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Putins Jahrespressekonferenz: Liebe auf den ersten Blick, absurde Vorwürfe und wenig Wahrheit

Bei seiner Jahrespressekonferenz und Fragerunde warf Putin der Ukraine mangelnde Bereitschaft für einen Friedens-Deal vor – und erhob absurde Vorwürfe gegen Selenskyj.

Update, 14:55 Uhr: Nach knapp viereinhalb Stunden endet der Live-Show-Marathon von Putin. Russlands Präsident beantwortete bei der Veranstaltung, die Pressekonferenz und Bürgerforum zugleich war, die Fragen von Journalisten und der russischen Bevölkerung. Neben den beiden Schwerpunkt-Themen Ukraine-Krieg und Wirtschaft äußerte Putin sich auch zu kleineren Themen. Darunter dem Stand der russischen Forschung, einem Meteor im All und der Antwort auf die Frage, ob der Kreml-Chef an die Liebe auf den ersten Blick glaubt. Antwort: ja.

Die Veranstaltung stand dabei ganz im Zeichen der russischen Propaganda und eröffnete wenige neue Blickwinkel. Putin beharrt weiterhin darauf, dass Kiew für den Ukraine-Krieg verantwortlich sei und warf Selenskyj mangelnde Bereitschaft für ein Friedensabkommen vor. Für Russland sei ein Ende des Ukraine-Kriegs nur dann denkbar, wenn die „Kernursachen“ des Konflikts behandelt werden. Darunter versteht Russland eine Zusage, dass die Ukraine kein NATO-Mitglied werde und die vollständige Kontrolle Moskaus über der Donbass.

In seltenen Momenten bot die Pressekonferenz auch Momente der Kritik am Moskauer Regime. Etwa durch die Fragen der vereinzelten westlichen Journalisten im Studio oder durch die Einblendung einer kritischen Zuschauernachricht, in der die Veranstaltung als „Zirkus“ bezeichnet wurde. Unterm Strich konnte sich Putin in den viereinhalb Stunden vor der russischen Bevölkerung als empathischer und starker Führer inszenieren, der Bürgern mehrfach versprach, sich persönlich um deren Probleme kümmern zu wollen. Die Wahrheit – gerade mit Blick auf den Krieg in der Ukraine – blieb dabei jedoch zumeist auf der Strecke.

Update, 12:55 Uhr: Putin sagte bei seiner Live-Pressekonferenz auf die Frage einen BBC-Journalisten, Russland plane keine weiteren militärischen Vorstöße. „Es wird keine weiteren militärischen Spezialoperationen geben, wenn Sie uns mit Respekt behandelt und wenn man unsere Interessen respektieren. Wie auch wir versuchen, ihre Interessen zu respektieren”, führte der russische Präsident mit Blick auf die EU-Staaten aus. Putin behauptete weiter, die westlichen Staats- und Regierungschefs hätten Russland in der Vergangenheit mit Blick auf die Erweiterung der NATO nach Osten getäuscht.

„Denken Sie, wir werden Europa angreifen? Das ist Nonsens“, führte Putin weiter aus. Europäische Staaten würden versuchen von den nationalen Problemen und Fehlern abzulenken, in dem sie die Aufmerksamkeit auf das „böse Russland” konzentrieren würden. Russlands Präsident hatte auch vor der Eskalation im Ukraine-Krieg im Februar 2022 betont, Russland plane keinen Angriff auf das Nachbarland. Putins Aussagen sind auch falsch, da Russland sich bereits jetzt im Krieg gegen ein europäisches Land befindet – die Ukraine.

Pressekonferenz jetzt live: Putin fühlt sich nicht verantwortlich für Opfer im Ukraine-Krieg

Update, 12:11 Uhr: Auf die Frage eines US-amerikanischen Journalisten zum Ukraine-Krieg erwiderte Putin, er fühle sich nicht verantwortlich für den Tod von Soldaten und Zivilisten, da Russland den Krieg nicht begonnen habe. Damit wiederholt Putin das Kreml-Narrativ, wonach die Ukraine für den Krieg verantwortlich sei. Russland besetzte bereits 2014 völkerrechtswidrig die Halbinsel Krim und sorgte im Februar 2022 für die Ausweitung des Ukraine-Kriegs, als er russische Truppen im Norden und Osten der Ukraine einmarschieren ließ.

