Ex-Profi im Interview

Kastenmaier über Borussia: Gladbach braucht „ein bis zwei Kracher“

Thomas Kastenmaier hofft auf kluge Transfer-Entscheidungen von Borussia Mönchengladbach – und erläutert, wieso Tim Kleindienst bleiben sollte.

Mönchengladbach – Borussia Mönchengladbach mischt nach der Horrorsaison 2023/24 plötzlich wieder oben mit.

Die Fohlen belegen nach 28 Bundesliga-Spieltagen den sechsten Tabellenplatz und haben die Chance, erstmals seit 2020 wieder in den Europapokal einzuziehen. Es wäre das i-Tüpfelchen einer Spielzeit, die positiver verläuft als erwartet – und die einen maßgeblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Klubs haben könnte.

Ex-Profi Kastenmaier im Interview: „Gladbach hat ein neues Problem“

Auch Thomas Kastenmaier verfolgt die Situation bei Borussia gespannt. Der DFB-Pokal-Sieger von 1995 hat mit Absolut Fußball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, über den plötzlichen Aufschwung, die Perspektive des Klubs und über den Transfersommer gesprochen.

Thomas Kastenmaier hat insgesamt acht Jahre bei Borussia Mönchengladbach verbracht.
Herr Kastenmaier, Roland Virkus ist seit drei Jahren im Amt und hat zu Jahresbeginn seinen Vertrag verlängert. Wie bewerten Sie seine Arbeit als Sport-Geschäftsführer?
Wenn er es schafft, dass die Mannschaft einen europäischen Wettbewerb erreicht, dass die Truppe zusammenbleibt, und wenn er es schafft, die Mannschaft zu verstärken und punktuell ein bis zwei Kracher verpflichtet, die sofort in die Stamm-Mannschaft kommen, dann hat er einen guten Job gemacht.
Wenn es darum geht, Spieler zu halten, geht es vor allem um Tim Kleindienst. Welche Argumente sehen Sie für Borussia, damit der Stürmer über den Sommer hinaus bleibt?
Erstens: Er ist erst in Gladbach Nationalspieler geworden. Zweitens hat man schon vorher Beispiele wie Thorgan Hazard, Mahmoud Dahoud oder Ramy Bensebaini erlebt: Jeder, der von Gladbach weggegangen ist, hat gemeint, er geht zu einem anderen Klub und kommt dort groß heraus – 99 Prozent davon sind dann Ersatzspieler geworden. In Gladbach waren sie stark und haben auf hohem Niveau gespielt. Vor allen Dingen haben sie jede Woche gespielt, weil sie Stammspieler waren, und nur das macht dich besser.

Thomas Kastenmaier: Ex-Profi und Fußballlehrer

Thomas Kastenmaier begann seine Profi-Karriere beim FC Bayern und wechselte 1990 zu Borussia Mönchengladbach. Den Fohlen, mit denen er 1995 den DFB-Pokal gewann, blieb er bis zum Ende seiner Laufbahn im Jahr 1998 treu.

In der Bundesliga machte sich Kastenmaier einen Namen als Distanzschuss-Experte und erzielte im März 1995 mit einem direkten Freistoß das “Tor des Monats“. Heute betreut der 58-Jährige „Kastes Fußballschule“, die seit 16 Jahren deutschlandweit Talente fördert. Auch 2025 werden insgesamt 18 Camps veranstaltet, in denen junge Fußballer ihr Können unter Beweis stellen dürfen.

