„Ein Mix aus vielen Dingen“

Borussia ein Pulverfass? Gladbach-Experte klärt über Fan-Frust auf

Borussia Mönchengladbach ist im Sinkflug. Im Interview äußert sich Jan David Busch über den wachsenden Frust im Fan-Umfeld.

Mönchengladbach – Seit April erhält Borussia Mönchengladbach regelmäßig einen Schuss vor den Bug. So auch am vergangenen Wochenende.

Nach dem 1:1 gegen St. Pauli, dem 1:2 gegen den SC Freiburg, dem 2:3 gegen Borussia Dortmund und dem 3:4 gegen Holstein Kiel mussten die Fohlen-Fans ein 4:4 ihrer Mannschaft gegen 1899 Hoffenheim hinnehmen. Binnen fünf Spielen ist die Anzahl der Gegentore von 40 auf 54 gestiegen, eine erneute Saison mit 60 Gegentreffern wirkt wahrscheinlicher als das Erreichen der 50-Punkte-Marke.

Träumten die Anhänger Ende März noch vom Europapokal, so ist die Luft Anfang Mai raus. Absolut Fußball, das Fußball-Portal von Home of Sports, hat mit Jan David Busch über den plötzlichen Leistungseinbruch bei Borussia und den wachsenden Fan-Frust gesprochen. Auf seinem Youtube-Kanal „Buschi's Borussia“ spiegeln sich viele Emotionen aus dem Stadion wider, als eine der prominenteren Stimmen der Fans ist es vor allem der Unmut, der angesichts der vergangenen Ergebnisse aus ihm spricht.

Aus dem Höhenflug ist bei Borussia Mönchengladbach der Sinkflug geworden.

Gladbach im Sinkflug: „Es wiederholt sich“

Herr Busch, die Fans von Borussia Mönchengladbach erleben in dieser Spielzeit eine regelrechte Achterbahnfahrt. Wie ist der Saisonverlauf einzuordnen?
Borussia hat einen sehr schwierigen Start gehabt. Medial war nach den Spielen gegen Augsburg, Mainz und Frankfurt im Oktober richtig Druck auf dem Kessel. Danach haben Gerardo Seoane und die Mannschaft die Kurve bekommen.
Borussia hatte eine gute Saisonmitte, in der man sich bis auf Platz fünf hochgespielt hat. In meinem Fan-Herz war Europa eigentlich gebucht. Der Einbruch ist für mich vollkommen unerklärlich. Statistisch findet keiner einen Beleg, dass keine Entwicklung stattgefunden hat. Die Frage ist, ob sich Gladbach spielerisch weiterentwickelt hat.
Seit 2020 hat sich Gladbach nicht mehr für Europa qualifiziert und in keiner Saison konstant performt. Warum ist die Mannschaft so unberechenbar?
Es ist schwierig, einzuschätzen, warum die Mannschaft nach dem Heimsieg gegen RB Leipzig, nach dem wirklich alle euphorisch waren, so einbricht. Vielleicht war eine gewisse Zufriedenheit da, wie es Tim Kleindienst angesprochen hat. Vielleicht wissen auch schon einige Spieler, dass sie weg sind. Der Trainer findet offenbar kein Mittel, da gegenzusteuern. Er nimmt kaum Veränderungen in der Startelf vor, es gibt wenige Überraschungen und es läuft ein wenig so dahin.
Wie ordnen Sie den gegenwärtigen Frust im Fan-Umfeld ein?
Es ist ein Mix aus vielen Dingen. Als Gladbach-Fan ist man mittlerweile leidgeprüft. Im zweiten Jahr unter Marco Rose hat man Europa verspielt, dann kam Adi Hütter, der unheimlich viel Geld gekostet hat mit 7,5 Millionen Euro, Daniel Farke wurde Tabellenzehnter, im letzten Jahr wäre es fast in die Relegation gegangen. Natürlich schwingt es mit, dass Borussia in den letzten Jahren sportlich abgebaut hat.
Ich glaube, dass der Trainer teilweise auch ein Problem ist. Seoane ist kein Menschenfänger, er ist nicht der emotionale Coach an der Seitenlinie, der die Fans mitnimmt. Gladbach spielt effizienten Fußball, aber diese krassen Spiele, in denen man den Borussia-Park zum Beben bringt, hatte man kaum. Und wenn du so eine Chance herschenkst, sagen die Fans: ‚Wir wussten es alle, Gladbach will nicht nach Europa, die lassen sich hängen.‘

Jan David Busch ist im Netz eine prominente Gladbacher Fan-Stimme

Seit 2022 betreibt Jan David Busch den Youtube-Kanal „Buschi's Borussia“. In seinen Videos kuratiert Busch aktuelle Transfergerüchte, ordnet die sportliche Situation aus seiner persönlichen Sicht ein und sieht an Wochenenden die Bundesligaspiele der Borussia mit seinen Zuschauern im Livestream.