Update, 11:50 Uhr: Bei der großen Show von Russlands Präsident Wladimir Putin kam es offenbar zu einem kleinen Eklat. Während der Kreml-Chef Fragen beantwortet, werden immer wieder SMS-Nachrichten von russischen Bürgern im Hintergrund eingeblendet. Dabei hat es auch eine kritische Nachricht in die Show geschafft. Während Putin über Russlands Wirtschaft spricht, erscheint auf einem Bildschirm im Hintergrund die Nachricht „Das ist kein direkter Draht, sondern ein Zirkus“. Das berichtet das Portal t-online. Die Nachricht ist eine Anspielung auf den Namen von Putins Bürgerforum „Der direkte Draht“. Ob die Einblendung der kritischen Nachricht ein Fehler war oder nicht, ist nicht bekannt.

Jetzt live: Putin inszeniert sich bei Pressekonferenz als Kümmerer

Update, 11:23 Uhr: Eine Bürgerin stellt eine für die russische Propaganda überraschend kritische Frage an Präsident Putin. Ihr Mann sei im Ukraine-Krieg gefallen und sie und die gemeinsamen zwei Kinder hätten bislang noch keine Pensionszahlung erhalten. Putin entschuldigte sich für dir Verzögerungen, bekräftigte jedoch, dass die Pension in Kürze ausgezahlt werden solle. In seiner Antwort verwies Putin auf Verzögerungen, die sich durch die russische Bürokratie und den „Papierkram“ ergeben hätten. Er wolle sich der Situation jetzt aber selbst annehmen.

Für den russischen Präsidenten dürfte die ausgewählte Frage eine gute Möglichkeit sein, sich öffentlich zu einem in der Gesellschaft kritisch angesehenen Thema zu positionieren und den Bürgern seine Handlungsbereitschaft zu signalisieren. In den vergangenen Wochen nahmen Berichte zu, dass Russland Entschädigungszahlungen für Hinterbliebene nicht auszahle oder die Leistungen stark gekürzt habe.

Update, 10:57 Uhr: Mit Blick auf die mögliche Verwendung der eingefrorenen russischen Vermögenswerte durch die EU für Ukraine-Hilfen, hat Putin schwere Vorwürfe erhoben. Das Vorgehen sei laut des russischen Präsidenten nichts anderes als „Raub“ und die EU-Staaten, die sich für den Vorstoß einsetzten „Räuber“. Putin warnt die europäischen Staats- und Regierungschefs vor Konsequenzen und einem schwindenden Vertrauen in die Eurozone.

Nach monatelangem Streit hatten sich die EU-Staaten in der Nacht zum Freitag auf einen Kompromiss zur Finanzierung der Ukraine für die nächsten zwei Jahre verständigt. Das Land erhält von der EU einen zinslosen Kredit über 90 Milliarden Euro. Falls Russland für Kriegsschäden keine Entschädigung leistet, sollen in der EU eingefrorene russische Vermögenswerte für die Rückzahlung herangezogen werden.

Update, 10:34 Uhr: Absurde Vorwürfe von Putin. Der russische Präsident wirft dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor, Aufnahmen gefälscht zu haben, die ihn in der vergangenen Wochen in der Stadt Kupjansk gezeigt haben. „Wir wissen, dass er ein Schauspieler ist“, erklärt Putin mit Blick auf Selenskyj. Die Stadt befindet sich nach Angaben Putins in den Händen der russischen Armee. Ukrainische Berichte über eine Rückeroberung der Stadt durch die Ukraine seien Fake News.

Kiew hatte in der vergangenen Woche einen erfolgreichen Vorstoß in die Stadt Kupjansk gemeldet. Selenskyj hatte auf X ein Video veröffentlicht, dass den Präsidenten vor Ort am Rande der Frontstadt zeigen soll. Auch das Open Source Intelligence Projekt DeepStateUA bestätigte den Vorstoß der Ukraine auf Basis von geolokalisierten Bildern und Videos.