Wenn du ewig draußen sitzt und nicht zum Zug kommst, ist das für mich ein Rückschritt, deshalb sollte Kleindienst sich einen Abgang von Gladbach sehr genau überlegen. Ein Wechsel zum FC Bayern, so wie man es in Gerüchten vernimmt, wäre sowieso ein Unding, weil Kleindienst dort wahrscheinlich alle sechs Wochen mal spielen würde. Das ist nicht das, was er will, sondern er will jede Woche auf dem Platz stehen. So ehrgeizig ist er, und ich glaube, das ist der richtige Weg. Diese Rahmenbedingungen hat er in Gladbach.
Haben Sie mit dieser Leistungsexplosion von Kleindienst gerechnet, als Gladbach ihn vergangenen Sommer aus Heidenheim verpflichtet hat?
Als er vor zwei Jahren mit Heidenheim in der 2. Bundesliga gespielt hat, habe ich gedacht, er ist ein bisschen zu vergleichen mit Simon Terodde, der in der Zweiten Liga ohne Ende getroffen hat und in der Bundesliga hat es bei mehreren Vereinen nicht mit dem Durchbruch geklappt. Dass Kleindienst dann im ersten Jahr mit Heidenheim in der Bundesliga zwölf Tore geschossen hat, spricht für seine Qualität.
So war es natürlich ein großer Transfererfolg für Gladbach, dass sie relativ schnell zugeschlagen und ihn verpflichtet haben. Dass er bislang so eine überragende Saison spielt und es in der Nationalmannschaft so gut läuft, damit haben wohl nur die wenigsten gerechnet. Durch diesen Erfolg hat Gladbach ein neues Problem, dass nun auch andere Klubs auf Kleindienst aufmerksam werden.
Kleindienst hat einen sehr großen Anteil am Verlauf dieser Saison. Haben Sie Borussia gerade nach der letzten Spielzeit zugetraut, dass es so schnell in der Tabelle nach oben geht?
Das konnte man ja nicht, wenn man gesehen hat, wen sie verpflichtet haben. Sie haben in den letzten Jahren – in Anführungszeichen – fast nur Zweitligaspieler verpflichtet, außer Kevin Stöger und Kleindienst. Bei Spielern wie Ko Itakura, Nico Elvedi oder den beiden Außenverteidigern gab es immer ein Auf und Ab.

