Trotz Steigerung

Borussia am Kipppunkt: Steht Gladbach ein graues Saisonfinale bevor?

Obwohl Borussia Mönchengladbach weiterhin auf Kurs ist, herrscht das Gefühl, dass der Traditionsverein an einem Wendepunkt steht.

Mönchengladbach – Im Prinzip ist noch nichts verloren. Borussia Mönchengladbach hat eine Teilnahme am Europapokal nicht mehr in der eigenen Hand, ist bei drei Punkten Rückstand auf Platz sechs aber nicht chancenlos.

Gladbach bleibt im Europa-Rennen – Fans sind dennoch frustriert

Der irre Konkurrenzkampf um die internationalen Plätze erlebt eine Wende nach der anderen. Wer vor wenigen Wochen noch abgeschlagen war – so wie Werder Bremen nach dem 23. Spieltag mit acht Punkten Rückstand auf die Top-Sechs – spricht plötzlich ein ernstes Wort mit.

Den Verantwortlichen am Borussia-Park ist die komplexe Lage bewusst, weshalb frühzeitig verkündet wurde: Besteht die Chance auf Europa, wolle man diese auch ergreifen. Das wäre aber keine Pflicht, sondern die Kür einer positiven Saison.

Dennoch erhielt am Osterwochenende im Fan-Umfeld das Gefühl der Tristesse Einzug. Nach dem 27. Spieltag war Gladbach überraschender Tabellenfünfter und hatte sein Schicksal in der eigenen Hand, in den darauffolgenden drei Spielen offenbarte die Mannschaft jedoch ein rätselhaftes Gesicht.

Gerardo Seoane kämpft mit Borussia Mönchengladbach gegen einen kleinen Negativlauf an.

Beim Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli (1:1) kam die über 90 Minuten in die eigene Hälfte gedrückte Borussia mit einem blauen Auge davon. Der SC Freiburg (1:2) bestrafte das passive Verhalten in der zweiten Halbzeit, während Borussia Dortmund (2:3) die schwache Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit eiskalt bestrafte. Zwar kam Gladbach gegen den BVB zurück ins Spiel, nach dem Elfmetertor durch Kevin Stöger in der 56. Minute blieben Chancen jedoch Mangelware.

Jetzt gerät sogar das Saisonziel in Gefahr

Gerade dann, wenn es für den Verein um so viel geht, erinnern die Auftritte an die Rückrunde der vergangenen Saison. Gladbach hat dreimal in Folge eine Führung verspielt, lässt viele gegnerischen Torchancen zu und kommt selbst kaum zum Abschluss.

Bei aller Zufriedenheit hinterließen die Fan-Reaktionen nach dem Abpfiff in Dortmund den Eindruck, dass Borussia vor einem Kipppunkt steht, was die Stimmung im Umfeld betrifft. Mutmaßlich auch, weil das ursprüngliche Saisonziel in Gefahr gerät.

Auf der einen Seite hat Gladbach weiter eine Restchance auf Platz sechs. Auf der anderen Seite droht das Abrutschen in die untere Tabellenhälfte. Gerardo Seoane und die Seinen haben 44 Punkte auf dem Konto, der FC Augsburg ist mit 43 Punkten als Tabellenzehnter auf Tuchfühlung. Genauso könnte der VfB Stuttgart (Platz elf, 41 Punkte) mit einem fulminanten Schlussspurt noch vorbeiziehen.

Gladbach und der drohende Kipppunkt

Cheftrainer Seoane weiß, wie er mit dieser Situation umzugehen hat. Das Rechnen und Spekulieren überlässt er Fans und Journalisten, sein Fokus liegt darauf, die Mannschaft darauf vorzubereiten, in jedem Spiel an ihre Leistungsgrenze zu bringen.

Sport-Geschäftsführer Roland Virkus lässt sich genauso wenig aus der Ruhe bringen und betont regelmäßig, es gebe im Laufe einer Saison nun einmal Spiele, die anders laufen als geplant. Das muss den Gladbachern nach der ruckartigen Entwicklung in der laufenden Spielzeit auch zugestanden werden.

Wenn man dann aber doch in einen Flow gerät und unverhofft an den Europapokalrängen kratzt, schürt das unweigerlich Hoffnung und eine gewisse Erwartungshaltung bei den Fans. Das gilt insbesondere für Vereine wie Borussia, die in der jüngeren Vergangenheit dreimal in der Champions League und viermal in der Europa League vertreten war.

Daraus resultiert angesichts der jüngsten Auftritte und der Negativentwicklung in der Tabelle der Eindruck, dass Gladbach eine große Chance zu verpassen droht.

Für Gladbach geht es um mehr als je zuvor

Umso wichtiger werden die ausstehenden Spiele gegen Holstein Kiel, 1899 Hoffenheim, den FC Bayern und den VfL Wolfsburg. Kehren die Fohlen zurück in die Erfolgsspur, können Spieler und Verantwortliche nach dem Abpfiff des 34. Bundesliga-Spieltags zu Recht betonen, alles in die Waagschale geworfen und nichts unversucht gelassen zu haben.

