Unverzichtbar

Ex-DFB-Star blüht bei Borussia Mönchengladbach erneut auf

Nach einigen turbulenten Jahren erlebt Julian Weigl bei Borussia Mönchengladbach den zweiten Frühling in seiner Karriere.

Mönchengladbach – Manchmal braucht es einen vermeintlichen Rückschritt, um neuen Anlauf zu nehmen. Dass es dann auch nicht immer weiter bergab gehen muss, hat Julian Weigl nach seinem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach erfahren.

Weigls Weg führte über den BVB und Benfica nach Gladbach

Der zentrale Mittelfeldspieler hat keinen geradlinigen Karriereverlauf erlebt. Im Sommer 2015 folgte als 19-Jähriger der Schritt von 1860 München zu Borussia Dortmund, gleich in seiner ersten Saison spielte sich Weigl unter Thomas Tuchel fest und wurde zum Fixpunkt auf der Sechs.

Bis 2018 war Weigl fester Bestandteil des Mannschaftskerns, doch unter Lucien Favre nahm seine Zufriedenheit sukzessive ab. Viele Einsätze als Innenverteidiger, viele Spiele auf der Bank – das war für den einstigen Shootingstar, der zwischen Mai 2016 und März 2017 sogar sechs Länderspieleinsätze für Deutschland verzeichnet hat, zu wenig.

Julian Weigl (l.) ist nicht aus der Startelf von Borussia Mönchengladbach wegzudenken.

Im Januar 2020 wechselte Weigl zu Benfica, fand beim portugiesischen Spitzenklub aber nicht dauerhaft sein Glück und kehrte nach zweieinhalb Jahren wieder in die Bundesliga zurück. Wieder war er Borusse, diesmal aber in Mönchengladbach statt Dortmund.

Seit fast drei Jahren spielt Weigl für die Fohlen-Elf, nach einer Ausleihe überwies der Traditionsverein etwas mehr als sieben Millionen Euro an Benfica. In Gladbach ist Weigl wieder unersetzlich, fehlt nur gesperrt oder verletzt. Dennoch fliegt er sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Fan-Umfeld unter dem Radar.

Vizekapitän überzeugt in unauffälligen Kategorien

Weigl ist kein auffälliger Lautsprecher und auch kein Leuchtturm wie Tim Kleindienst. Im Oktober gestand er in einem YouTube-Podcast ein, noch immer in die Führungsrolle hineinzuwachsen. Denn eigentlich ist er „nur“ Vizekapitän, lief wegen des Verletzungspechs von Jonas Omlin aber schon 46-mal in der Bundesliga mit der Binde am Arm auf den Rasen ein.

Während des Spiels ist Weigl dennoch ein wichtiger Ankerpunkt für die Mannschaft. Im Aufbau nimmt er mit den Innenverteidigern Ko Itakura und Nico Elvedi eine wichtige Rolle ein, zieht das Spiel regelmäßig auf und ist eine verlässliche Anspielstation für die Mitspieler um ihn herum. Mit einer Passquote von 91,67 Prozent ist Weigl einerseits der achtbeste Bundesligaspieler und andererseits der zweitbeste Mittelfeldspieler nach Joshua Kimmich (92,79 Prozent).

Im Spiel gegen den Ball rückt Weigl einige Male unfreiwillig ins Rampenlicht. Beim 0:3 gegen den FC Augsburg im Februar ließ er Alexis Claude-Maurice vor dem ersten Gegentor davonlaufen, zog damit den Unmut einiger Fans auf sich. Und doch hat sich Weigl auch in der Rückwärtsbewegung behauptet, indem er im Vergleich mit allen Mittelfeldspielern bisher die drittmeisten Pässe abgefangen (41) und sogar die meisten Blocks (20) geliefert hat.