Ukraine-Krieg im Fokus: Putin in seiner Pressekonferenz live, Aufnahme aus dem TV-Studio

Putin-Pressekonferenz heute: Kreml-Chef wirft Kiew mangelnden Verhandlungswillen vor

Update, 10:18 Uhr: Die erste Frage dreht sich um den Ukraine-Krieg. Putin kritisiert bei seiner Pressekonferenz die Ukraine wegen mangelnder Bereitschaft zu Friedensverhandlungen. Russland wolle den Konflikt friedlich beenden, aber nur unter Behandlung der „Kernursachen des Kriegs“. Damit bezieht sich Russland auf die Anerkennung des Donbass als russisches Gebiet und mögliche Zusagen, dass die Ukraine nicht der NATO beitreten werden. Putin wiederholt die Forderungen des US-Friedensplans, dass die Ukraine sich kampflos aus den Gebieten Donezk und Luhansk zurückziehen solle.

Die russischen Streitkräfte befinden sich laut Putin in der Offensive und verzeichnen „effiziente Vorstöße entlang der Frontlinie“. Putin bekräftigt erneut, russische Truppen hätten Pokrowsk eingenommen. Kiew wies diese Behauptungen in den vergangenen Tagen wiederholt zurück und sprach von andauernden Gefechten.

Putin-Pressekonferenz heute: Große Show um Russlands Präsidenten beginnt

Update, 10:10 Uhr: Leichte Verzögerungen in Moskau. Der Start der Sendung war ursprünglich für 10 Uhr geplant. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat inzwischen das Wort ergriffen und kündigt den russischen Präsidenten an. Putin betritt die Bühne – es kann losgehen.

Update, 9:59 Uhr: Die Ränge im Studio sind bereits gut gefüllt. In wenigen Minuten wird auch Präsident Putin für die alljährliche Fragerunde erwartet.

Update, 9:50 Uhr: Bei der traditionellen Pressekonferenz von Wladimir Putin zum Jahresende dürften wohl zwei Themen im Mittelpunkt stehen. Eine Umfrage des unabhängigen Levada Centers zufolge sind die beiden wichtigsten Anliegen der russischen Bevölkerung die sich verschlechternde Wirtschaftslage sowie die Frage, wann der Ukraine-Krieg enden wird. Das berichtet das Portal Business Insider. Im Rahmen der Umfrage wurden knapp 1600 russische Bürgerinnen und Bürger befragt.

Putin-Pressekonferenz und „Direkter Draht“: Präsident prüfte Anfragen „bis spät in die Nacht“

Update, 9:31 Uhr: In Moskau laufen die letzten Vorbereitungen für die jährliche Fragerunde von Präsident Wladimir Putin. Erste Journalisten und Gäste haben bereits im TV-Studio Platz genommen. 2,5 Millionen Anfragen sollen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur TASS in den letzten zwei Wochen für die Pressekonferenz zum Jahresende eingegangen sein. Putin selbst habe die Zusendungen „bis spät in die Nacht“ geprüft, behauptet die russische Propaganda weiter. Um 12 Uhr Ortszeit (10 UHR MEZ) soll es losgehen.

Update, 8:33 Uhr: Wie TASS berichtet, veranstaltet Wladimir Putin seit 2001 während seiner Amtszeit als Präsident und Ministerpräsident jährlich zwei große Veranstaltungen: eine große Pressekonferenz und die Fernsehsendung „Direkter Draht“. Im ersten Format beantwortet Putin Fragen von russischen und ausländischen Journalisten. In der Fernsehsendung geht es um die Fragen der Bürger. Einige Stunden von dem Pressetermin hat sich vor dem Gebäude bereits eine hunderte Meter lange Schlage mit wartenden Journalisten gebildet.

Putin-Show im Live-TV: Russlands Machthaber Wladimir Putin gibt sich bürgernah

Update vom 19. Dezember um 8 Uhr: Bei seiner landesweit vom Fernsehen übertragenen Jahrespressekonferenz und Bürgerfragestunde lässt sich Wladimir Putin heute von ausgewählten Journalisten und Bürgern ihre Fragen stellen. Erwartbare Themen sind die vielen Probleme des Landes, wie Armut, soziale Missstände sowie Klagen über mangelhafte Gesundheitsversorgung und fehlende Infrastruktur.