Retro-Design und viel regionale Verbundenheit: Die Trikots der Bundesligisten 2024/25

Heim- und Auswärtstrikot von Bayer Leverkusen
Im Heimtrikot von Meister Bayer Leverkusen finden sich während der Saison 2024/25 verschiedene Elemente der Stadt. © Bayer 04 Leverkusen
Heim- und Auswärtstrikot VfB Stuttgart
Vizemeister VfB Stuttgart geht mit zwei Retro-Trikots aus den 80er- und 90er-Jahren in die Spielzeit 2024/25. © VfB Stuttgart
Heim- und Auswärtstrikot des FC Bayern
Der FC Bayern tritt in der Saison 2024/25 in rot und in dunkelblau an.  © FC Bayern München
Heim- und Auswärtstrikot von RB Leipzig
Das rote Auswärtstrikot von RB-Leipzig zeigt ein Design, das von der Neuen Leipziger Schule inspiriert wurde.  © RB Leipzig
Heimtrikot BVB
Das Heimtrikot von Borussia Dortmund hat in der Saison 2024/25 erneut einige Streifen zu bieten.  © Borussia Dortmund
Can Uzun von Eintracht Frankfurt trägt bei einem Testspiel den neuen Dress
Das Heimtrikot von Eintracht Frankfurt wurde für die Saison 2024/25 erneut in einem Retrodesign mit den Farben Rot, Schwarz und Weiß gestaltet.  © Hans-Jürgen Schmidt / Imago
Maximilian Beier und Grischa Prömel (v. l.) in den neuen Trikots
Die Spieler der TSG Hoffenheim um Maximilian Beier und Grischa Prömel (v. l.) laufen auch in der Spielzeit 24/25 in Blau und Weiß auf.  © TSG 1899 Hoffenheim
Heim und Auswärtstrikot 1. FC Heidenheim
Der 1. FC Heidenheim läuft in seiner zweiten Bundesliga-Saison in den Farben rot und blau auf – samt Stadtwappen im Nacken.  © 1. FC Heidenheim
Heim- und Auswärtstrikot von Werder Bremen
Das Heimtrikot von Werder Bremen erinnert in der Saison 24/25 an die Flagge Bremens.  © SV Werder Bremen
Heim- und Auswärtstrikot SC Freiburg
Der SC Freiburg hat in seine Trikots ein Hologramm mit dem Greif und dem SC-Freiburg-Schriftzug eingearbeitet. © SC Freiburg
Heim- und Auswärtstrikot FC Augsburg
Das Heimtrikot des FC Augsburg greift die in der Renaissance typischen Fassaden aus Natursandstein auf – das Auswärtstrikot erstrahlt in den Farben der Wasserstadt Augsburg. © FC Augsburg
Heim- und Auswärtstrikot VfL Wolfsburg
Der VfL Wolfsburg spielt 2024/25 in einem leuchtend grünen Heimtrikot. © VfL Wolfsburg
Heim- und Auswärtstrikot Mainz 05
Der 1.FSV Mainz 05 tritt auch 2024/25 in einem Trikot mit Kacheln zu Heimspielen an.  © 1.FSV Mainz 05
Heim- und Auswärtstrikot Borussia Mönchengladbach
Das Heimtrikot von Borussia Mönchengladbach erinnert an die Meisterjahre 1974 und 1975. © Borussia Mönchengladbach
Heim- und Auswärtstrikot des 1. FC Union Berlin
Union Berlin tritt zu Hause traditionell in den rot-weißen Vereinsfarben an – auswärts tragen die Eisernen 2024/25 dagegen schwarz.  © 1. FC Union Berlin
Anthony Losilla und Tim Oermann (v. l.) posieren in den neuen Jerseys des VfL
Der VfL Bochum präsentiert in der Saison 24/25 gleich zwei Flutlicht-Trikots.  © VfL Bochum
Heim- und Auswärtstrikot FC St. Pauli
Bundesliga-Rückkehrer FC St. Pauli spielt mit einem Trikot, das eine Hommage an das Heimtrikot der Saison 1991/92 darstellt. © FC St. Pauli
Heim- und Auswärtstrikot von Holstein Kiel
Aufsteiger Holstein Kiel tritt in seiner ersten Bundesligasaison in den Vereinsfarben blau und weiß an.  © Holstein Kiel

Reicht es dann nicht für Europa, wäre der Tenor: Verspielt wurde die Chance gegen St. Pauli, Freiburg und Dortmund, aber aufgrund eines positiven Ausklangs kann von einer erfolgreichen Saison gesprochen werden.

Misslingt die Trendwende, wird womöglich das Gefühl der Enttäuschung überwiegen. Ob die Saison dann auf Platz neun oder elf beendet wird, dürfte dabei aus Fan-Sicht eine untergeordnete Rolle spielen. Insofern geht es für Gladbach jetzt sogar um mehr als je zuvor.

Rubriklistenbild: © IMAGO/pepphoto / Horst Mauelshagen

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