Nur noch 90 Tage genesen
Nach Corona-Infektion ist Genesenen-Nachweis nur noch drei Monate gültig
Ein Genesenen-Nachweis für eine vergangene Corona-Infektion ist ab sofort nur noch drei Monate statt sechs gültig. Die wichtigsten Informationen im Überblick.
Berlin – Das Robert Koch-Institut hat angekündigt, dass ein Genesenen-Nachweis für ehemals Corona-Infizierte nur noch drei Monate gültig ist. Die Änderung ist am Samstag, 15. Januar, in Kraft getreten. Unverändert bleibt dabei, dass der Genesenen-Nachweis ab dem 28. Tag nach einem positiven PCR-Testergebnis zählen würde. Nun läuft dieser jedoch bereits nach 90 Tagen wieder ab. Wer mit einem aktuellen Genesenen-Nachweis also nicht auf seine persönlichen Freiheiten verzichten will, muss für ein Zertifikat bereits früher zum Impfen als zuvor geplant.
| Behörde | Robert Koch-Institut |
| Hauptsitz | Berlin |
| Gründung | 1. Juli 1891 |
| Stellung | Selbstständige Bundesoberbehörde |
Neue Regeln für Genesenen-Nachweis: So lange bleibt das Zertifikat gültig
Für Personen, die bereits vor dem 15. Januar ihren Genesenen-Nachweis bekommen haben, zählen die neuen Regeln ebenfalls ab sofort. Wer also beispielsweise Mitte Oktober mit einem frischen Zertifikat für die Corona-Genesung davon ausgegangen war, bis April offiziell genesen zu sein, muss nun aufgrund der neuen Regeln umdenken. Denn offiziell ist der Genesenen-Nachweis jetzt abgelaufen, auch wenn derselbe Nachweis vor der neuen Reglung für einen längeren Zeitraum ausgeschrieben war. Derweil empfiehlt ein Experte die vierte Corona-Impfung rund vier bis sechs Monate nach der ersten Booster-Impfung.
Nach Corona-Erkrankung: Befund für Genesenen-Nachweis muss über Diagnostik nachgewiesen werden
Zuvor sei ein Nachweis für Genesene bis zu einem halben Jahr gültig gewesen, also rund 180 Tage. Um eine vorausgegangene Corona-Erkrankung anerkennen lassen zu können, muss die Infektion weiterhin durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) bestätigt sein. An dieser Regelung hat sich nicht geändert, jedoch reicht in Niedersachsen ab sofort ein Schnelltest, um aus der Quarantäne zu kommen.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach: Genesen-Status schützt recht gut gegen Corona
Vor nicht allzu langer Zeit schien die Lage jedoch noch ganz anders auszusehen. Damals sagte der heutige Gesundheitsminister Karl Lauterbach: „Wir wissen, dass der Genesenen-Status recht gut schützt. Am Anfang sah es zeitweise so aus, als wenn die Impfung besser schützen würde als der Genesenen-Status. Das hat sich als falsch erwiesen, das ist einfach nicht richtig.“ Zwar habe sich das mit Omikron nicht geändert, dennoch werde die Genesenen-Zeit verkürzt. Aus heutiger Perspektive scheint es also umso widersprüchlicher zu sein, dass der Impfschutz bis zu 270 Tage gelten kann, eine Genesung jedoch nur 90 Tage.
Lauterbach ging vor seinem Amt als Gesundheitsminister sogar noch vom Gegenteil der neuen Regeln aus: „Wir wissen heute, dass der Genesen-Status sehr umfänglich schützt. Und wir wissen, dass der Genesenen-Status auch über die sechs Monate hinaus schützt. Daher könnte ich mir vorstellen, dass wir den Genesenen-Status mit dem Antikörpernachweis so nutzen, dass man auch über diesen Zeitraum von sechs Monaten hinaus als genesen gilt.“ Diese Aussage scheint nun überholt zu sein – zumindest scheint es so. Zuletzt fürchtete Gesundheitsminister eine Rückkehr der Delta-Variante im Kampf gegen das Coronavirus.
Corona in Deutschland: Inzidenz auf Rekordhoch, Hospitalisierung sinkt weiterhin
Mit der Anpassung reagiert das Robert Koch-Institut offensichtlich auf die Rekordwerte bei den Corona-Neuinfektionen, die Corona-Inzidenz in Niedersachsen liegt beispielsweise auf einem Rekord-Hoch und auch im Nachbarland Bremen gilt mittlerweile Warnstufe 4. Die Sieben-Tage-Inzidenz steht am Montag derweil auf 1389 Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Am Montag kam es bundesweit zu 34.145 neuen Corona-Infektionen.
Doch mit Blick auf die Krankenhäuser geht trotz steigender Infektionszahlen die Hospitalisierungsrate seit dem 28. Dezember fast ausschließlich runter. In diesem Zeitraum habe sich auch die Omikron-Variante in Deutschland ausgebreitet. Die Variante gelte zwar als hochansteckend, jedoch mit oftmals geringem Verlauf. Der bisher höchste Wert der Hospitalisierungsrate lag bei rund 15. Nun befinde sich der Wert am Montag jedoch wieder auf 3,14 trotz der hohen und steigenden Inzidenz.* kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.
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