Fan-Kritik an Seoane

Schleudersitz Borussia? Vier Elemente muss der ideale Gladbach-Trainer besitzen

Gerardo Seoane erntet im Umfeld von Borussia Mönchengladbach vermehrt Kritik. Doch welche Kompetenzen zeichnen den idealen Coach der Fohlen aus?

Mönchengladbach – In der Trainerfrage sind sich Verantwortliche und Fans von Borussia Mönchengladbach uneins.

Die Trainerfrage wird in Gladbach zur Streitfrage

Während Gerardo Seoane bei den Anhängern nach sieben sieglosen Bundesligaspielen in Folge schwer in der Kritik steht, sehen die Klub-Bosse um Sport-Geschäftsführer Roland Virkus keinen Grund für eine Trainerdiskussion.

Nach aktuellem Stand wird der 46-Jährige in sein drittes Vertragsjahr gehen und eine weitere Chance erhalten, mit Gladbach den nächsten Schritt zu machen. Borussia ist um Konstanz auf der Trainerbank bemüht und will sich keineswegs den Ruf erarbeiten, einen Schleudersitz zu haben.

Hätten Sie‘s gewusst? 20 Fußball-Stars mit überraschenden Karriere-Stationen

Diego Maradona: Der Argentinier (Weltmeister 1978) feierte seine größten Erfolge auf Vereinsebene mit dem SSC Neapel. Für die Süditaliener spielte „die Hand Gottes“ von 1984 bis 1991. Die Erfolgsgeschichte endete unrühmlich. Maradona wurde des Kokain-Konsums überführt und von der italienischen Liga für 15 Monate gesperrt. Danach schaffte er es zurück in den Profi-Fußball. Im Sommer 1992 schloss sich Maradona dem FC Sevilla an.
Diego Maradona: Der Argentinier (Weltmeister 1978) feierte seine größten Erfolge auf Vereinsebene mit dem SSC Neapel. Für die Süditaliener spielte „die Hand Gottes“ von 1984 bis 1991. Die Erfolgsgeschichte endete unrühmlich. Maradona wurde des Kokain-Konsums überführt und von der italienischen Liga für 15 Monate gesperrt. Danach schaffte er es zurück in den Profi-Fußball. Im Sommer 1992 schloss sich Maradona dem FC Sevilla an. © Miguelez Sports Foto/imago
Rafael van der Vaart: Von seinem Jugend-Verein Ajax Amsterdam kam van der Vaart 2005 zum Hamburger SV. Sechs Jahre spielte der Niederländer an der Elbe. Nach jeweils zwei Jahren bei Real Madrid und Tottenham Hotspur sowie weiteren Stationen schloss sich van der Vaart kurz vor dem Ende seiner Karriere Esbjerg fB in Dänemark an.
Rafael van der Vaart: Von seinem Jugend-Verein Ajax Amsterdam kam van der Vaart 2005 zum Hamburger SV. Sechs Jahre spielte der Niederländer an der Elbe. Nach jeweils zwei Jahren bei Real Madrid und Tottenham Hotspur sowie weiteren Stationen schloss sich van der Vaart kurz vor dem Ende seiner Karriere Esbjerg fB in Dänemark an.  © Pro Shots/imago
Torsten Frings: Bei Werder Bremen wurde der gebürtige Westfale zum Bundesliga-Profi, 1999 gewann Frings mit den Grün-Weißen den DFB-Pokal. Später spielte er für Borussia Dortmund (2002-2004) und den FC Bayern. Frings‘ Herzensclub sollte Bremen werden, nach nur einem Jahr in München kehrte er 2005 an die Weser zurück. Von 2011 bis 2023 ließ Frings seine Karriere beim FC Toronto in Kanada ausklingen.
Torsten Frings: Bei Werder Bremen wurde der gebürtige Westfale zum Bundesliga-Profi, 1999 gewann Frings mit den Grün-Weißen den DFB-Pokal. Später spielte er für Borussia Dortmund (2002-2004) und den FC Bayern. Frings‘ Herzensclub sollte Bremen werden, nach nur einem Jahr in München kehrte er 2005 an die Weser zurück. Von 2011 bis 2023 ließ Frings seine Karriere beim FC Toronto in Kanada ausklingen.  © HochZwei/International/imago
Ailton im Trikot vom FC Oberneuland
Ailton: Der gebürtige Brasilianer avancierte bei Werder Bremen zum Publikumsliebling und wurde mit dem Verein 2004 Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger. Nach dem Double-Erfolg wechselte Ailton für ein Jahr zu Schalke 04. Danach folgten zahlreiche Stationen, unter anderem in der Türkei, Serbien, der Schweiz, Österreich und China. 2010 kehrte Ailton nach Bremen zurück, um für den dortigen Regionalligisten FC Oberneuland zu spielen.  © picture point/imago