Rekord-Summe 222 Millionen Euro: Die 11 teuersten Transfers der Geschichte

RB Leipzig - 1. FC Union Berlin
Auf Platz elf landet Yan Diomande. Der Ivorer wechselte nach einer starken Saison bei RB Leipzig zum spanischen Schwergewicht Real Madrid. Satte 125 Millionen Euro blätterten die Königlichen für das Offensivtalent hin. © Jan Woitas
Bradley Barcola
Auch Bradley Barcola hat es in die Top-Elf der teuersten Transfers der Fußball-Geschichte geschafft. Für 125 Millionen Euro Grundablöse schloss sich der Franzose von PSG im Sommer 2026 dem FC Liverpool an. Mit Boni kann diese Summe sogar noch auf 145 Millionen Euro steigen. © Tom Weller
Jude Bellingham spülte dem BVB mit seinem Wechsel zu Real Madrid satte 127 Millionen Euro in die Kassen. Direkt in seinem ersten Jahr holte er mit den Königlichen im Anschluss die Champions League – gegen seinen Ex-Verein.
Jude Bellingham spülte dem BVB mit seinem Wechsel zu Real Madrid satte 127 Millionen Euro in die Kassen. Direkt in seinem ersten Jahr holte er mit den Königlichen im Anschluss die Champions League – gegen seinen Ex-Verein. © IMAGO/Sergio Ruiz / PRESSINPHOTO
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Der Angreifer Joao Felix zählt ebenfalls zu den teuersten Transfers der Geschichte. Seine Verpflichtung kostete Atlético Madrid 127,2 Millionen Euro. 2019 erhielt er den Golden Boy Award als bester U21-Spieler Europas. © OSCAR DEL POZO
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Auf Platz sieben ist Philippe Coutinho. FC Barcelona hat 135 Millionen Euro an Liverpool gezahlt. Richtig durchsetzen konnte er sich bei den Blaugranas allerdings nicht. 2019 – ein Jahr nach seiner Verpflichtung in Barcelona – wurde er erst an den FC Bayern, dann an Aston Villa verliehen. An den England-Klub wurde er dann 2022 verkauft.  © DOUGLAS MAGNO
Elliot Anderson
Für unglaubliche 135 Millionen Euro wechselte Elliot Anderson im Sommer 2026 aus Nottingham zu Manchester City. Bei den Skyblues soll der Engländer nun die Rolle des abgewanderten Rodri einnehmen. © Tom Weller
Morgan Rogers
Auf Platz fünf landet der Engländer Morgan Rogers. Stolze 138 Millionen Euro ließ sich der FC Chelsea das Offensivtalent kosten und lotste Rogers im Sommer 2026 von Aston Villa an die Stamford Bridge. © Martin Rickett
Platz vier schnappt sich ein weiterer Liverpool-Transfer der Saison 2025/26. Für 145 Millionen Euro verpflichteten die Reds Stürmer Alexander Isak von Newcastle United und krönten den Schweden damit zum teuersten Premier-League-Transfer der Geschichte.
Platz vier schnappt sich ein weiterer Liverpool-Transfer der Saison 2025/26. Für 145 Millionen Euro verpflichteten die Reds Stürmer Alexander Isak von Newcastle United und krönten den Schweden damit zum teuersten Premier-League-Transfer der Geschichte. © IMAGO/Mickael Chavet
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Wir sind auf dem Siegertreppchen angekommen: Platz drei der teuersten Transfers aller Zeiten belegt Ousmane Dembélé. Bei seinem Wechsel vom BVB zum FC Barcelona kassierte Borussia Dortmund 148 Millionen Euro. Sein Vertrag beim FC Barcelona geht bis Juni 2022. © LLUIS GENE
KYLIAN MBAPPE, PSG, Ligue 1, PSG vs Metz 5-0, Paris LIGUE 1 2021-22 PSG-METZ 5-0 - FESTA VITTORIA CAMPIONATO
Kylian Mbappé ist der zweitteuerste Transfer aller Zeiten. Sein Wechsel ließ sich AS Monaco fürstlich entlohnen. 180 Millionen Euro musste Paris Saint-Germain bezahlen. Ursprünglich sollte seine Verpflichtung 145 Millionen Euro kosten, durch seine Verlängerung bei den Hauptstädtern im Jahr 2022 stieg die Summe aber nochmal um 35 Millionen Euro – aufgrund von Bonuszahlungen. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Neymar (PSG) FOOTBALL : Paris St Germain Vs FC Metz - Ligue 1 - 21/05/2022 MichaelBaucher/Panoramic PUBLICATIONxNOTxINxF
Mit weitem Abstand führt Neymar die Liste der teuersten Transfers an. Auch hier musste Paris Saint-Germain tief in die Tasche greifen: 222 Millionen Euro kostete die Rekordverpflichtung. Sein Vertrag läuft bis 2025.  © IMAGO/Michael Baucher

Die Laufdistanz war in der Vergangenheit ein kontrovers diskutiertes Thema in Gladbach, doch auch in dieser Kategorie setzt Weigl mit 317,2 Kilometern eine Duftmarke. Im Bundesliga-Vergleich belegt er damit Rang vier hinter Granit Xhaka (321,6 Kilometer), Kaishu Sano (326,1 Kilometer) und Jackson Irvine (342,3 Kilometer).

Weigl in Gladbach wieder unersetzlich

Nun ist und bleibt Weigl kein Abräumer, doch genau deshalb finden auf der Doppelsechs Spielertypen wie Rocco Reitz oder Philipp Sander ihren Platz. Gerardo Seoane baut die Mannschaft um Weigl herum auf, weil er einer der Qualitätsspieler ist, die kaum zu ersetzen sind.

Mittlerweile fühlt sich der Vizekapitän offenbar auch wohler in der Führungsrolle. „Er redet viel mit uns. Auch gerade mit den jungen Spielern, was es für uns viel einfacher macht“, sagte Lukas Ullrich dem Portal Transfermarkt im März über Weigl.

Angesichts der Ablösesumme hat sich dieser Transfer für Gladbach ausgezahlt. Und Weigl hat nach komplizierten Jahren in Dortmund und Lissabon wieder das Gefühl, wichtig und am richtigen Ort zu sein. Geht die Entwicklung des Klubs weiter in die positive Richtung, dürfte sich das in absehbarer Zeit auch nicht ändern.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bahho Kara

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