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine steht die öffentlichkeitswirksame Veranstaltung auch im Zeichen des Ukraine-Krieges. Putin nutzt das TV-Format immer wieder, um sich als Kümmerer und Problemlöser in Szene zu setzen. Im vergangenen Jahr dauerte die PR-Show knapp viereinhalb Stunden.

Erstmeldung: Moskau – Der russische Präsident Wladimir Putin wird am Freitag (19. Dezember) um 10 Uhr (MESZ) seine jährliche Pressekonferenz abhalten. Bei der mehrstündigen Veranstaltung wird Putin sorgfältig ausgewählte Fragen von Journalistinnen und Journalisten sowie der Bevölkerung beantworten.

Ein zentrales Thema wird voraussichtlich der andauernde Ukraine-Krieg sein. Die russische Regierung hatte in letzter Zeit mehrfach von Erfolgen und Eroberungen im Nachbarland gesprochen, bestätigen ließ sich davon jedoch längst nicht alles. Brisant: Parallel zu Putins großer Show findet in Brüssel der Abschluss eines EU-Gipfels statt, bei dem über die Nutzung eingefrorener russischer Vermögen für die Ukraine diskutiert wird.

Nicht nur die anwesenden Bürgerinnen und Bürger, sondern alle Bewohner Russlands sollen die Möglichkeit haben, sich an der Fragerunde mit Wladimir Putin zu beteiligen, berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax. Es soll eine Hotline eingerichtet worden sein, die vor Putins TV-Show zur Verfügung steht. Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, Fragen an das Staatsoberhaupt per SMS oder über soziale Netzwerke einzureichen.

Die Jahrespressekonferenz, eine Tradition seit 2001, wurde 2022 nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine ausgesetzt – vermutlich, um die „militärische Spezialoperation“ gar nicht erst thematisieren zu müssen. Die Wiederaufnahme dieser Veranstaltung wird von politischen Beobachterinnen und Beobachtern inzwischen als Versuch gesehen, ein Bild der Normalität und Kontrolle zu vermitteln. Zudem ermöglicht die Jahrespressekonferenz dem Kreml, seine Propaganda effektiv zu verbreiten.

