linie für die Zukunft der CDU, um die Partei nach den Herausforderungen der letzten Jahre zu stärken. © dpa
Bei der Bundestagswahl 2021 wird Merz erneut Abgeordneter und zeigt, dass er in der politischen Arena nicht vergessen ist.
Bei der Bundestagswahl 2021 wird Merz erneut Abgeordneter und zeigt, dass er in der politischen Arena nicht vergessen ist. Hier bei einem Wahlkampfauftritt mit dem damaligen Bundeskanzlerkandidaten der CDU, Armin Laschet (links). © Henning Kaiser/dpa
2022 wird Merz zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt und übernimmt die Verantwortung für die Neuausrichtung der Partei
2022 wird Friedrich Merz zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt und übernimmt die Verantwortung für die Neuausrichtung der Partei, die sich auf eine stärkere wirtschaftliche Ausrichtung, eine klare Haltung zu Migration und Integration sowie die Stärkung der inneren Sicherheit konzentriert. Unter seiner Führung wurden erste Schritte zur Reform der Parteistrukturen und zur Ansprache jüngerer Wähler umgesetzt, während die CDU versucht, sich von den Verlusten der vorherigen Wahlen zu erholen. Auf dem Foto ist Merz bei einem Parteitag im Oktober 2022 in Augsburg zu sehen. © Christof Stache/dpa
Als CDU-Parteivorsitzender betont Merz die Bedeutung von wirtschaftlicher Stabilität und sozialer Gerechtigkeit.
Als CDU-Parteivorsitzender betont Merz die Bedeutung von wirtschaftlicher Stabilität und sozialer Gerechtigkeit, indem er argumentiert, dass eine stabile Wirtschaft die Grundlage für Wohlstand, Arbeitsplätze und soziale Sicherheit ist. Er hebt hervor, dass wirtschaftliche Stabilität notwendig ist, um Investitionen zu fördern, Innovationen voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im globalen Markt zu sichern, während gleichzeitig soziale Gerechtigkeit durch gezielte Förderprogramme für benachteiligte Gruppen gewährleistet werden muss. © Rolf Vennenbernd/dpa
Während seiner Amtszeit als CDU-Vorsitzender wird Friedrich Merz mit internen Konflikten und Herausforderungen konfrontiert, insbesondere mit Spannungen zwischen moderaten und konservativen Flügeln der CDU sowie mit der Kritik an seiner Strategie zur Wählergewinnung.
Während seiner Amtszeit als CDU-Vorsitzender wird Friedrich Merz mit internen Konflikten und Herausforderungen konfrontiert, insbesondere mit Spannungen zwischen moderaten und konservativen Flügeln der CDU sowie mit der Kritik an seiner Strategie zur Wählergewinnung. Um diese Konflikte zu lösen, setzt Merz auf einen Dialog innerhalb der Partei, fördert die Einbindung verschiedener Strömungen und organisiert regelmäßige Treffen, um gemeinsame Positionen zu finden. Zudem stärkt er die Kommunikation mit der Basis, um das Vertrauen in die Parteiführung wiederherzustellen und ein einheitliches Auftreten der CDU zu gewährleisten. Hier zu sehen bei einem Statement der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nach der fraktionsoffenen Sitzung auf der Fraktionsebene im Februar 2022. © Frederic Kern/Imago
Friedrich Merz nutzt gerne das Bild des „Bierdeckels“, um zu verdeutlichen, dass politische Ideen und Konzepte klar und verständlich vermittelt werden müssen.
Friedrich Merz nutzt gerne das Bild des „Bierdeckels“, um zu verdeutlichen, dass politische Ideen und Konzepte klar und verständlich vermittelt werden müssen. Er fordert eine Politik, die sich an den Bedürfnissen der Bürger orientiert und komplexe Themen so aufbereitet, dass sie für jeden nachvollziehbar sind. Diese Ansprache zielt darauf ab, das Vertrauen in die Politik zu stärken und die Bürger aktiv in den politischen Diskurs einzubeziehen. © Branscheid/ photothek.net/Imago
Friedrich Merz setzt sich für eine klare politische Linie ein, die sich auf wirtschaftliche Stabilität, soziale Marktwirtschaft und eine restriktive Migrationspolitik konzentriert.
Friedrich Merz setzt sich für eine klare politische Linie ein, die sich auf wirtschaftliche Stabilität, soziale Marktwirtschaft und eine restriktive Migrationspolitik konzentriert. Er betont die Notwendigkeit von Reformen im Steuerrecht, um Unternehmen zu entlasten, und spricht sich für eine stärkere Integration von Migranten aus, während er gleichzeitig die Sicherheit und Ordnung in Deutschland priorisiert, um die CDU wieder als verlässliche Mitte-Rechts-Partei zu positionieren. Hier ist Merz bei einer Rede zu sehen, die er bei den Future Days des deutschen Mittelstandes Ende Oktober 2024 gehalten hat. © Imago
