Reform

Minijob 2022: Hubertus Heil kündigt Erhöhung für Oktober an

Gastgewerbe
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Höhere Verdienstgrenze bei Minijobs: Ab Oktober darf 520 Euro verdient werden.

520 statt 450 Euro: So viel darf im Minijob 2022 bald verdient werden. Hubertus Heil hat die entsprechende Erhöhung für Oktober angekündigt. Es hagelt Kritik.

Berlin – Es war eine der großen Ankündigungen der neuen Ampel-Koalition von Olaf Scholz (SPD): die Anhebung der Verdienstgrenze bei Minijobs. Nun wird das Vorhaben bei Nebenjobs für Minijobber umgesetzt. Wie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verkündete, kommt die Erhöhung für Minijobs 2022 zum 1. Oktober. Ab dann steigt die Verdienstobergrenze von 450 Euro auf 520 Euro an. „Das ist so in der Koalition vereinbart – und so machen wir’s“, sagte Heil in einem Interview gegenüber den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft.

Beschäftigungsart:Minijob
Eingeführt:2003
Verdienstgrenze:450 Euro im Monat
Ansprechpartner:Minijob-Zentrale

Minijob Erhöhung 2022: Hubertus Heil kündigt steigende Verdienstgrenze bei Nebenjobs an – auch Midijobs betroffen

Neben der Minijob-Erhöhung soll 2022 auch die Obergrenze für Midijobs angehoben werden. Hubertus Heil kündigte an, dass zum 1. Oktober 2022 die Grenze von derzeit 1300 Euro auf 1600 Euro angehoben werden soll. „Künftig orientiert sich die Minijob-Grenze an einer Wochenarbeitszeit von 10 Stunden zu Mindestlohnbedingungen“, hieß es dazu bereits im Koalitionsvertrag von SPD, Grüne und FDP. Minijobber werden, wie andere Arbeitnehmer auch, vom Arbeitsrecht geschützt.

Gleichzeitig zu den Erhöhungen bei Minijob und Midijob wird in Deutschland die geplante Erhöhung des Mindestlohns angepasst. Erst kürzlich hatte Hubertus Heil angekündigt, dass der Mindestlohn von 9,82 Euro auf 12 Euro ansteigen werde. Stichtag hierfür ist ebenfalls der 1. Oktober 2022.

Minijob 2022: Verdi kritisiert Erhöhung der Verdienstgrenze

Während die Erhöhung beim Minijob 2022 mehr soziale Gerechtigkeit versprechen, stößt die veränderte Verdienstgrenze bei Gewerkschaften und Interessensverbänden auf große Kritik. Bereits im Herbst 2021 warnte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (verdi) vor den Plänen der Ampelparteien und möglichen, falschen Weichenstellungen. „Der Arbeitsmarkt darf nicht zum Trümmerfeld von Marktideologen werden“, sagte Frank Werneke, Vorsitzender von verdi, und führte aus: „Minijobs sind Gift für einen zukunftsfesten Arbeitsmarkt mit auskömmlichen Löhnen, sicheren Arbeitsplätzen und später armutsfesten Renten.“ Die Linksfraktion kritisierte im Bundestag, dass durch die Veränderung der Verdienstgrenze bei Minijobs viele versicherungspflichtige Jobs bedroht seien.

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Durch die Erhöhung der Verdienstgrenze bei Minijobs von 450 Euro auf 520 Euro fürchten Experten, dass immer mehr reguläre Arbeitsplätze verdrängt und durch Minijobs ersetzt werden – besonders in der Gastronomie. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erklärte im vergangenen November, dass Minijobber weder einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I noch auf Kurzarbeitergeld hätten. Besonders im Gastgewerbe seien sie die ersten, die aus dem System gefallen und in existenzielle Not. Besonders während der Corona-Pandemie hätte sich dies gehäuft gezeigt.

Bürgergeld statt Hartz IV: Hubertus Heil kündigt Reform an

Neben der Anhebung der Verdienstgrenze bei Minijobs und einem höheren Mindestlohn plant die Ampel-Koalition auch weiterhin die Einführung eines Bürgergeldes, das Hartz IV ersetzen soll. Hubertus Heil kündigte in diesem Zusammenhang an, dass eine entsprechende Reform noch in diesem Jahr im Bundestag beschlossen werden soll. „Diese große Reform braucht Zeit, weil viele Verwaltungsfragen bis hin zu den nötigen Computerprogrammen geregelt werden müssen“, sagte Heil und erklärte, dass das neue Bürgergeld im kommenden Jahr in Kraft treten soll.

Für den Bundesarbeitsminister stellt das Bürgergeld zudem eine Instrument dar, um Menschen langfristig aus der Arbeitslosigkeit zu helfen und sie zurück ins Berufsleben zu bringen. Nachdem die Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes zum Jahreswechsel für Empörung gesorgt hat, müssen sich Empfänger von Hartz 4 auf weitere Durststecken einstellen. Vor der Einführung des Bürgergeldes wolle Heil die Hartz-4-Sätze generell nicht weiter anheben. Um steigende Kosten auszugleichen, verwies er auf den Kindersofortzuschlag* ,der derzeit mit Familienministerin Anne Spiegel und Finanzminister Christian Lindner diskutiert wird. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

 

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