Stefan Effenberg Die Spieler des AC Florenz fotografiert beim Serie A Spiel AC Florenz gegen den AS
Stefan Effenberg: Nach einer Saison, in der Bayern München die Bundesliga auf Platz Zehn beendete, zog es den „Tiger“ im Sommer 1992 nach Italien. „Effe“ wechselte zum AC Florenz, ein Jahr spielte er für den Verein sogar in der zweiten italienischen Liga, der Serie B. Nach zwei Jahren in Florenz kehrte Effenberg zurück nach München.  © HJS/imago
Luis Suarez: Von seinem Heimat-Verein Nacional Montevideo zog Luis Suarez 2006 nach Europa. Bevor der Uruguayer aber für Ajax Amsterdam, den FC Liverpool, den FC Barcelona und Atletico Madrid kickte, schloss sich Suarez mit 19 Jahren zunächst noch dem FC Groningen an. Für den Verein der niederländischen Eredivisie spielte „der Beißer“ ein Jahr.
Luis Suarez: Von seinem Heimat-Verein Nacional Montevideo zog Luis Suarez 2006 nach Europa. Bevor der Uruguayer aber für Ajax Amsterdam, den FC Liverpool, den FC Barcelona und Atletico Madrid kickte, schloss sich Suarez mit 19 Jahren zunächst noch dem FC Groningen an. Für den Verein der niederländischen Eredivisie spielte „der Beißer“ ein Jahr.  © ANP/imago
Jürgen Klinsmann: Kurz nach dem verlorenen EM-Finale gegen Dänemark 1992 wechselte Jürgen Klinsmann zur AS Monaco. Zuvor hatte er drei Jahre bei Inter Mailand gespielt. In Italien wurde Klinsmann mit der Nationalmannschaft 1990 auch Weltmeister.
Jürgen Klinsmann: Kurz nach dem verlorenen EM-Finale gegen Dänemark 1992 wechselte Jürgen Klinsmann zur AS Monaco. Zuvor hatte er drei Jahre bei Inter Mailand gespielt. In Italien wurde Klinsmann mit der Nationalmannschaft 1990 auch Weltmeister.  © HJS/imago
Claudio Pizarro
Claudio Pizarro: Sein Vertrag mit dem FC Bayern München wurde nicht verlängert. Also wechselte Claudio Pizarro 2007 ablösefrei zum FC Chelsea. In England konnte sich der Stürmer aber nicht durchsetzen. Also kehrte er nach einem Jahr zunächst auf Leihbasis zu Werder Bremen zurück. 2009 stimmte Chelsea dann einer dauerhaften Rückkehr Pizarros an die Weser zu.  © Colorsport/imago
Carsten Jancker
Carsten Jancker: Seine Stationen bei Udinese Calcio und beim 1. FC Kaiserslautern waren nicht gerade von Erfolg gekrönt. Also flüchtete Carsten Jancker, 2002 noch Teil der Nationalmannschaft, im Jahr 2006 nach China. Doch auch bei Shanghai Shenhua drückte Jancker mehr die Bank. Nach einem halben Jahr zog der Stürmer wieder zurück nach Europa und stand bis 2009 noch für den österreichischen SV Mattersburg unter Vertrag.  © Imagechina/imago
Lukas Podolski: Ein Weltmeister in Japan: 2017 wechselte Lukas Podolski im Herbst seiner Karriere zum japanischen Klub Vissel Kobe. Bei seinem Pflichtspieldebüt am 29. Juli 2017 im Heimspiel gegen Ōmiya Ardija schoss er zwei Tore. Am Neujahrstag 2020 gewann Podolski mit Vissel Kobe den japanischen Kaiserpokal. Gemeinsam mit dem deutschen Trainer Thorsten Fink und dem spanischen Weltmeister Andres Iniesta. Das Pokal-Finale war gleichzeitig Podolskis Abschiedsspiel in Japan. Danach wurde der Vertrag mit dem damals 34-Jährigen nicht verlängert. Im Januar 2020 unterschrieb Podolski in der türkischen Süper Lig bei Antalyaspor. 2021 wechselte der gebürtige Pole zum polnischen Erstligisten Gornik Zabrze.