Friedrich Merz spricht sich für eine klare Haltung gegenüber Migration und Integration aus.
Friedrich Merz spricht sich für eine klare Haltung gegenüber Migration und Integration aus, indem er betont, dass eine kontrollierte Zuwanderung notwendig ist, um die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen in Deutschland zu erhalten. Er fordert eine striktere Regelung des Asylrechts und eine schnellere Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig distanziert sich Merz von der AfD, indem er deren populistische Ansätze kritisiert und betont, dass die CDU eine verantwortungsvolle und sachliche Migrationspolitik verfolgen muss, die sowohl die Interessen der deutschen Bevölkerung als auch die der Migranten berücksichtigt. © Patrick Pleul/dpa
Im September 2024 wird Merz als Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl 2025 nominiert, nachdem er sich in einem internen Wettkampf gegen Markus Söder (links, CSU)durchsetzt.
Im September 2024 wird Merz als Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl 2025 nominiert, nachdem er sich in einem internen Wettkampf gegen Markus Söder (links, CSU)durchsetzt. Merz konnte sich durch seine klare wirtschaftspolitische Agenda und seine Fähigkeit, die Partei zu einen, profilieren, während Söder mit internen Konflikten und einer weniger klaren Positionierung zu kämpfen hatte. © Frank Hoermann/Sven Simon/dpa
Merz betont die Notwendigkeit von Reformen innerhalb der CDU, um die Wählerschaft zu verjüngen und eine moderne, zukunftsorientierte Partei zu etablieren.
Merz betont die Notwendigkeit von Reformen innerhalb der CDU, um die Wählerschaft zu verjüngen und eine moderne, zukunftsorientierte Partei zu etablieren. Er schlägt unter anderem vor, die Parteistrukturen zu modernisieren, die Mitgliederbeteiligung zu erhöhen und gezielte Programme zur Ansprache junger Wähler zu entwickeln. Im Wahlkampf 2025 setzt Merz auf eine aktive Nutzung sozialer Medien wie Instagram, Twitter und TikTok, um jüngere Wähler anzusprechen und seine politischen Ideen zu verbreiten, wobei er Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung und soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund stellt. © Bode/Imago
Im aktuellen Bundestagswahlkampf zeigt sich Friedrich Merz in seiner Rolle als Kanzlerkandidat, der die CDU in eine neue Ära führen will.
Im Bundestagswahlkampf zeigt sich Friedrich Merz in seiner Rolle als Kanzlerkandidat, der die CDU in eine neue Ära führen will. Er polarisiert, indem er einerseits von seinen Unterstützern für seine klare wirtschaftliche Agenda, seine Fähigkeit zur Parteieinheit und seine modernen Ansätze in der Politik gelobt wird. Andererseits kritisieren Gegner, dass seine Verbindungen zur Finanzwelt und seine strikte Haltung zu Migration und Integration zu einem Verlust an sozialer Sensibilität führen könnten. Unterstützer sehen in ihm einen starken Führer, der die CDU revitalisieren kann, während Kritiker befürchten, dass er die Partei weiter nach rechts drängt und damit die Wählerschaft spaltet. © Chris Emil Janssen/Imago
Bundestag - Kanzlerwahl
Die Union gewinnt die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 – muss sich aber mit gerundet 28,5 Prozent der Stimmen begnügen. Für die CDU (22,6 %) war es das zweitschlechteste Abschneiden in der Geschichte der Bundesrepublik, für die CSU (6,0 %) das drittschlechteste. Es kommt zu einer schwarz-roten Koalition. Doch die Wahl zum Kanzler verläuft holprig. Er verpasst zunächst die nötige Mehrheit und wird erst im zweiten Durchgang zum zehnten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Erster Gratulant ist sein Vorgänger Olaf Scholz. © Christoph Soeder/dpa
Merz, Macron, Starmer und Tusk in Kiew
Wenige Tage nach der Wahl zum Kanzler setzt Merz ein erstes Zeichen. Zusammen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer reist er mit dem Zug nach Kiew. Dort kommt noch Polens Regierungschef Donald Tusk dazu. Gemeinsam beraten sie mit Präsident Wolodymyr Selenskyj über den Weg zu einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg. „Wir arbeiten gemeinsam darauf hin, dass Russland sich endlich auf einen längeren Waffenstillstand einlässt, statt immer wieder neue Vorbedingungen zu stellen“, sagt Merz - und betont: „Wir stehen fest und bleiben fest an der Seite der Ukraine.“ © Kay Nietfeld/dpa