Wie nehmen Sie den Trainer wahr?
Was mir manchmal fehlt, ist Variabilität. Das 4-2-3-1 ist in Stein gemeißelt, davon wird nicht abgewichen. Gerade in einer Phase, in der Luca Netz und Lukas Ullrich nicht performen, könnte man Joe Scally oder Fabio Chiarodia auf links schieben. Julian Weigl war in den letzten vier Spielen außer Form. Wir haben viele zentrale Mittelfeldspieler, dann könnte Rocco Reitz etwas defensiver aufgestellt werden als ‚Staubsauger‘. Es ist eine festgefahrene Struktur, Gladbach ist relativ ausrechenbar.
Dann kommt die emotionale Komponente dazu. Ich bin ein emotionaler Mensch, manchmal würde ich mir vom Trainer ein emotionales Statement in Richtung der Fans wünschen. Nichtsdestotrotz hat er die Chance, die erfolgreichste Saison der letzten vier Jahre zu spielen. Das gilt es auch immer zu berücksichtigen.
Welches Stimmungsbild macht sich in Ihrer Community erkennbar? Welche Kritikpunkte werden derzeit angeführt?
Der aktuelle Trend spielt eine große Rolle. Gladbach-Fans sind emotional, weil es ein Traditionsverein ist. Nach mehreren schwachen Spielen in Folge ist die Stimmung sehr schlecht. Es kann sich bei einem solchen Verein aber auch schnell drehen. Es hängt davon ab, wie die Mannschaft in den letzten Spielen performt.
Trotzdem wiederholt es sich von letzter Saison: Borussia kassiert relativ leichte Gegentore, vorne fällt der Mannschaft wenig ein. Eines muss man aber auch sagen: Adi Hütter und Daniel Farke haben es nicht geschafft, jetzt ist Gerardo Seoane im zweiten Jahr. Die Hauptkritik gilt nicht nur dem Trainer, sondern auch dem Gesamtgebilde. Man hört immer, Borussia koche in ihrem eigenen Sud. Auf der einen Seite ist das vermutlich gut, weil die Verantwortlichen eher die Ruhe bewahren und nicht wie bei Schalke oder dem HSV zu Überreaktionen tendieren. Einen externen Blick wünschen sich aber viele.
Für die Saison wurde der einstellige Tabellenplatz als Ziel ausgerufen. Ist die Tabellenregion sieben bis neun für Gladbach in den nächsten Jahren realistisch oder muss Borussia die Ambition haben, in die Top-Sechs vorstoßen zu können, wenn die Konkurrenz schwächelt?
Etwas anderes kannst du den Fans nicht verkaufen. Die Personalkosten sind auf 98,5 Millionen Euro gesunken, damit belegt Borussia mutmaßlich trotzdem einen Platz in der oberen Hälfte. Da musst du dann auch sportlich liefern. Du kannst den Fans nicht das ‚graue Bundesliga-Mittelfeld‘ verkaufen.
Ambitionslosigkeit ist ein Begriff, der regelmäßig geäußert wird. Warum sagt niemand nach dem Spiel gegen Leipzig, das Saisonziel sei Europa? Vor der Saison hätte jeder Fan Platz sieben bis neun unterschrieben, jetzt hast du kurz am Europapokal geschnuppert. Die Fans hätten gerne dieses Matchball-Spiel gegen Wolfsburg gehabt. Die Chance ist vermutlich vertan.