Lukas Podolski: Ein Weltmeister in Japan: 2017 wechselte Lukas Podolski im Herbst seiner Karriere zum japanischen Klub Vissel Kobe. Bei seinem Pflichtspieldebüt am 29. Juli 2017 im Heimspiel gegen Ōmiya Ardija schoss er zwei Tore. Am Neujahrstag 2020 gewann Podolski mit Vissel Kobe den japanischen Kaiserpokal. Gemeinsam mit dem deutschen Trainer Thorsten Fink und dem spanischen Weltmeister Andres Iniesta. Das Pokal-Finale war gleichzeitig Podolskis Abschiedsspiel in Japan. Danach wurde der Vertrag mit dem damals 34-Jährigen nicht verlängert. Im Januar 2020 unterschrieb Podolski in der türkischen Süper Lig bei Antalyaspor. 2021 wechselte der gebürtige Pole zum polnischen Erstligisten Gornik Zabrze.  © Aflosport/imago
Stephan Lichtsteiner FC Augsburg
Stephan Lichtsteiner: Sieben Mal wurde Stephan Lichtsteiner mit Juventus Turin Italienischer Meister. Nach sieben Jahren in Italien wechselte der Schweizer 2018 zunächst ablösefrei nach England zum FC Arsenal. 2019 zog es den rechten Verteidiger dann in die Bundesliga. Lichtsteiner schloss sich dem FC Augsburg an, wo er 2020 seine Karriere beendete.  © Frank Hoermann/Sven Simon/imago
Serge Gnabry: Lange bevor sich Serge Gnabry dem FC Bayern München anschloss, spielte er zunächst in England. 2011, mit 16 zog er nach London zum FC Arsenal. Zu Beginn der Saison 2015 wechselte Gnabry auf Leihbasis zu West Bromwich Albion, wo er allerdings kaum zum Zug kam.
Serge Gnabry: Lange bevor sich Serge Gnabry dem FC Bayern München anschloss, spielte er zunächst in England. 2011, mit 16 zog er nach London zum FC Arsenal. Zu Beginn der Saison 2015 wechselte Gnabry auf Leihbasis zu West Bromwich Albion, wo er allerdings kaum zum Zug kam.  © Joe Toth/BPI/Shutterstock/imago
Hansi Flick: Nach fünf Jahren beim FC Bayern München suchte Hansi Flick im Sommer 1990 eine neue Herausforderung. Ein Wechsel zum amtierenden Vizemeister, dem 1. FC Köln, lag da auf der Hand. Drei Jahre spielte der spätere Bundestrainer für die Geißböcke, ehe er 1993 mit 28 Jahren seine Karriere beenden musste.
Hansi Flick: Nach fünf Jahren beim FC Bayern München suchte Hansi Flick im Sommer 1990 eine neue Herausforderung. Ein Wechsel zum amtierenden Vizemeister, dem 1. FC Köln, lag da auf der Hand. Drei Jahre spielte der spätere Bundestrainer für die Geißböcke, ehe er 1993 mit 28 Jahren seine Karriere beenden musste.  © Horstmüller/imago
Cesc Fabregas: Ein Weltmeister und zweifacher Europameister in der zweiten italienischen Liga, der Serie B: Der Verein Como Calcio verpflichtete im Juli 2022 keinen geringeren als den spanischen Mittelfeldspieler Cesc Fabregas. Fabregas, der mit dem FC Chelsea, dem FC Barcelona und dem FC Arsenal Titel gesammelt hat, will im Herbst seiner Karriere nicht einfach nur noch etwas weiterspielen. Er habe vor, Como Calcio zurück in die Serie A zu führen, erklärte Fabregas nach seinem Wechsel nach Norditalien.
Cesc Fabregas: Ein Weltmeister und zweifacher Europameister in der zweiten italienischen Liga, der Serie B: Der Verein Como Calcio verpflichtete im Juli 2022 keinen geringeren als den spanischen Mittelfeldspieler Cesc Fabregas. Fabregas, der mit dem FC Chelsea, dem FC Barcelona und dem FC Arsenal Titel gesammelt hat, will im Herbst seiner Karriere nicht einfach nur noch etwas weiterspielen. Er habe vor, Como Calcio zurück in die Serie A zu führen, erklärte Fabregas nach seinem Wechsel nach Norditalien.  © Nicolas Morassutti/imago
Ronaldo: Er war gerade 17 Jahre alt, und hatte ein Jahr zuvor als Profi bei Cruzeiro Belo Horizonte debütiert, da zog es den Brasilianer Ronaldo nach Europa. Mit 17 Jahren unterschrieb der Mittelstürmer, der später in seiner Heimat „Ronaldo fenomeno“ genannt wurde, bei der PSV Eindhoven. Es folgte eine große Karriere mit Stationen unter anderem beim FC Barcelona, Inter Mailand und Real Madrid.
Ronaldo: Er war gerade 17 Jahre alt, und hatte ein Jahr zuvor als Profi bei Cruzeiro Belo Horizonte debütiert, da zog es den Brasilianer Ronaldo nach Europa. Mit 17 Jahren unterschrieb der Mittelstürmer, der später in seiner Heimat „Ronaldo fenomeno“ genannt wurde, bei der PSV Eindhoven. Es folgte eine große Karriere mit Stationen unter anderem beim FC Barcelona, Inter Mailand und Real Madrid.  © Pro Shots/imago