Update, 16:40 Uhr: Der Zeitplan beim CDU-Bundesparteitag hinkt ein gutes Stück hinterher. Eigentlich hätte sich Friedrich Merz gegen 15:15 Uhr der Wiederwahl stellen sollen. Zu einer Abstimmung kam es aber bislang immer noch nicht. Derzeit läuft eine Probeabstimmung im Saal. Zahlreiche Delegierte scheinen jedoch technische Probleme mit der Abstimmung zu haben.

Update, 13:16 Uhr: Nach knapp 75 Minuten beendet Merz seine Rede vor dem Parteitag und erhält Standing Ovations von den Delegierten – auch von Angela Merkel.

Update, 13:10 Uhr: „Deutschland schaut auf uns, wir sind nur eine Partei. Ein Teil des Ganzen“, resümiert Merz. Doch man sei als Partei gut aufgestellt – auch für die Landtagswahlen in diesem und nächstem Jahr. „Da wollen wir Wahlen gewinnen und wir werden sie gewinnen“. Der Kanzler lobt auch die gute Zusammenarbeit mit der Schwesterpartei CSU. Dafür wolle Merz CSU-Chef Markus Söder morgen auch persönlich danken.

„Ich bin sicher, die Zukunft in unserem Land und darüber hinaus gehört denen, die handeln“, sagt Merz zum Schluss seiner Rede. „Wir haben es in der Hand“.

Update, 13:04 Uhr: Eine deutliche Absage erteilt der Bundeskanzler an eine Zusammenarbeit mit Rechtspopulisten. Darauf ergebe sich jedoch eine starke Abhängigkeit der laut Merz beiden einzigen verbleibenden Parteien der politischen Mitte – Union und SPD. Diese Abhängigkeit führe auch dazu, dass Einigungen oft mehr Zeit in Anspruch nehmen, erklärt Merz und wirbt bei den Delegierten für Verständnis.

Update, 12:58 Uhr: „Stellt euch mal vor, im Außenministerium wäre noch eine Grüne, im Wirtschaftsministerium noch ein Grüner und im Innenministerium ein Sozialdemokrat – dann wären die Probleme des Landes wahrscheinlich unlösbar“, sagt Merz und verteilt damit einen Seitenhieb an Annalena Baerbock, Robert Habeck und Nancy Faeser. Für die Ampel-Spitze gibt es Applaus im Saal.

Bundeskanzler Friedrich Merz, gestikuliert während seiner Rede beim CDU-Bundesparteitag

Merz macht auf Parteitag Ansage an SPD – „beide müssen da heraus“

Update, 12:50 Uhr: Beim Thema Sozialpolitik prognostiziert Merz „anstrengende, aber nötige“ Gespräche mit dem Koalitionspartner SPD über mögliche Reformen. Dabei betont Merz auch: „Die CDU unterstellt niemandem Faulheit.“ Kritiker würden jedoch die Augen vor falschen Anreizen und Reformbedarf im Sozialsystem verschließen. „Wer Hilfe benötigt, bekommt sie, aber wer arbeiten kann, der muss auch arbeiten gehen“, bekräftigt Merz mit Blick auf die neue Grundsicherung.

Für die Rente kündigt Merz einen „Paradigmenwechsel“ an. Reformen – sagt Merz – würden jedoch mehr bedeuten als bloßes Zusammenstreichen. „Wir müssen heraus aus dem Zustand, dass ein Koalitionspartner Vorschläge macht, die der andere ritualhaft zurückweist – beide müssen da heraus“, sagt Merz mit Blick auf die SPD.