Dusche, Tankstelle, Küche: Die skurrilsten Verletzungen im Profifußball

Manuel Neuer feiert die Meisterschaft des FC Bayern auf Krücken
Manuel Neuer ist schon mehrfach auf Krücken gelaufen. Der Kapitän des FC Bayern erlitt jüngst eine kuriose Verletzung – und ist damit im Profifußball nicht alleine ... © IMAGO / Revierfoto
Nathan Ngoumou wird vorerst nicht mehr für Borussia Mönchengladbach spielen
Nathan Ngoumou wurde nach dem Schlusspfiff des Auswärtsspiels von Borussia Mönchengladbach gegen den FC St. Pauli zum Auslaufen geschickt. Wenige Minuten später musste der Flügelspieler mit einer gerissenen Achillessehne in die Kabine getragen werden. © IMAGO/kolbert-press/Burghard Schreyer
Manuel Neuer wurde im Champions-League-Duell zwischen dem FC Bayern und Leverkusen ausgewechselt
Für Manuel Neuer hatte das Champions-League-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen im März 2025 bittere Konsequenzen. Der Torhüter des FC Bayern erlitt beim Torjubel einen Muskelfaserriss. © IMAGO/Philippe Ruiz
Xabi Alonso gewann 2010 mit Spanien die Weltmeisterschaft in Südafrika
Auf dem Platz konnte man Xabi Alonso wenig anhaben, dafür war die Dusche sein größter Feind. In der Vorbereitung auf das WM-Halbfinale 2010 erlitt Alonso eine tiefe Wunde im Knie, weil die Glasscheibe der Dusche plötzlich brach. Der Cut wurde in der Mannschaftskabine zugenäht, der Mittelfeldspieler stand gegen Deutschland daher auf dem Rasen. © IMAGO / Fotoarena
Charles Akonnor spielte von 1998 bis 2004 für den VfL Wolfsburg
Im Jahr 2001 rammte sich Charles Akonnor, damals für den VfL Wolfsburg tätig, versehentlich seine Auto-Antenne in die Nase. Weil das blutstillende Mittel auf der Dopingliste stand, wurde er für drei Spiele gesperrt.  © IMAGO / Contrast
Kevin Trapp spielt bis heute für Eintracht Frankfurt, war von 2015 bis 2018 aber für Paris St. Germain aktiv
Kevin Trapp galt noch als Talent, da hatte er 2013 beim Werbedreh der deutschen U21-Nationalmannschaft großes Pech. Trapp war ausgerutscht, weil er laut dem damaligen Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen mit Stollenschuhen auf einem glatten Steinboden unterwegs war. Später einigten sich die SGE und der DFB auf eine Entschädigungszahlung. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
Santiago Cañizares vom FC Valencia diskutiert mit einem Verantwortlichen
Santiago Cañizares wollte sich im Mai 2002 für ein Abendessen mit der spanischen Nationalmannschaft frisch machen, als ihm das Parfüm im Badezimmer auf den Boden fiel und eine Sehne durchtrennte. Damit war die WM in Japan und Südkorea für den Torhüter gelaufen – und ein gewisser Iker Casillas rückte zwischen die Pfosten. © IMAGO / Claus Bergmann
Darren Barnard in einem Spiel der walisischen Nationalmannschaft
Der ehemalige walisische Nationalspieler Darren Barnard musste aufgrund einer Knieverletzung für fünf Monate pausieren, weil er in der Küche in einer Urinpfütze eines Hundewelpens ausrutschte. © IMAGO / Colorsport
Martin Palermo spielte in seiner Karriere auch für die Boca Juniors
Martín Palermo verletzte sich ausgerechnet nach dem größten Erfolg eines Stürmers. Als der Argentinier in Diensten des FC Villarreal ein Tor bejubelte, stürzte die Werbebande ein. Palermo erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch. © IMAGO / Gribaudi / ImagePhoto
Logan Bailly spielte zweieinhalb Jahre für Borussia Mönchengladbach
Logan Bailly erlitt während seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach einen Mittelfußbruch. Schuld war eine mobile Klimaanlage, die beim Transport aus seinen Händen glitt und auf seinen Fuß fiel. © IMAGO / Ulmer
Adam Nemec spielte 2011 auch für die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern
Als Adam Nemec dem 1. FC Kaiserslautern im Jahr 2011 für drei Monate fehlte, war ausgerechnet sein Kirschbaum schuld. Der Stürmer kletterte auf diesen hoch, fiel runter – und brach sich sowohl zwei Brustwirbel als auch das Schlüsselbein. © IMAGO / Revierfoto