Wladimir Putin: Der Aufstieg von Russlands Machthaber in Bildern

Wladimir Putin ist seit dem 24. Februar 2022 auch Kriegsherr – auch wenn in Russland nach offizieller Lesart nur von einer militärischen „Spezialoperation“ in der Ukraine gesprochen wird.
Am 24. Februar 2022 befahl Wladimir Putin den Angriff russischer Truppen auf die Ukraine. Setdem ist er nicht nur Präsident Russlands, sondern Kriegsherr – auch wenn in Russland der Ukraine-Krieg nach offizieller Lesart nur eine militärische „Spezialoperation“ genannt wird. © Mikhail Klimentyev/Imago
Wladmir Putin mit Flottenchef Kurojedow
Von 1975 bis 1982 war der am 7. Oktober 1952 geborene Putin KGB-Offizier, von 1984 bis 1985 besuchte er die KGB-Hochschule in Moskau. Ab 1985 war er in der DDR tätig, hauptsächlich in Dresden. Danach ging es wieder zurück nach St. Petersburg. Vom 25. Juli 1998 bis August 1999 war Putin Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB. In dieser Eigenschaft traf er sich im November 1998 mit Flottenchef Wladmir Kurojedow (rechts). © Stringer/dpa
So sah Wladimir Putin im Alter von 40 Jahren aus, als er an der Eröffnung der Honda Motor Show 1992 in St. Petersburg teilnahm.
Eine Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt Wladimir Putin im Jahr 1992 im Alter von 40 Jahren, als er an der Eröffnung der Honda Motor Show 1992 in St. Petersburg teilnahm. Zwei Jahre später wurde er von einem der Vizebürgermeister zum ersten Vizebürgermeister der Stadt ernannt. Sein politischer Aufstieg nahm Formen an. © Russian Look/IMAGO
Dieses Foto zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Jahr 1994 in seinem Büro. Damals war er 42 Jahre alt und Vizebürgermeister von St. Petersburg.
In seinem ersten Jahr als erster Vizebürgermeister der Stadt St. Petersburg im Jahr 1994 wurde Wladimir Putin in seinem Büro fotografiert. Damals war er 42 Jahre alt. Von körperlichen Beschwerden aus dieser Zeit ist nichts bekannt. Putin war zudem bereits seit seiner Jugend sportlich und ging unter anderem dem Kampfsport Judo nach, in dem er sich einen Schwarzen Gurt verdiente. © Russian Look/IMAGO
Drei Jahre später enstand dieses Foto von Wladimir Putin zusammen mit Anatoly Sobchak, ehemaliger Bürgermeister von St. Petersburg.
Dieses Foto entstand drei Jahre später, 1997, und zeigt Wladimir Putin – damals 45 Jahre alt – zusammen mit Anatoly Sobchak, dem ehemaligen Bürgermeister von St. Petersburg. © Russian Look/IMAGO
Wladimir Putin mit Boris Jelzin im Kreml.
Im Jahr 1999 übernahm Putin zum ersten Mal das Amt des Ministerpräsidenten – mit Option auf die Nachfolge von Präsident Boris Jelzin (links). Als Jelzin am 31. Dezember 1999 sein Amt niederlegte, übernahm Putin kommissarisch auch die Amtsgeschäfte des Präsidenten. Im Mai 2000 wurde Putin dann regulär zum Präsidenten Russlands gewählt. © dpa
Im Jahr 2000 wurde Putin zum ersten Mal Präsident der Russichen Föderation. Das Foto zeigt den damals 48-Jährigen zusammen mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berlin.
Im Jahr 2000 wurde Wladimir Putin erstmals zum Präsidenten der Russischen Föderation gewählt. Das Foto zeigt den damals 48-Jährigen zusammen mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in Berlin. Die Beiden sollte im weiteren Verlauf eine innige Freundschaft verbinden, die auch über Schröders politische Karriere hinaus Bestand hatte. © Thomas Imo/IMAGO
Wladimir Putin während einer Trainingssession in Sotschi im Jahr 2019. Der russische Präsident gilt als großer Judo-Fan und hat im Jahr 2000 in Tokio den Titel des sechsten Dan des „Kodokan-Judo“ verliehen bekommen.
Wladimir Putin während einer Trainingssession in Sotschi im Jahr 2019. Der russische Präsident gilt als großer Judo-Fan und hat im Jahr 2000 in Tokio den Titel des sechsten Dan des „Kodokan-Judo“ verliehen bekommen. © Mikhail Metzel/Imago
Am 7. Mai 2000 legte Putin seinen Amtseid ab.
Am 7. Mai 2000 legte Putin unter den Augen von Boris Jelzin seinen Amtseid ab. Mit einer Ausnahme einer Zeit als Regierungschef von 2008 bis 2012 hat Putin seither das Amt des Präsidenten der Russischen Föderation inne.  © Imago
Wladimir Putin und Bill Clinton bei der Unterzeichnung eines Vertrages in New York.
Im September 2000 führte Putin der Weg in die USA. Bill Clinton (rechts) war der erste US-Präsident, mit dem er es in den kommenden Jahren zu tun bekam. in seiner Mit dem damals noch amtierenden US-Präsidenten B © Imago
Mit einer Umarmung begrüßen sich Gerhard Schröder und Wladmir Putin im Foyer des Taschenbergpalais in Dresden.
Als Russlands Präsident reiste Putin im September 2001 zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Deutschland. Im Foyer des Taschenbergpalais in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden begrüßte ihn auch der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (links). Die beiden verstanden sich offensichtlich schon damals ausnehmend gut. Die Freundschaft hat auch heute noch Bestand. © Jan-Peter Kasper/dpa
Der schwarze Labrador von Wladimir Putin läuft beim Treffen seines Herrchens mit Angela Merkel durchs Zimmer.
Putin spielt gerne psychologische Spielchen – so auch 2007 mit Kanzlerin Angela Merkel. Bei ihrem Treffen in Sotschi am Schwarzen Meer ließ Putin während einer gemeinsamen Pressekonferenz eine Labradorhündin ohne Leine herumlaufen. Merkel, einst in ihrer Jugend von einem Hund gebissen worden, fühlte sich sichtlich unwohl.  © Dmitry Astakhov/dpa