Update, 12:43 Uhr: Merz bedankt sich bei seinen Ausführungen auch bei Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Diese habe in ihren ersten Monaten im Amt ein „grünes Bundeswirtschaftsministerium vom Kopf wieder auf die Füße gestellt“. Erste Erfolge könne man Merz zufolge bereits beobachten. Dennoch bräuchte es vorrangig beim Thema Bürokratie neue Reformen. „Innovationen scheitern nicht an Ideen, sondern an der Zeit, die es braucht, sie umzusetzen“, sagt Merz. Deswegen halte er auch am „Aus vom Verbrenner-Aus“ fest.

Rede auf CDU-Parteitag: Merz will bei Reformen „zweite Stufe zünden“

Update, 12:34 Uhr: Jetzt zur Wirtschaftspolitik. Merz spricht von einem Kampf mit „harten Bandagen“ im internationalen Raum. Die Frage sei deswegen nicht, ob, sondern wie schnell man die Wirtschaft in Deutschland verändern könne. Die CDU sei dabei die Partei der „Optimisten und Anpacker“. Jetzt müsse man jedoch „die zweite Stufe zünden“ und weitere Reformen anpacken. Das Fundament des „Hauses Bundesrepublik“ sei stark, aber diverse Stockwerke stark sanierungsbedürftig, führt Merz weiter aus. „Wir bleiben seit Langem hinter unseren Möglichkeiten zurück.“

Update, 12:30 Uhr: Merz erklärt mit Blick auf seine bevorstehende Reise nach China in der kommenden Woche weiter, dass er die Bezeichnung „Außenkanzler“ inzwischen als Kompliment ansehe.

Update, 12:22 Uhr: „Europa muss lernen, die Sprache der Macht zu sprechen“, fordert Merz mit Blick auf die EU. „Dass wir das Recht achten, ist nicht Schwäche, sondern Stärke“. Man habe auch bei dem Streit um Trumps Ansprüche auf Grönland gesehen, was ein geschlossenes Europa erreichen kann, betont der Kanzler. In der aktuellen Welt sei „Sicherheit die Voraussetzung für Freiheit“.

Merz fordert weiter drei Maßnahmen: Europa müsse aus eigener Kraft verteidigungsfähig werden, Europa müsse wirtschaftlich stärker werden und Europa müsse technologisch souverän werden. Beim Thema Wirtschaft verteilt der Kanzler auch einen Seitenhieb an die deutschen Grünen. Deren Abstimmungsverhalten mit AfD-Abgeordneten und „Linksradikalen“ im EU-Parlament zum Mercosur-Abkommen sei „unverantwortlich“.

Merz-Rede auf CDU-Parteitag: „Wir sind nicht im Krieg, wir sind aber auch nicht mehr im Frieden“

Update, 12:17 Uhr: Mit Blick auf den Ukraine-Krieg bekräftigt Merz die anhaltende Unterstützung durch die Bundesrepublik und kritisiert das Vorgehen von Russlands Präsident Wladimir Putin scharf. Der Konflikt mache für Merz deutlich: „Wir sind nicht im Krieg, wir sind aber auch nicht mehr im Frieden“. Die Tiefe und Dimension dieser Veränderungen werde man jedoch erst in einigen Jahren nachvollziehen können, prognostiziert der CDU-Vorsitzende. „Wer heute einem naiven Pazifismus folgt, der befördert die Kriege von morgen.“

Update, 12:12 Uhr: Mit Blick auf die USA bekräftigt Merz trotz der sich verschärfenden Beziehungen: „Die Amerikaner sind unsere Freunde, sie sind meine Freunde und sie sollen auch unsere Freunde bleiben.“ Die Wahrheit sei jedoch auch, dass die US-Regierung das Interesse an ihrer Stellung als Schutzmacht verliere.