Robbie Keane spielte in seiner Karriere unter anderem für Aston Villa
In der Sturmspitze war Robbie Keane treffsicher, doch auf dem heimischen Sofa stellte er sich mit seinem Fuß ungeschickter an. Als er mit diesem die TV-Fernbedienung bedienen wollte, zog sich der Ire einen Bänderriss im Knie zu. © IMAGO / Colorsport
Markus Pröll hütete bis 2010 das Tor von Eintracht Frankfurt
Bei einem Testspiel mit Eintracht Frankfurt im Jahr 2009 stolperte der damalige Torhüter Markus Pröll nicht über seine eigenen Füße, sondern über ein kleines Mädchen. Das Resultat: eine Schultereckgelenksprengung. © IMAGO / Jan Huebner
Bjarne Thoelke spielte 2011 sechsmal für die Profis des VfL Wolfsburg
Als seine Karriere beim VfL Wolfsburg Fahrt aufnehmen sollte, spielte ein Pferd dem damaligen Abwehrtalent Bjarne Thoelke einen Streich. Der heutige Innenverteidiger des 1. FC Saarbrücken erlitt einen Kahnbeinbruch, weil ein Pferd auf dem Bauernhof seiner Eltern während der Stallarbeit austrat. © IMAGO / Joachim Sielski
Elkin Soto spielte viele Jahre lang für Mainz 05
Im März 2013 musste Mainz-Trainer Thomas Tuchel für ein Spiel auf Elkin Soto verzichten, weil sich der Mittelfeldspieler bei „einer alltäglichen Bewegung“ einen Hexenschuss zuzog. Die Auflösung: Der Kolumbianer erlitt die starken Schmerzen, als er sich bückte, um seine Schuhe zu binden. © IMAGO / Martin Hoffmann
Leon Andreasen hat 2016 seine Karriere bei Hannover 96 beendet
Dass Messer gefährlich sind, lernte Leon Andreasen auf bittere Weise. Der Ex-Profi von Hannover 96 verletzte sich im November 2015 beim Öffnen eines Pakets an der Hand. Die Schnittwunde hatte eine Operation zur Folge. © IMAGO / Eibner
Daniel Bierofka wird von den Spielern von 1860 München gefeiert
Als Daniel Bierofka noch Spieler von 1860 München war, prallte er in einem Testspiel gegen den VfR Aalen mit Schiedsrichter Robert Hartmann zusammen. Die Diagnose: Nasenbeinbruch. © IMAGO / Sven Simon
Nicolai Müller erlitt am 1. Spieltag der Saison 2017/18 einen Kreuzbandriss
Nicolai Müller wollte in der Saison 2017/18 mit dem Hamburger SV angreifen. Am ersten Bundesliga-Spieltag erzielte er schon in der achten Minute den Siegtreffer gegen den FC Augsburg – und erlitt beim Jubel einen Kreuzbandriss. © IMAGO / Oliver Ruhnke
Éver Banega spielt bis heute Fußball und ist für die Newell‘s Old Boys aktiv
Beim FC Valencia fehlte Éver Banega in der Schlussphase der Saison 2011/12 wegen eines Knöchelbruchs. Schuld war das Auto des Argentiniers, das an der Tankstelle über seinen Fuß rollte – weil er die Handbremse nicht gezogen hatte. © IMAGO / ULMER
Stefan Kuntz ist 1991 mit Kaiserslautern deutscher Meister geworden
Als der 1. FC Kaiserslautern am 7. September 1991 gegen den FC Bayern spielte, fehlte Stefan Kuntz (l.) plötzlich. Der damalige Stürmer knickte beim Verlassen des Mannschaftsbusses um und erlitt einen dreifachen Bänderriss.  © IMAGO/ HORSTMUELLER GmbH
Marko Arnautovic geht heute für Inter Mailand auf Torejagd
Marko Arnautović hat bei Werder Bremen mehrfach für Aufruhr gesorgt. So auch im März 2012, als er wegen eines Innenbandrisses im Knie wochenlang fehlte – weil er mit seinem Hund spielte und im Rasen hängengeblieben war. © IMAGO / Marco Canoniero
Die Spiele im April sind anders gelaufen als erwartet. Was hat Gladbach gegen St. Pauli, den SC Freiburg, Borussia Dortmund und Holstein Kiel vermissen lassen?
Läuferisch war Gladbach in jedem Spiel unterlegen, die spielerische Idee hat in der Offensive gefehlt. Deshalb hängt Tim Kleindienst auch in der Luft. Borussia hatte kein Tempo auf den Außenbahnen, das lag an den Ausfällen. Man hat zudem gesehen, wie wichtig Philipp Sander für die Stabilität im Mittelfeld ist. Einige Spieler haben nachgelassen, die ständige Torwart-Diskussion war ein Thema. In diesen Spielen hatte Borussia einige Baustellen. Es war ein Mix aus vielen kleinen Punkten, der zum Leistungsabfall geführt hat.