Mo Salah: Es war während der U20-Weltmeisterschaft 2011 in Kolumbien. Da wurde der FC Basel auf einen jungen Ägypter aufmerksam, der schon damals mit seinem Antritt und seiner Schnelligkeit für Furore sorgte: Mo Salah. 2012 nahmen die Schweizer Salah unter Vertrag. Unter traurigen Umständen. Nach Ausschreitungen im Stadion von Port Said, bei denen 74 Fans starben, wurde die Saison in Ägypten abgebrochen. Der Fußball in dem nordafrikanischen Land kam zunächst einmal zum Erliegen. Dem späteren Star-Stürmer des FC Liverpool, verhalf der Wechsel in die Schweiz aber zu seinem Durchbruch in Europa.
Mo Salah: Es war während der U20-Weltmeisterschaft 2011 in Kolumbien. Da wurde der FC Basel auf einen jungen Ägypter aufmerksam, der schon damals mit seinem Antritt und seiner Schnelligkeit für Furore sorgte: Mo Salah. 2012 nahmen die Schweizer Salah unter Vertrag. Unter traurigen Umständen. Nach Ausschreitungen im Stadion von Port Said, bei denen 74 Fans starben, wurde die Saison in Ägypten abgebrochen. Der Fußball in dem nordafrikanischen Land kam zunächst einmal zum Erliegen. Dem späteren Star-Stürmer des FC Liverpool, verhalf der Wechsel in die Schweiz aber zu seinem Durchbruch in Europa.  © Fotostand / Gelhot via www.imago-images.de
Kevin De Bruyne
Kevin De Bruyne: Zu wenig Einsatzzeit beim FC Chelsea führte den belgischen Nationalspieler Kevin De Bruyne 2014 in die Bundesliga. Er unterschrieb einen 5-Jahres-Vertrag beim VfL Wolfsburg. Doch bereits 2015 zog es den Mittelfelspieler wieder zurück in die Premier League. Kurz vor dem Ende der Transferperiode unterschrieb De Bruyne bei Manchester City. 75 Millionen ließen sich die Citizens den Offensivmann kosten. Damit war der Wechsel De Bruynes zum damaligen Zeitpunkt der teuerste Transfer der Bundesliga und der Belgier einer der teuersten Spieler weltweit.  © Peter Steffen/dpa
franz beckenbauer
Franz Beckenbauer: Der Kaiser beim HSV: Nach dreieinhalb Jahren bei New York Cosmos kehrte Franz Beckenbauer 1980 zur Überraschung vieler in die Bundesliga zurück. Allerdings bewies er sich nicht noch einmal beim FC Bayern München. Beckenbauer unterschrieb im Norden, beim Hamburger SV. 1982 holte er mit dem HSV noch einmal den deutschen Meistertitel, für Beckenbauer war es der fünfte. Mit der Schale in der Hand trat er aus der Bundesliga ab. Beckenbauer zog es noch einmal in die USA, wo er eine weitere Saison für New York Cosmos spielte. Im September 1983 absolvierte er sein allerletztes Pflichtspiel.  © Sven Simon/imago
Paul Breitner
Paul Breitner: Es war ein kurzes Intermezzo. Als Paul Breitner nach drei Jahren bei Real Madrid in die Bundesliga zurückkehrte, führte ihn sein Weg nicht direkt wieder zum FC Bayern München. 1977 unterschrieb der Spielmacher im Mittelfeld bei Eintracht Braunschweig. 30 Spiele machte Breitner für die „Löwen“, die Eintracht erlebte eine mittelmäßige Saison. 1978 schloss Breitner das kurze Kapitel Braunschweig wieder und kehrte zum deutschen Rekordmeister nach München zurück.  © Rust/imago
Karl Heinz Rummenigge
Karl-Heinz Rummenigge: 1987 hatte Karl-Heinz Rummenigge mit Verletzungen zu kämpfen, überlegte eigentlich - nach drei Jahren bei Inter Mailand - seine Karriere zu beenden. Doch der ehemalige Bayern-Stürmer hängte noch zwei Spielzeiten bei Servette Genf dran. In der Saison 1988/89 schoss der ehemalige Bayern-Stürmer für Servette 24 Treffer in der Schweizer Liga und wurde damit Torschützenkönig. Als solcher beendete Rummenigge 1989 seine aktive Laufbahn.  © ZUMA Press/Keystone/imago

