Bruchhausen-Vilsen ist „seit langer Zeit im Sparmodus“
„Energiesparen in Sportstätten“ - es geht weiter mit unserer Lokalsport Serie. Heute: die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen.
Nach den Gemeinden Stuhr und Weyhe zum Auftakt ist in unserer neuen Lokalsport-Serie „Energiesparen in Sportstätten“ diesmal die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen dran, die in dieser Hinsicht bereits vorbildlich unterwegs ist. Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann, viele Jahre Fußballer beim TSV Schwarme, nimmt Stellung und beantwortet die Fragen.
Wer trägt die Energiekosten für die Sportstätten?
„Die Samtgemeinde trägt komplett die Energiekosten für die drei Bäder, für die Tennis- und Squashhalle und die sechs Sporthallen. Für die sechs Sportplätze vom SV Bruchhausen-Vilsen, TSV Asendorf, TV Scholen, TSV Martfeld, TSV Schwarme und TSV Süstedt erhalten die Vereine Pauschalen – insbesondere für die verbrauchte Energie. Bei der Kunsteisbahn Bruchhausen-Vilsen teilt sich die Samtgemeinde die Energiekosten mit der Betriebsführerin.“
Wie sehen die Energiespar-Ziele bei den Sportstätten konkret aus?
„In ihren Einrichtungen befindet sich die Samtgemeinde bereits seit langer Zeit im ,Energiespar-Modus‘, so dass die Standards jetzt kaum noch weiter heruntergefahren werden können – vor allem, um Schäden zu vermeiden. Etwa Schimmel in Gebäuden oder Legionellen im Wasser. Generell nimmt die Samtgemeinde die Appelle zum Energiesparen sehr ernst und wird weiterhin machbare Stellschrauben bedienen. Wichtig ist, ein Signal zu senden: Man soll Energie sparen, wo man sparen kann. Die Vereine sind da gute Partner für uns – auch sie haben erkannt, dass man etwas tun muss.“
Welche Energiespar-Maßnahmen sind geplant oder werden umgesetzt?
„Die Freibadsaison ist nicht über den 11. September hinaus verlängert worden. Die Saison im Hallenbad Martfeld sollte eigentlich am 4. September beginnen, startete nun aber erst am 1. Oktober. Auf den wöchentlichen Warmbadetag wird verzichtet, die Wassertemperatur ist von 29 auf 27 Grad gesenkt worden. Die Sporthallen werden grundsätzlich mit einer Raumtemperatur von 17 statt vorher um die 20 und die Tennis- und Squashhalle mit 15 statt 18 Grad betrieben. Diese Einstellungen gelten aber schon seit etwa fünf Jahren. Die Sportplatz-Vereine werden in einem persönlichen Gespräch zusätzlich sensibilisiert. Eine Entscheidung, ob die Saison auf der Kunsteisbahn Bruchhausen-Vilsen wie gewohnt stattfindet, steht noch aus. Ein Verzicht auf warme Duschen wird nicht in Erwägung gezogen, um eine Bildung von Legionellen oder ähnlichen gesundheitsgefährdenden Bakterien oder Keimen auszuschließen. Die Zusammenarbeit mit dem Hausmeisterteam läuft super. Sie suchen selbst ständig nach Möglichkeiten, um Energie zu sparen.“
Sind Schließungen von Sportstätten in den kalten Monaten denkbar?
„Sollte sich die Situation hinsichtlich der Energiekrise verschärfen, ist eine Schließung von Sportstätten nicht in Gänze ausgeschlossen. Aktuell besteht aber keinerlei Absicht, eine solche Entscheidung zu treffen. Kleine Kinder zum Beispiel müssen weiter schwimmen lernen können.“
Erheben Sie von den Vereinen Nutzungsgebühren für die Sportstätten?
„Insbesondere zur Förderung des Sports verzichtet die Samtgemeinde grundsätzlich darauf. Eine Ausnahme im geringen Umfang stellen die Vereinsnutzungen durch Erwachsene in den Bädern, der Tennis- und Squashhalle dar. Vereinsnutzungen durch Kinder und Jugendliche der hiesigen Sportvereine sind in allen Einrichtungen kostenfrei.“
Effiziente Modernisierung: Was wurde gemacht, was ist geplant?
„Die Beheizung der Freibäder läuft über Blockheizkraftwerke. Im Freibad Schwarme wird die Erwärmung des Beckenwassers zusätzlich über eine Solaranlage erreicht. Die meisten Sportplätze besitzen schon eine LED-Beleuchtung fürs Flutlicht. Es gibt tageslichtabhängige Beleuchtungen, teilweise individuell für unterschiedliche Sportarten regelbar. Es wird viel mit Bewegungsmeldern gearbeitet. Weitere energetische Maßnahmen werden folgen: Solar, Photovoltaik und Heizungs-Optimierung sind einige der Themen. Im Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen, zu dem ja auch einige Sportstätten gehören, haben wir den Gasverbrauch von 2016 bis 2022 beispielsweise von 260 000 auf 50 000 kw/h pro Jahr reduzieren können. Insgesamt sind wir auf einem sehr, sehr guten Weg.“