Nach dem Spiel in Kiel ist erneut über Führungsspieler diskutiert worden. Sehen Sie dort Handlungsbedarf?
Vielleicht fehlt in der Innenverteidigung jemand mit einem extrovertierten Profil. Ich glaube aber nicht, dass mehr Führungsspieler die Mannschaft weiterbringen, sondern höhere fußballerische Qualität. Meiner Meinung nach sollte Gladbach auf der Linksverteidigerposition, der Sechs und den Flügeln nachlegen. Ob das Führungsspieler sind, spielt eine untergeordnete Rolle.
Welche fußballerischen Elemente fehlen im Kader?
In der Außenverteidigung fehlt es an Torgefahr. Joe Scally hält seine Seite immer dicht, da geht aber relativ wenig nach vorne. Ähnlich spielt es sich links ab, Lukas Ullrich hat leider nachgelassen. Vielleicht passt Kevin Diks in dieses Profil. Es fehlt außerdem ein Abräumer vor der Abwehr, der Körperlichkeit und Präsenz mitbringt.
Wie ordnen Sie die Situation von Florian Neuhaus und Kevin Stöger ein, die andere Erwartungen an ihre Einsatzzeiten hegen dürften?
Es ist schwierig. Man gibt Neuhaus 2023 einen großen Vertrag, er spielt dann aber gar keine Rolle. Du holst mit Kevin Stöger einen guten Fußballer, mit Alassane Pléa hatte man aber schon jemanden auf dieser Position. Ich glaube, Gladbach wird einen von diesem Trio abgeben, weil man es sich finanziell nicht leisten kann, drei solcher Top-Spieler zu haben. Dann könnte man auf anderen Positionen nachjustieren.
Um Tim Kleindienst rankten sich gerade im März Transfergerüchte. Wie groß ist in Ihrer Community die Sorge, dass er Gladbach schon nach einem Jahr verlassen könnte?
Bis zum 27. Spieltag wurden Ablösesummen jenseits der 40 Millionen Euro gefordert (lacht). Es ist ausgeglichen. Die einen sagen, man darf Kleindienst auf gar keinen Fall abgeben, andere sagen, bei einer Ablösesumme von über 20 Millionen Euro muss man ihn verkaufen, um den Kader in der Breite besser aufzustellen.
Wie hoch schätzen Sie die Chancen ein, dass Kleindienst in Gladbach bleibt?
Bundestrainer Julian Nagelsmann sagt, bei ihm spielen nur Spieler, die auf Vereinsebene regelmäßig spielen. In Gladbach ist Kleindienst ein absoluter Stammspieler und Leader. Ich sage, die Chancen stehen 50:50.
Kommen wir auf Sie zu sprechen: Was war Ihr erster Berührungspunkt mit Borussia?
In meiner Familie gibt es viele Gladbach-Fans. Ich bin 1994 geboren, ich war damals noch auf dem Bökelberg. So richtig fing es nach dem Umzug in den Borussia-Park an. Auch wenn es sportlich schlecht lief und Gladbach 2007 in die 2. Bundesliga abgestiegen ist, war es eine tolle Zeit.
Wann ist die Idee zu „Buschi's Borussia“ entstanden?
Ich war leidenschaftlicher Fußballer, aber auch verletzungsanfällig. Vor einigen Jahren hatte ich meinen dritten Kreuzbandriss. Der Arzt hat mir dazu geraten, einen Punkt an die sportliche Karriere zu setzen. Wir saßen relativ frustriert in einer Kneipe, da sagten meine Kumpels zu mir, ich solle irgendetwas mit Fußball machen und einen Youtube-Kanal eröffnen.
Wann haben Sie die ersten Meilensteine erreicht?
Ich habe innerhalb von sieben Tagen 1000 Follower erreicht, das war für mich nicht greifbar. Irgendwann kam für mich der überraschendste Moment, als ich gesehen habe, dass mir Julian Weigl auf Instagram folgt. Plötzlich hast du Kontakt mit einigen Spielern wie Patrick Herrmann, der mir zum Abschied ein T-Shirt zugesendet hat. Da bekomme ich jetzt noch Gänsehaut.
Was sollen Fans mit „Buschi's Borussia“ verbinden?
Ehrlichkeit und Emotionen. Fachlich ist es mit Sicherheit nicht immer hundertprozentig korrekt, aber das ist nicht mein Anspruch. Ich lasse meinen Emotionen freien Lauf. Die Leute sollen auf meinen Kanal gehen, Spaß haben, sich untereinander austauschen und sich ein wenig über Transfergerüchte informieren.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Anke Waelischmiller/Sven Simon

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