Nähme Seoane seinen Hut, wäre der sechste Coach seit dem Rücktritt von Lucien Favre im September 2015 gescheitert. Alleine seit 2019 hatte Gladbach vier unterschiedliche Trainer: Marco Rose wechselte 2021 nach zwei Jahren zu Borussia Dortmund, Nachfolger Adi Hütter war nach der Saison 2021/22 schon wieder weg und auch Daniel Farke hielt anschließend nur ein Jahr durch.

Was braucht der ideale Borussia-Trainer?

Dass Hütter die AS Monaco zweimal in Folge in die Champions League geführt hat und Daniel Farke mit Leeds United in die Premier League aufgestiegen ist, spricht für die Qualität beider Trainer. Warum es in Gladbach nicht funktioniert hat, hat unterschiedliche Gründe.

So wurde Hütter ein Umbruch versprochen, der niemals umgesetzt wurde. Farke wiederum hatte einen Kader ohne Konkurrenzkampf, wobei er auch keinen Versuch unternahm, das Feuer in den Spielern zu wecken.

Nichtsdestotrotz drängt sich angesichts der Vita von Hütter und Farke sowie der rätselhaften Entwicklung unter Gerardo Seoane die Frage auf, was ein idealer Gladbach-Trainer eigentlich mitbringen muss. Absolut Fussball, das Fußball-Portal von Home of Sports, wagt sich an einer Beantwortung.

Ein Gladbach-Trainer braucht Emotionen

Wie bei Traditionsvereinen üblich, spielen Emotionen in Gladbach eine große Rolle. Der letzte Trainer, der an der Seitenlinie oder vor den Mikrofonen der Medienvertreter des Öfteren aus der Haut fuhr, war Rose. Allen voran Farke und Seoane sind keine Vulkane, auch Hütter stand weniger für eine Emotionalisierung.