Hätten Sie‘s gewusst? 20 Fußball-Stars mit überraschenden Karriere-Stationen

Diego Maradona: Der Argentinier (Weltmeister 1978) feierte seine größten Erfolge auf Vereinsebene mit dem SSC Neapel. Für die Süditaliener spielte „die Hand Gottes“ von 1984 bis 1991. Die Erfolgsgeschichte endete unrühmlich. Maradona wurde des Kokain-Konsums überführt und von der italienischen Liga für 15 Monate gesperrt. Danach schaffte er es zurück in den Profi-Fußball. Im Sommer 1992 schloss sich Maradona dem FC Sevilla an.
Diego Maradona: Der Argentinier (Weltmeister 1978) feierte seine größten Erfolge auf Vereinsebene mit dem SSC Neapel. Für die Süditaliener spielte „die Hand Gottes“ von 1984 bis 1991. Die Erfolgsgeschichte endete unrühmlich. Maradona wurde des Kokain-Konsums überführt und von der italienischen Liga für 15 Monate gesperrt. Danach schaffte er es zurück in den Profi-Fußball. Im Sommer 1992 schloss sich Maradona dem FC Sevilla an. © Miguelez Sports Foto/imago
Rafael van der Vaart: Von seinem Jugend-Verein Ajax Amsterdam kam van der Vaart 2005 zum Hamburger SV. Sechs Jahre spielte der Niederländer an der Elbe. Nach jeweils zwei Jahren bei Real Madrid und Tottenham Hotspur sowie weiteren Stationen schloss sich van der Vaart kurz vor dem Ende seiner Karriere Esbjerg fB in Dänemark an.
Rafael van der Vaart: Von seinem Jugend-Verein Ajax Amsterdam kam van der Vaart 2005 zum Hamburger SV. Sechs Jahre spielte der Niederländer an der Elbe. Nach jeweils zwei Jahren bei Real Madrid und Tottenham Hotspur sowie weiteren Stationen schloss sich van der Vaart kurz vor dem Ende seiner Karriere Esbjerg fB in Dänemark an.  © Pro Shots/imago
Torsten Frings: Bei Werder Bremen wurde der gebürtige Westfale zum Bundesliga-Profi, 1999 gewann Frings mit den Grün-Weißen den DFB-Pokal. Später spielte er für Borussia Dortmund (2002-2004) und den FC Bayern. Frings‘ Herzensclub sollte Bremen werden, nach nur einem Jahr in München kehrte er 2005 an die Weser zurück. Von 2011 bis 2023 ließ Frings seine Karriere beim FC Toronto in Kanada ausklingen.
Torsten Frings: Bei Werder Bremen wurde der gebürtige Westfale zum Bundesliga-Profi, 1999 gewann Frings mit den Grün-Weißen den DFB-Pokal. Später spielte er für Borussia Dortmund (2002-2004) und den FC Bayern. Frings‘ Herzensclub sollte Bremen werden, nach nur einem Jahr in München kehrte er 2005 an die Weser zurück. Von 2011 bis 2023 ließ Frings seine Karriere beim FC Toronto in Kanada ausklingen.  © HochZwei/International/imago
Ailton im Trikot vom FC Oberneuland
Ailton: Der gebürtige Brasilianer avancierte bei Werder Bremen zum Publikumsliebling und wurde mit dem Verein 2004 Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger. Nach dem Double-Erfolg wechselte Ailton für ein Jahr zu Schalke 04. Danach folgten zahlreiche Stationen, unter anderem in der Türkei, Serbien, der Schweiz, Österreich und China. 2010 kehrte Ailton nach Bremen zurück, um für den dortigen Regionalligisten FC Oberneuland zu spielen.  © picture point/imago
Stefan Effenberg Die Spieler des AC Florenz fotografiert beim Serie A Spiel AC Florenz gegen den AS
Stefan Effenberg: Nach einer Saison, in der Bayern München die Bundesliga auf Platz Zehn beendete, zog es den „Tiger“ im Sommer 1992 nach Italien. „Effe“ wechselte zum AC Florenz, ein Jahr spielte er für den Verein sogar in der zweiten italienischen Liga, der Serie B. Nach zwei Jahren in Florenz kehrte Effenberg zurück nach München.  © HJS/imago
Luis Suarez: Von seinem Heimat-Verein Nacional Montevideo zog Luis Suarez 2006 nach Europa. Bevor der Uruguayer aber für Ajax Amsterdam, den FC Liverpool, den FC Barcelona und Atletico Madrid kickte, schloss sich Suarez mit 19 Jahren zunächst noch dem FC Groningen an. Für den Verein der niederländischen Eredivisie spielte „der Beißer“ ein Jahr.
Luis Suarez: Von seinem Heimat-Verein Nacional Montevideo zog Luis Suarez 2006 nach Europa. Bevor der Uruguayer aber für Ajax Amsterdam, den FC Liverpool, den FC Barcelona und Atletico Madrid kickte, schloss sich Suarez mit 19 Jahren zunächst noch dem FC Groningen an. Für den Verein der niederländischen Eredivisie spielte „der Beißer“ ein Jahr.  © ANP/imago