Update, 12:10 Uhr: Die CDU habe immer gezeigt, dass man auch in schwierigen Zeiten Verantwortung übernehmen kann, sagt Merz. „Und schwierige Zeiten sind es“. Man sei Zeitzeuge eines epochalen Wandels der globalen Ordnung, sagt der Kanzler. Eine „Großmachtordnung“ nehme aktuell Gestalt an und betreffe auch die Sicherheit Europas und die Stellung Deutschlands in der Welt. In diesen Zeiten erfordere es jetzt Mut und Verantwortungsbereitschaft – vor allem auch von der CDU. „Auch dieses Mal nehmen wir die Herausforderungen an, vor denen wir stehen.“

Merz-Rede auf CDU-Parteitag jetzt live – Kanzler erinnert an Adenauer

Update, 12:01 Uhr: Merz beginnt seine Rede mit einem Rückverweis auf Konrad Adenauer. An dessen politische Arbeit müsse sich die CDU im Jahr 2026 erinnern, führt der Kanzler aus. Denn nach drei Jahren in der Opposition trage die CDU jetzt wieder Regierungsverantwortung in Deutschland. Einen ersten besonderen Dank richtet der Kanzler dabei an Generalsekretär Carsten Linnemann und dessen Stellvertreterin Christina Stumpp. Auch BW-Spitzenkandidat Hagel und Gordon Schnieder, Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, spricht Merz explizit seine Unterstützung aus.

Update, 12:00 Uhr: Jetzt kommt es zur viel erwarteten Rede des Parteivorsitzenden. Kanzler Merz tritt an das Rednerpult.

Update, 11:35 Uhr: Die Rede von Parteichef Merz war im Programm der CDU für 11:10 Uhr angesetzt. Der Zeitplan dürfte sich jedoch deutlich nach hinten verschieben. Aktuell spricht der baden-württembergische Spitzenkandidat der CDU, Manuel Hagel, sein Grußwort. Im Anschluss soll die Rede des Kanzlers folgen. Auch sonst läuft beim Parteitag in Stuttgart nicht alles rund: Das WLAN in der Halle ist überlastet.

Merz begrüßt Merkel vor der Eröffnung des CDU-Parteitags.

Update, 10:49 Uhr: Merz tritt ans Rednerpult und erklärt den CDU-Bundesparteitag offiziell für eröffnet und zählt die prominenten Gäste aus Politik und aus Verbänden auf. „An erster Stelle“ begrüßt der CDU-Vorsitzende Angela Merkel, die erstmals seit ihrem Ausscheiden aus dem Kanzleramt wieder an einem CDU-Parteitag teilnimmt. Merkel erhebt sich kurz und bekommt viel Applaus und vereinzelte Jubelrufe von den Delegierten aus der Halle. Vereinzelte Delegierte erheben sich sogar für die langjährige Parteivorsitzende. Der Applaus dauert so lange an, dass Merz schließlich mehrfach ansetzen muss, um die weiteren prominenten Gäste aus der „CDU-Familie“ zu begrüßen.

Nun muss sich zeigen, ob die Delegierten in Stuttgart weiterhin hinter ihrem Vorsitzenden stehen und er es erneut auf 90 Prozent schafft oder einige Verluste hinnehmen muss. Möglich ist allerdings auch, dass sich die Delegierten angesichts der fünf anstehenden Landtagswahlen in diesem Jahr hinter dem Vorsitzenden versammeln, um ein Zeichen der Geschlossenheit zu senden.

  • Ereignis: CDU-Bundesparteitag mit Wiederwahl des Vorsitzenden; den Programmablauf gibt es hier
  • Datum: Freitag, 20.–21. Februar 2026
  • Ort: Messe Stuttgart, Konferenzsaal im ICS
  • Personen: u. a. Friedrich Merz (CDU), Jens Spahn, Philipp Amthor, Carsten Linnemann, Manfred Weber, und weitere
  • Sonstiges: Erste Wiederwahl zum CDU-Chef als amtierender Bundeskanzler

Politikwissenschaftler Benjamin Höhne von der Technischen Universität Chemnitz bezweifelt Merz‘ Durchsetzungskraft: „Merz‘ Durchsetzungspotenzial geriet bereits bei den eigenen Leuten schon mehrfach an Grenzen“, sagt Höhne gegenüber der AFP. Als Beispiele nennt er die Rebellion der Jungen Gruppe in der CDU bei der Rentenpolitik oder die Richterinnen-Personalie Brosius-Gersdorf. Die Erwartungen in der CDU waren nach dem Wahlsieg groß gewesen: Die Partei wollte das Land modernisieren und Zuversicht verbreiten. „Man denke etwa an den Herbst der Reformen. Unterm Strich scheint davon bei der Bevölkerung jedoch bisher nicht viel angekommen zu sein“, so Höhne.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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