George Bush und Wladimir Putin spazieren auf dem Gelände von Putins Sommerresidenz Bocharov Ruchei.
George W. Bush (rechts) war der zweite US-Präsident, mit dem es Putin zu tun bekam. Im April 2008 trafen sich beiden Staatschefs auf dem Gelände von Putins Sommerresidenz Bocharov Ruchei. © Imago
Wladimir Putin neuer russischer Regierungschef.
Am 7. Mai 2008 löste Dmitri Medwedew nach zwei Amtszeiten Putin im Amt des russischen Präsidenten ab. Einen Tag danach wählte die Duma Putin auf Vorschlag des neuen Präsidenten zum neuen Regierungschef. Putin blieb auch in dieser Position der starke Mann. © dpa
Im Jahr 2009 ließ sich Putin mit freiem Oberkörper auf einem Pferd sitzend zur Demonstration von Macht fotografieren, als er durch die südsibirische Republik Tuwa ritt.
Im Jahr 2009 ließ sich Wladimir Putin mit freiem Oberkörper auf einem Pferd sitzend fotografieren, als er durch die südsibirische Republik Tuwa ritt. Mit solchen Fotos pflegte Putin sein Macho-Image. Er wollte er laut Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ Wirkung in der russischen Bevölkerung erzielen und auch international demonstrieren, dass er ein starker Gegner ist. © epa Alexey Druzhinyn
Bekleidet mit olivgrüner Jagdhose und einem dazu passenden Sonnenhut präsentiert sich Wladimir Putin beim Angeln in den sibirischen Bergen im Jahr 2017. Geht es nach dem russischen Präsidenten, hat der Oberkörper aber freizubleiben.
Bekleidet mit olivgrüner Jagdhose und einem dazu passenden Sonnenhut präsentiert sich Wladimir Putin beim Angeln in den sibirischen Bergen im Jahr 2017. Geht es nach dem russischen Präsidenten, hat der Oberkörper aber freizubleiben. Das gilt für Reiten wie offenbar auch fürs Angeln. © Aleksey Nikolskyi/Imago
Putin und Obama stoßen miteinander an.
Am 7. Mai 2012 wurde Putin erneut zum Präsidenten gewählt. Sein Verhältnis zu US-Präsident Barack Obama war von Distanz geprägt. Das war auch im September 2015 bei einer Veranstaltung der Vereinten Nationen in New York der Fall.  © Amanda Voisard/dpa
Wladimir Putin in einem camouflage-farbendem Tauchanzug während eines Ausflugs in der russischen Republik Tuwa in Sibirien im Jahr 2017. Das Foto zeigt den russischen Präsidenten während einer Verschnaufpause.
Wladimir Putin in einem camouflage-farbendem Tauchanzug während eines Ausflugs in der russischen Republik Tuwa in Sibirien im Jahr 2017. Das Foto zeigt den russischen Präsidenten während einer Verschnaufpause. © Alexei Nikolsky/Imago
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam.
Als Donald Trump die US-Wahl 2016 gegen Hillary Clinton gewann, hatte Russland wohl seine Hände mit im Spiel. Putin hatte sicher seinen Grund. Mit Donald Trump kam er jedenfalls gut zurecht. Im November 2017 begrüßten sie sich Familienfoto im Rahmen des Gipfeltreffens der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Da Nang (Vietnam) herzlich.  © Mikhail Klimentyev/dpa
Der chinesische Präsident Xi Jinping (r) und der russische Präsident Wladimir Putin (l) geben sich am 04.07.2017 im Kreml in Moskau (Russland) bei einem Gespräch die Hände
Unter Putin sind sich Russland und China zuletzt immer nähergekommen. Ein wichtiger Termin war der 4. Juli 2017, als der chinesische Präsident Xi Jiping im Kreml in Moskau zu Besuch war. Damals wurden mehrere Verträge und Wirtschaftsabkommen unterzeichnet. © Sergei Ilnitsky/dpa
Wladimir Putin und Olaf Scholz am Tisch im Kreml.
So pflegt Putin inzwischen seine Gäste zu empfangen – vor allem die aus dem Westen. Am 15. Februar 2022 reiste Kanzler Olaf Scholz nach Moskau. Damals hatte der Ukraine-Krieg noch nicht begonnen. Putin ließ sich von Scholz aber nicht beeindrucken. © Kremlin Pool/Imago
Wladimir Putin im Kreml.
Putin forcierte in seiner dritten Amtszeit die kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit dem 21. März 2014 betrachtet Russland die Krim als Teil des eigenen Staatsgebiets, seit September 2015 unterstützt die russische Luftwaffe im Militäreinsatz in Syrien den syrischen Präsidenten Assad im dortigen Bürgerkrieg.  © Sergei Ilnitsky/dpa
Wladimir Putin (links) und Joe Biden schütteln sich bei ihrem Treffen in der „Villa la Grange“ die Hand.
Anlässlich der Genfer Gipfelkonferenz traf sich Putin am 16. Juni 2021 mit US-Präsident Joe Biden zu einem Gespräch. Schon damals waren die russischen Truppenaufmärsche an der Grenze zur Ukraine ein Thema. © Denis Balibouse/dpa
Wladimir Putin lacht
Genutzt hat das Gipfelgespräch wenig. Am 24. Februar 2022 begann mit dem Einmarsch der russischen Truppen ins Nachbarland der Ukraine-Krieg. Putin wusste es wohl schon in Genf.  © Denis Balibouse/dpa
Selbst wenn sich der Kreml-Chef nahe den Gewässern Russlands erholt, sind die Kameras der russischen Staatspresse nicht weit entfernt. Schnappschüsse von einem schwimmenden Wladimir Putin, wie hier im Jahr 2017, würde ihnen sonst glatt entgehen.
Selbst wenn sich der Kreml-Chef nahe den Gewässern Russlands erholt, sind die Kameras der russischen Staatspresse nicht weit entfernt. Schnappschüsse von einem schwimmenden Wladimir Putin, wie hier im Jahr 2017, würde ihnen sonst glatt entgehen. © Alexei Nikolsky/Imago