Jürgen Klinsmann: Kurz nach dem verlorenen EM-Finale gegen Dänemark 1992 wechselte Jürgen Klinsmann zur AS Monaco. Zuvor hatte er drei Jahre bei Inter Mailand gespielt. In Italien wurde Klinsmann mit der Nationalmannschaft 1990 auch Weltmeister.
Jürgen Klinsmann: Kurz nach dem verlorenen EM-Finale gegen Dänemark 1992 wechselte Jürgen Klinsmann zur AS Monaco. Zuvor hatte er drei Jahre bei Inter Mailand gespielt. In Italien wurde Klinsmann mit der Nationalmannschaft 1990 auch Weltmeister.  © HJS/imago
Claudio Pizarro
Claudio Pizarro: Sein Vertrag mit dem FC Bayern München wurde nicht verlängert. Also wechselte Claudio Pizarro 2007 ablösefrei zum FC Chelsea. In England konnte sich der Stürmer aber nicht durchsetzen. Also kehrte er nach einem Jahr zunächst auf Leihbasis zu Werder Bremen zurück. 2009 stimmte Chelsea dann einer dauerhaften Rückkehr Pizarros an die Weser zu.  © Colorsport/imago
Carsten Jancker
Carsten Jancker: Seine Stationen bei Udinese Calcio und beim 1. FC Kaiserslautern waren nicht gerade von Erfolg gekrönt. Also flüchtete Carsten Jancker, 2002 noch Teil der Nationalmannschaft, im Jahr 2006 nach China. Doch auch bei Shanghai Shenhua drückte Jancker mehr die Bank. Nach einem halben Jahr zog der Stürmer wieder zurück nach Europa und stand bis 2009 noch für den österreichischen SV Mattersburg unter Vertrag.  © Imagechina/imago
Lukas Podolski: Ein Weltmeister in Japan: 2017 wechselte Lukas Podolski im Herbst seiner Karriere zum japanischen Klub Vissel Kobe. Bei seinem Pflichtspieldebüt am 29. Juli 2017 im Heimspiel gegen Ōmiya Ardija schoss er zwei Tore. Am Neujahrstag 2020 gewann Podolski mit Vissel Kobe den japanischen Kaiserpokal. Gemeinsam mit dem deutschen Trainer Thorsten Fink und dem spanischen Weltmeister Andres Iniesta. Das Pokal-Finale war gleichzeitig Podolskis Abschiedsspiel in Japan. Danach wurde der Vertrag mit dem damals 34-Jährigen nicht verlängert. Im Januar 2020 unterschrieb Podolski in der türkischen Süper Lig bei Antalyaspor. 2021 wechselte der gebürtige Pole zum polnischen Erstligisten Gornik Zabrze.
Lukas Podolski: Ein Weltmeister in Japan: 2017 wechselte Lukas Podolski im Herbst seiner Karriere zum japanischen Klub Vissel Kobe. Bei seinem Pflichtspieldebüt am 29. Juli 2017 im Heimspiel gegen Ōmiya Ardija schoss er zwei Tore. Am Neujahrstag 2020 gewann Podolski mit Vissel Kobe den japanischen Kaiserpokal. Gemeinsam mit dem deutschen Trainer Thorsten Fink und dem spanischen Weltmeister Andres Iniesta. Das Pokal-Finale war gleichzeitig Podolskis Abschiedsspiel in Japan. Danach wurde der Vertrag mit dem damals 34-Jährigen nicht verlängert. Im Januar 2020 unterschrieb Podolski in der türkischen Süper Lig bei Antalyaspor. 2021 wechselte der gebürtige Pole zum polnischen Erstligisten Gornik Zabrze.  © Aflosport/imago
Stephan Lichtsteiner FC Augsburg
Stephan Lichtsteiner: Sieben Mal wurde Stephan Lichtsteiner mit Juventus Turin Italienischer Meister. Nach sieben Jahren in Italien wechselte der Schweizer 2018 zunächst ablösefrei nach England zum FC Arsenal. 2019 zog es den rechten Verteidiger dann in die Bundesliga. Lichtsteiner schloss sich dem FC Augsburg an, wo er 2020 seine Karriere beendete.  © Frank Hoermann/Sven Simon/imago
Serge Gnabry: Lange bevor sich Serge Gnabry dem FC Bayern München anschloss, spielte er zunächst in England. 2011, mit 16 zog er nach London zum FC Arsenal. Zu Beginn der Saison 2015 wechselte Gnabry auf Leihbasis zu West Bromwich Albion, wo er allerdings kaum zum Zug kam.
Serge Gnabry: Lange bevor sich Serge Gnabry dem FC Bayern München anschloss, spielte er zunächst in England. 2011, mit 16 zog er nach London zum FC Arsenal. Zu Beginn der Saison 2015 wechselte Gnabry auf Leihbasis zu West Bromwich Albion, wo er allerdings kaum zum Zug kam.  © Joe Toth/BPI/Shutterstock/imago
Hansi Flick: Nach fünf Jahren beim FC Bayern München suchte Hansi Flick im Sommer 1990 eine neue Herausforderung. Ein Wechsel zum amtierenden Vizemeister, dem 1. FC Köln, lag da auf der Hand. Drei Jahre spielte der spätere Bundestrainer für die Geißböcke, ehe er 1993 mit 28 Jahren seine Karriere beenden musste.