Gerardo Seoane (r.) will nach außen hin keine großen Emotionen zulassen.

„Seoane ist kein Menschenfänger, er ist nicht der emotionale Coach an der Seitenlinie, der die Fans mitnimmt“, sagte Gladbach-Experte und Content Creator Jan David Busch im Interview mit Absolut Fussball über die Eigenheit des Schweizers.

Das spiegelt sich in der Kommunikation nach außen wider. Seoane ist um eine Versachlichung bemüht, ordnet Spiele nüchtern und mit einer großen Portion Pragmatismus ein. Ähnlich verhielt es sich bei Farke, der sich im Laufe der Zeit immer häufiger im Understatement verlor, womit er seine Glaubwürdigkeit bei den Fans verspielte.

Ambition ist in Gladbach wichtig

Neben Emotionen spielt Ambition eine große Rolle. Der Trainer ist ein wichtiger Kommunikator, ist er doch verantwortlich für die Leistung und Entwicklung der Mannschaft.

Borussia-Fans ist natürlich bewusst, dass die goldenen Jahre vorbei sind. Doch vielleicht gerade deshalb ist die Sehnsucht nach einer Aufbruchstimmung groß. Es braucht das Gefühl, dass die Zukunft vielversprechender wird als die vergangenen vier Jahre, dass der erneute zehnte Tabellenplatz bald Geschichte ist und man wieder auf die Ränge sieben oder sechs blicken darf.

Hütter erklärte bei seinem Amtsantritt im Sommer 2021, er wolle Gladbach zurück nach Europa führen. Farke hingegen sagte im Februar 2023, „graue Maus“ klinge gar nicht so schlecht, und Seoane betont stets, das Träumen den Fans zu überlassen. Er selbst beschäftige sich nicht mit möglichen Szenarien, sondern nur mit dem nächsten Spiel.

Das Ambitions-Vakuum könnte Virkus als Sport-Geschäftsführer füllen, doch auch der 58-Jährige backt kleinere Brötchen. Europa wurde selbst auf Platz fünf nicht zum Ziel erklärt, 50 Punkte wären eher nett statt die Pflicht gewesen und am Ende war selbst die Einstelligkeit ambitioniert. Mit derlei Aussagen holt man keinen Fan ab.

Mit Tempo zum gegnerischen Tor

Auf fußballerischer Ebene ist indes der Wunsch nach einem temporeichen Offensivfußball spürbar. Als Dieter Hecking noch Trainer war, fiel ein ums andere Mal der Vorwurf, Gladbach würde „Schlafwagenfußball“ spielen. Auch unter Farke erhielt das Spektakel selten Einzug.

Seoanes Ansatz bietet an guten Tagen die Show, die im Borussia-Park gerne gesehen wird. Startet Franck Honorat mit seinem hohen Tempo in die Tiefe durch, geht ein Raunen durchs Stadion. Ist die Mannschaft hingegen gezwungen, spielerische Lösungen zu finden – und braucht sie dafür Zeit – ist die Ungeduld groß.

Passivität unter Seoane ist den Fans ein Dorn im Auge

Genauso groß ist der Wunsch nach einer höheren Aktivität im Spiel gegen den Ball. Es braucht keine Pressingmonster, die den Gegner über das gesamte Feld jagen, doch die häufige Passivität unter Seoane ist vielen Fans ein Dorn im Auge.

Besonders im letzten Saisonviertel ließ sich Borussia zu tief fallen, hatte im Zentrum keinen Zugriff und ließ zu viele Flanken und Torschüsse des Gegners zu. Erinnerungen wurden wach an den Endspurt 2023/24, als die Seoane-Elf trotz etlichen Defensivakteuren in der Startelf nicht in der Lage war, das eigene Tor zu verteidigen.

Einen Trainer zu finden, der alle Elemente vereint, ist die Königsdisziplin. Noch herrscht in Gladbach die Hoffnung, mit Seoane den richtigen Coach gefunden zu haben. Der Nachweis dafür wird in der kommenden Saison erbracht werden müssen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Norbert Jansen / fohlenfoto

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