Ukraine-Verhandlungen gehen schleppend voran – Waffenstillstand nicht in Sicht

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen bleiben derweil äußerst angespannt. Die Verhandlungen zwischen Washington, Moskau und Kiew zur Beendigung des Ukraine-Kriegs haben bisher zu keinem Durchbruch geführt. Der Kreml wirft dem Westen Kriegstreiberei vor; Putin drohte zuletzt, man werde sich ukrainische Gebiete notfalls auch „mit militärischer Mitteln“ einverleiben.

In der Vergangenheit hat Wladimir Putin seine Jahrespressekonferenzen oft genutzt, um scharfe Kritik an westlichen Führern zu üben und kontroverse Aussagen zu machen. Da dürfte die diesjährige Show mit dem Titel „Die Resultate des Jahres mit Wladimir Putin“ keine Ausnahme sein.

Trotz der Darstellung einer robusten Wirtschaft durch den Kreml steht Russland vor erheblichen ökonomischen Herausforderungen. Die Explosion der Militärausgaben und der Export von Energieressourcen an Länder wie Indien und China haben zwar einen totalen Zusammenbruch verhindert, aber die Wachstumsaussichten bleiben gedämpft. Die russische Zentralbank prognostiziert für das laufende Jahr ein bescheidenes BIP-Wachstum von 0,5 bis 1,0 Prozent, während die Inflation weiterhin hoch bleibt. Dies berichtete Sergei Guriev, Ökonom von der London Business School, in einem Gastbeitrag für das Wirtschaftsmagazin Tipp Insights.

Weiter hat Russland im Ukraine-Krieg mit schweren Verlusten zu kämpfen. Beinahe täglich verliert Putins Armee ukrainischen Schätzungen zufolge rund 1000 Mann. (Quellen: AFP, dpa, Interfax, Tipp Insights) (red)

Rubriklistenbild: © Gavriil Grigorov/Kremlin Pool/Imago

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