Hansi Flick: Nach fünf Jahren beim FC Bayern München suchte Hansi Flick im Sommer 1990 eine neue Herausforderung. Ein Wechsel zum amtierenden Vizemeister, dem 1. FC Köln, lag da auf der Hand. Drei Jahre spielte der spätere Bundestrainer für die Geißböcke, ehe er 1993 mit 28 Jahren seine Karriere beenden musste.  © Horstmüller/imago
Cesc Fabregas: Ein Weltmeister und zweifacher Europameister in der zweiten italienischen Liga, der Serie B: Der Verein Como Calcio verpflichtete im Juli 2022 keinen geringeren als den spanischen Mittelfeldspieler Cesc Fabregas. Fabregas, der mit dem FC Chelsea, dem FC Barcelona und dem FC Arsenal Titel gesammelt hat, will im Herbst seiner Karriere nicht einfach nur noch etwas weiterspielen. Er habe vor, Como Calcio zurück in die Serie A zu führen, erklärte Fabregas nach seinem Wechsel nach Norditalien.
Cesc Fabregas: Ein Weltmeister und zweifacher Europameister in der zweiten italienischen Liga, der Serie B: Der Verein Como Calcio verpflichtete im Juli 2022 keinen geringeren als den spanischen Mittelfeldspieler Cesc Fabregas. Fabregas, der mit dem FC Chelsea, dem FC Barcelona und dem FC Arsenal Titel gesammelt hat, will im Herbst seiner Karriere nicht einfach nur noch etwas weiterspielen. Er habe vor, Como Calcio zurück in die Serie A zu führen, erklärte Fabregas nach seinem Wechsel nach Norditalien.  © Nicolas Morassutti/imago
Ronaldo: Er war gerade 17 Jahre alt, und hatte ein Jahr zuvor als Profi bei Cruzeiro Belo Horizonte debütiert, da zog es den Brasilianer Ronaldo nach Europa. Mit 17 Jahren unterschrieb der Mittelstürmer, der später in seiner Heimat „Ronaldo fenomeno“ genannt wurde, bei der PSV Eindhoven. Es folgte eine große Karriere mit Stationen unter anderem beim FC Barcelona, Inter Mailand und Real Madrid.
Ronaldo: Er war gerade 17 Jahre alt, und hatte ein Jahr zuvor als Profi bei Cruzeiro Belo Horizonte debütiert, da zog es den Brasilianer Ronaldo nach Europa. Mit 17 Jahren unterschrieb der Mittelstürmer, der später in seiner Heimat „Ronaldo fenomeno“ genannt wurde, bei der PSV Eindhoven. Es folgte eine große Karriere mit Stationen unter anderem beim FC Barcelona, Inter Mailand und Real Madrid.  © Pro Shots/imago
Mo Salah: Es war während der U20-Weltmeisterschaft 2011 in Kolumbien. Da wurde der FC Basel auf einen jungen Ägypter aufmerksam, der schon damals mit seinem Antritt und seiner Schnelligkeit für Furore sorgte: Mo Salah. 2012 nahmen die Schweizer Salah unter Vertrag. Unter traurigen Umständen. Nach Ausschreitungen im Stadion von Port Said, bei denen 74 Fans starben, wurde die Saison in Ägypten abgebrochen. Der Fußball in dem nordafrikanischen Land kam zunächst einmal zum Erliegen. Dem späteren Star-Stürmer des FC Liverpool, verhalf der Wechsel in die Schweiz aber zu seinem Durchbruch in Europa.
Mo Salah: Es war während der U20-Weltmeisterschaft 2011 in Kolumbien. Da wurde der FC Basel auf einen jungen Ägypter aufmerksam, der schon damals mit seinem Antritt und seiner Schnelligkeit für Furore sorgte: Mo Salah. 2012 nahmen die Schweizer Salah unter Vertrag. Unter traurigen Umständen. Nach Ausschreitungen im Stadion von Port Said, bei denen 74 Fans starben, wurde die Saison in Ägypten abgebrochen. Der Fußball in dem nordafrikanischen Land kam zunächst einmal zum Erliegen. Dem späteren Star-Stürmer des FC Liverpool, verhalf der Wechsel in die Schweiz aber zu seinem Durchbruch in Europa.  © Fotostand / Gelhot via www.imago-images.de
Kevin De Bruyne
Kevin De Bruyne: Zu wenig Einsatzzeit beim FC Chelsea führte den belgischen Nationalspieler Kevin De Bruyne 2014 in die Bundesliga. Er unterschrieb einen 5-Jahres-Vertrag beim VfL Wolfsburg. Doch bereits 2015 zog es den Mittelfelspieler wieder zurück in die Premier League. Kurz vor dem Ende der Transferperiode unterschrieb De Bruyne bei Manchester City. 75 Millionen ließen sich die Citizens den Offensivmann kosten. Damit war der Wechsel De Bruynes zum damaligen Zeitpunkt der teuerste Transfer der Bundesliga und der Belgier einer der teuersten Spieler weltweit.  © Peter Steffen/dpa
franz beckenbauer
Franz Beckenbauer: Der Kaiser beim HSV: Nach dreieinhalb Jahren bei New York Cosmos kehrte Franz Beckenbauer 1980 zur Überraschung vieler in die Bundesliga zurück. Allerdings bewies er sich nicht noch einmal beim FC Bayern München. Beckenbauer unterschrieb im Norden, beim Hamburger SV. 1982 holte er mit dem HSV noch einmal den deutschen Meistertitel, für Beckenbauer war es der fünfte. Mit der Schale in der Hand trat er aus der Bundesliga ab. Beckenbauer zog es noch einmal in die USA, wo er eine weitere Saison für New York Cosmos spielte. Im September 1983 absolvierte er sein allerletztes Pflichtspiel.  © Sven Simon/imago
Paul Breitner
Paul Breitner: Es war ein kurzes Intermezzo. Als Paul Breitner nach drei Jahren bei Real Madrid in die Bundesliga zurückkehrte, führte ihn sein Weg nicht direkt wieder zum FC Bayern München. 1977 unterschrieb der Spielmacher im Mittelfeld bei Eintracht Braunschweig. 30 Spiele machte Breitner für die „Löwen“, die Eintracht erlebte eine mittelmäßige Saison. 1978 schloss Breitner das kurze Kapitel Braunschweig wieder und kehrte zum deutschen Rekordmeister nach München zurück.  © Rust/imago
Karl Heinz Rummenigge
Karl-Heinz Rummenigge: 1987 hatte Karl-Heinz Rummenigge mit Verletzungen zu kämpfen, überlegte eigentlich - nach drei Jahren bei Inter Mailand - seine Karriere zu beenden. Doch der ehemalige Bayern-Stürmer hängte noch zwei Spielzeiten bei Servette Genf dran. In der Saison 1988/89 schoss der ehemalige Bayern-Stürmer für Servette 24 Treffer in der Schweizer Liga und wurde damit Torschützenkönig. Als solcher beendete Rummenigge 1989 seine aktive Laufbahn.  © ZUMA Press/Keystone/imago
Genau wie der Verlauf dieser Saison. Da haben sie anfangs zu Hause gewonnen und auswärts verloren, dann hat es sich gedreht, sie haben zu Hause verloren und auswärts gewonnen. Die Liga ist ein bisschen schwächer, Mannschaften wie Leipzig, Dortmund oder Stuttgart lassen Punkte liegen. In der Planung war Tabellenplatz sieben eigentlich das höchste der Gefühle, wenn man noch Bayern, Leverkusen und Frankfurt einberechnet. Jetzt schwächeln aber drei Top-Teams, dann musst du als Borussia Mönchengladbach die Chance nutzen.
Wie kann es Borussia denn gelingen, wieder dauerhaft in die Position zu kommen, dass man in der oberen Tabellenhälfte mitspielt und reingrätschen kann, wenn die Konkurrenz schwächelt?
Du musst die Mannschaft zusammenhalten, du musst unbedingt schauen, dass kein Leistungsträger den Verein verlässt. Und du musst dich punktuell verstärken. Das ist das A und O. Es kann nur so klappen, bei uns war es damals genauso. Wir haben drei oder vier Jahre gebraucht, in denen wir uns mit Martin Dahlin, Patrik Andersson oder Stefan Effenberg punktuell verstärkt haben. So ist eine richtig gute Mannschaft entstanden – und so haben wir 1995 den DFB-Pokal gewonnen.
Auf welchen Positionen sehen Sie Nachholbedarf?
Ich sehe nach wie vor Bedarf bei den Außenverteidigerpositionen. Es braucht auch einen Innenverteidiger, auf der Sechs kann man auch noch etwas machen. Vorne ist Gladbach sehr gut besetzt, aber im Mittelfeld und vor allem in der Defensive braucht es Verstärkung.
Gerardo Seoane hatte bei Borussia keinen leichten Start und ist auch zu Beginn dieser Saison in die Kritik geraten, ehe er und die Mannschaft das Ruder herumgerissen haben. Wie bewerten Sie seine Arbeit in dieser Saison und sollte der Klub angesichts der Vertragslaufzeit bis 2026 bald mit ihm über eine Vertragsverlängerung sprechen?
Es sieht in der Tabelle so aus, dass es ein kleines Hoch gibt. Wir wissen aber, wie eng das ist. Verlierst du zwei bis drei Spiele nacheinander, bist du Tabellenzehnter. Die Erwartungshaltung in Gladbach bei Fans und Verantwortlichen ist hoch, du musst in der Tabelle nach oben kommen. In dem Augenblick, in dem du wieder etwas in der Tabelle abrutschst, kommt Unruhe auf. Dann wird sich zeigen, welche Entscheidungen die Verantwortlichen treffen. Aber es besteht kein Zeitdruck, sie können die Entwicklung noch einige Wochen abwarten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Revierfoto

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